Der Koran – Ein Manifest des Friedens?


Als Atheist habe ich noch nie verstanden, wie man sein Leben einem Buch unterordnen kann, welches vor Hunderten von Jahren geschrieben wurde und dessen Authentizität schon alleine deshalb nicht überprüft werden kann. Darüber hinaus kann ich nicht verstehen, wie man so viele Errungenschaften des modernen Lebens ablehnt und sie verleugnet, nur weil eben ein solches, in einer ganz anderen Zeit erschienenes Buch es vorgibt. Wichtig ist aber eines: Mir geht es nicht darum zu bewerten, welche Religion besser oder schlechter ist, denn sie sind für mich alle gleichsam bedenkliche Hirngespinste. Auf Grund bestimmter Entwicklungen in den vergangenen Jahren und besonders, weil ich mittlerweile muslimische Freunde habe, habe ich nun aber den Koran gelesen. Vor allem hat mich dabei immer die Differenz interessiert zwischen Terroristen, die den Koran als Begründung für ihre Taten benutzen, und gemäßigten Muslimen, die den Islam als Religion des Friedens betrachten.

Nach dem Lesen dieses Buches steht für mich nun fest: Der Koran ist ein Manifest des Hasses, der Drohungen und der Angst. Wenn Terroristen ihre Taten mit dem Koran begründen, haben sie Recht. Nun heißt das natürlich nicht, dass Moslems an sich schlecht sind. Die meisten von ihnen haben sich – wie bei fast allen Glaubensrichtungen – ihre Religion nicht ausgesucht. Diejenigen unter ihnen, die ihr heiliges Buch aber wörtlich interpretieren und danach handeln, sind aber genauso wie beispielsweise fundamentale Christen nicht nur schlechte, verabscheuungswürdige Menschen, sondern eine Gefahr für alle Menschen, die einen anderen Glauben vertreten.

Nun ist vielleicht ohnehin schon bekannt, dass die Religionswahl in vielen muslimischen Ländern stark eingeschränkt ist. Zwar gibt es Beispiele wie den Iran, in dem verschiedene Religionen friedlich nebeneinander existieren; die Konvertierung vom Islam zu einer anderen Religion ist aber auch dort nicht möglich bzw. steht möglicherweise sogar unter Todesstrafe.

Genau diese Strenge gibt der Koran vor. Fast in jeder Sura wird erwähnt, dass diejenigen, die nicht Allahs Wort gehorchen und seinen Aufrufen folgen, ewige Höllenqualen erleiden werden. Besonders verräterisch ist dabei Sura 76. Ab Vers 7 liest man:

„Und sie geben Speise – und mag sie ihnen (auch) noch so lieb sein – dem Armen, der Waise und dem Gefangenen, (8) (indem sie sagen:) ‚Wir speisen euch nur um Allāhs willen. Wir begehren von euch weder Lohn noch Dank dafür. (9) Wahrlich, wir fürchten von unserem Herrn einen finsteren, unheilvollen Tag.‘“

Geht es einem Moslem also nicht objektiv darum, ein guter Mensch zu sein, sondern nur darum, Allah zu gehorchen und den ewigen Qualen zu entgehen? Würden sie den Armen nicht helfen wenn sie wüssten, dass Allah nicht zusieht?

Was den zeitgenössischen Terrorismus angeht: Der Koran ist voll von Aufrufen, gegen Ungläubige zu kämpfen. Er stellt Belohnungen in Aussicht für Moslems, die für Allahs Sache kämpfen und sterben. Er betont, dass Männer mehr wert sind als Frauen, dass Homosexualität ein Verbrechen ist, dass Sklaverei legitim ist und er enthält antisemitische Passagen. Natürlich enthält der Koran auch viele Aufrufe, die objektiv als gut betrachtet werden, wie die Achtung der eigenen Eltern, dem Helfen von Armen, Ablehnung von Zinswucher, Hilfsbereitschaft und Brüderlichkeit unter Gleichgesinnten, etc. Doch so einfach ist es nicht. Mit so vielen Aufrufen zum Hass und zur Ungleichberechtigung kann der Koran kein Buch des Friedens sein.

Nun soll das nicht bedeuten, dass alle Moslems meiner Meinung nach ihrer Religion abschwören müssten. Was sie aber brauchen ist ein offener, zeitgemäßer und vor allem kritischer Diskurs über ihren Glauben und ihre Werte, denn auch wenn die Mehrzahl der Moslems Gewalt ablehnt, vertreten viele von ihnen andere rückständige Ansichten, die der Koran ihnen vorgibt, wie etwa die Ungleichberechtigung der Frau, Antisemitismus oder die Stigmatisierung von Homosexualität.

Wenn man der Meinung ist, dass der Islam rückständig ist, könnte man richtigerweise fragen, wie viele technologische Produkte, die wir heute benutzen, wie viele Nobelpreisträger oder humanitäre bzw. medizinische Errungenschaften aus den arabischen Ländern kommen. Sicher, es gab eine Zeit, in der islamische Gelehrte das Zentrum des Wissens der Welt darstellten. Als die christlichen Gesellschaften sich aber von ihrer religiösen Abhängigkeit lösten, moderner und humanitärer wurden, blieb der Islam im Mittelalter stecken. Für mich ist der entscheidende Unterschied: In westlichen Gesellschaften ist die Trennung von Staat und Kirche oft die Norm, in muslimischen kaum. Wenn man sich also auf Werte festlegt, die vor über 1000 Jahren definiert wurden, kann man nicht ernsthaft behaupten, der heutigen Zeit zu entsprechen. Stattdessen muss man heucheln, immer wieder heucheln, denn die moderne Technologie, die Muslime heute nutzen um ihre rückständigen Ideen zu verbreiten, wurde in säkularen Gesellschaften entwickelt gerade deshalb, weil sich diese der Wissenschaft geöffnet und sich weiter von ihren religiösen Dogmen entfernt hatten.

Was ich mir also wünschen würde? Die Einsicht und das Eingeständnis von Muslimen, dass der Koran nicht Frieden propagiert, sondern Hass und Angst. Dann würde nämlich die Möglichkeit bestehen, seinen eigenen Glauben zu reformieren, was dringend notwendig ist. Der Koran ist Gift, wenn man es zulässt – genauso wie andere religiöse Schriften auch. Wir brauchen nicht unbedingt mehr Atheisten, aber mehr säkulare Moslems, von denen es bisher leider nur wenige gibt.

Doch natürlich sollte man nicht meinen Worten glauben, wenn ich über hasserfüllte Passagen im Koran schreibe, sondern dem Koran selbst. Deshalb finden sich im Anhang viele Beispiele dafür. Ganz am Ende steht noch eine abschließende Bewertung von mir.

 

Die ungefähre Bedeutung des Al Qur’an Al Karim in der deutschen Sprache; aus dem Arabischen übersetzt von Abu-r-Rida Muhammad ibn Ahmad ibn Rassoul; 8. Auflage, 2012.

 

Aufruf zum Kampf gegen Ungläubige:

Sure 2, Vers 189 (2:189)

Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten. (190) Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum Unglauben) ist schlimmer als der Tod.

2:192

Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört.

3:11

Sprich zu denen, die ungläubig sind: „Bald schon werdet ihr besiegt sein und in Gahannam versammelt werden – was für eine schlechte Ruhestätte!“

4:75

Die da glauben, kämpfen für Allahs Sache, und die nicht glauben, kämpfen für die Sache des Teufels; darum kämpft gegen die Anhänger Satans!

4:83

Kämpfe darum für Allahs Sache – du wirst für keinen verantwortlich gemacht außer für dich selbst – und feuere die Gläubigen zum Kampf an.

4:88

Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern. Und wenn sie sich abwenden, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet.

4:100

Wahrlich, die Ungläubigen sind eure offenkundigen Feinde.

5:53

O ihr, die ihr glaubt, wer sich von euch von seinem Glauben abkehrt, wisst, Allah wird bald ein anderes Volk bringen, das er liebt, (das) demütig gegen die Gläubigen und hart gegen die Ungläubigen (ist); sie werden auf Allahs Weg kämpfen und werden den Vorwurf des Tadelnden nicht fürchten.

8:11

Da gab dein Herr den Engeln ein: „Ich bin mit euch; so festigt denn die Gläubigen. In die Herzen der Ungläubigen werde Ich Schrecken werfen. Trefft (sie) oberhalb des Nackens und schlagt ihnen jeden Finger ab!“

8:16

Nicht ihr habt sie erschlagen, sondern Allah erschlug sie. Und nicht du hast geschossen, sondern Allah gab den Schuss ab; und prüfen wollte Er die Gläubigen mit einer schönen Prüfung von Ihm.

8:38

Und kämpft gegen sie, damit keine Verführung mehr stattfinden kann und (kämpft) bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist.

8:54

Wahrlich, schlimmer als das Vieh sind bei Allah jene, die ungläubig sind und nicht glauben werden.

8:59

Und rüstet gegen sie auf, soviel ihr an Streitmacht und Schlachtrossen aufbieten könnt, damit ihr Allahs Feind und euren Feind – und andere außer ihnen, die ihr nicht kennt – abschreckt; Allah kennt sie (alle). Und was ihr auch für Allahs Sache aufwendet, es wird euch voll zurückgezahlt werden, und es soll euch kein Unrecht geschehen.

8:64

O Prophet, feuere die Gläubigen zum Kampf an.

9:4

Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf.

9:28

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen.

9:29

Und die Juden sagen, Esra sei Allahs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. Das ist das Wort aus ihrem Mund. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem gläubig waren. Allahs Fluch über sie!

9:40

Zieht aus, leicht und schwer, und kämpft mit eurem Gut und mit eurem Blut für Allahs Sache!

9:72

O Prophet, kämpfe gegen die Ungläubigen und die Heuchler.

24:1

Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen gegebenenfalls jeweils mit hundert Peitschenhieben aus; und lasst euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen, wenn ihr an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen. (2) Ein Unzüchtiger darf nur eine Unzüchtige oder eine Götzendienerin heiraten, und eine Unzüchtige darf nur einen Unzüchtigen oder einen Götzendiener heiraten; den Gläubigen aber ist das verwehrt.

34:32

Wir werden Fesseln um die Nacken derer legen, die ungläubig waren.

41:26

Aber gewiss werden Wir den Ungläubigen eine strenge Strafe zu kosten geben, und gewiss werden wir Ihnen ihre schlimmsten Taten vergelten. (27) Das ist der Lohn der Feinde Allahs: das Feuer. Darin wird ihnen die Wohnstatt der Ewigkeit zuteil sein – als Vergeltung dafür, dass sie Unseren Zeichen gegenüber undankbar waren.

44:42

Wahrlich, der Baum des Zaqqῡm (43) ist die Speise des Sünders. (44) Wie geschmolzenes Kupfer wird er in (ihren) Bäuchen brodeln (45), wie das Brodeln kochenden Wassers. (46) „Ergreift ihn und zerrt ihn in die Mitte der Al-Ğahīm. (47) Dann gießt auf sein Haupt die Pein des siedenden Wassers. (48) Koste! Du (meintest) doch, der Erhabene, der Würdige zu sein. (49) Siehe, dies ist nun das, woran ihr zu zweifeln pflegtet.“ (50)

47:3

Wenn ihr (im Kampfe) auf die stoßt, die ungläubig sind, so haut (ihnen) auf den Nacken; und wenn ihr sie schließlich siegreich niedergekämpft habt, dann schnürt ihre Fesseln fest.

47:7

Die aber ungläubig sind – nieder mit ihnen! Er lässt ihre Werke fehlgehen.

47:19

Doch wenn eine entscheidende Sura herabgesandt wird und darin von Kampf die Rede ist, dann siehst du die, in deren Herzen Krankheit ist, dich mit dem Blick eines (Menschen) anschauen, der im Sterben von Ohnmacht befallen wird; also wehe ihnen!

47:30

Und Wir wollen euch sicherlich prüfen, bis Wir diejenigen von euch kennen, die kämpfen und standhaft sind.

47:34

So lasst (im Kampfe) nicht nach und ruft nicht zum Waffenstillstand auf, wo ihr doch die Oberhand habt. Und Allāh ist mich euch, und Er wird euch eure Taten nicht schmälern.

48:28

Muḥammad ist der Gesandte Allāhs. Und die, die mit ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen, doch barmherzig zueinander.

61:3

Wahrlich, Allāh liebt diejenigen, die für Seine Sache kämpfen, (in eine Schlachtordnung) gereiht, als wären sie ein fest gefügtes Mauerwerk.

 

In Aussicht stellen von Belohnungen bei kriegerischen Handlungen:

3:156

Und wahrlich, wenn ihr auf dem Weg Allahs erschlagen werdet oder sterbt, wahrlich, Allahs Vergebung und Barmherzigkeit ist besser als das, was ihr zusammenscharrt.

3:168

Und betrachte nicht diejenigen, die auf Allahs Weg gefallen sind, als tot. Nein! Sie leben bei ihrem Herrn, und sie werden dort versorgt.

3:194

Da erhörte sie ihr Herr (und sprach): „Wahrlich, Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch verloren gehen, sei es von Mann oder Frau; die einen von euch sind von den anderen. Und diejenigen, die da auswanderten und aus ihren Häusern vertrieben wurden und auf Meinem Weg litten und kämpften und fielen – wahrlich, tilgen will Ich ihre Missetaten, und wahrlich, führen will Ich sie in Gärten, in denen Bäche fließen, als Lohn von Allah.“ Und bei Allah ist die beste Belohnung.

4:73

Lasst also für Allahs Sache diejenigen kämpfen, die das irdische Leben um den Preis des jenseitigen Lebens verkaufen. Und wer für Allahs Sache kämpft, alsdann getötet wird oder siegt, dem werden Wir einen gewaltigen Lohn geben.

4:94

Allah hat die mit ihrem Gut und Blut Kämpfenden über die, die daheim bleiben, im Rang um eine Stufe erhöht. Jeden von beiden aber hat Allah Gutes verheißen; doch die Kämpfenden hat Allah vor den Daheimbleibenden durch großen Lohn ausgezeichnet.

8:73

Und diejenigen, die geglaubt haben und ausgewandert sind und für Allahs Sache gekämpft haben, und jene, die (ihnen) Herberge und Hilfe gaben – diese sind in der Tat wahre Gläubige. Ihnen wird Vergebung und eine ehrenvolle Versorgung zuteil sein.

47:1

Denjenigen aber, die gläubig sind und gute Werke tun und an das glauben, was auf Muḥammad herabgesandt worden ist – und es ist ja die Wahrheit von ihrem Herrn, denen tilgt Er ihre schlechten Taten und stellt ihre gute Lage wieder her.

47:3

Und hätte Allāh es gewollt, hätte Er selbst sie besiegen können, aber Er wollte die einen von euch durch die anderen prüfen. Und diejenigen, die auf Allāhs Weg gefallen sind – nie wird Er ihre Werke zunichte machen. (4) Er wird sie rechtleiten und ihren Stand verbessern (5) und sie ins Paradies führen, das Er ihnen zu erkennen gegeben hat.

48:15

Sprich zu den Wüstenarabern, die zurückblieben: „Ihr sollt gegen ein Volk von starken Kriegern aufgerufen werden; ihr kämpft gegen sie, es sei denn, sie treten zum Islam über; und wenn ihr gehorcht, wird Allāh euch einen schönen Lohn geben; doch wenn ihr (Ihm) den Rücken kehrt, wie ihr ihn zuvor gekehrt habt, dann wird Er euch mit qualvoller Strafe bestrafen.“

55:45

Und dem aber, der sich vor der Gegenwart seines Herrn fürchtet, werden zwei Gärten zuteil sein.

61:10

Ihr sollt an Allāh und an Seinen Gesandten glauben und euch für Allāhs Sache mit eurem Gut und eurem Blut eifrig einsetzen. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet. (11) Er wird euch eurer Sünden vergeben und euch in Gärten führen, durch die Bäche fließen, und in gute Wohnungen in den Gärten von Eden. Das ist die große Glückseligkeit. (12) Und noch etwas anderes, das ihr liebt, (wird euch zuteil sein): Hilfe von Allāh und naher Sieg.

78:30

Wahrlich, für die Gottesfürchtigen, gibt es einen Gewinn (31): Gärten und Beerengehege (32) und Mädchen mit schwellenden Brüsten, Altersgenossinnen (33) und übervolle Schalen.

 

Vorgaben zur Ungleichberechtigung bzw. Ungleichstellung und Unterdrückung der Frau:

2:222

Eure Frauen sind ein Saatfeld für euch; darum bestellt euer Saatfeld, wie ihr wollt.

2:227

Und ihre Ehemänner haben vorrangig das Anrecht, sie dann zurückzunehmen, wenn sie eine Versöhnung anstreben. Und ihnen (den Frauen) stehen die gleichen Rechte zu wie sie (die Männer) zur gütigen Ausübung über sich haben. Doch die Männer stehen eine Stufe über ihnen.

4:2

…, so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier.

4:10

Allah schreibt euch hinsichtlich eurer Kinder vor: Auf eines männlichen Geschlechts kommt gleichviel wie auf zwei weiblichen Geschlechts. (In Bezug auf das Erbe.)

4:14

Und wenn einige eurer Frauen eine Hurerei begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen sie es, dann schließt sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg gibt.

4:33

Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet: Ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!

9:107

In ihr (einer Moschee) sind Männer, die sich gerne reinigen; und Allah liebt diejenigen, die sich reinigen.

16:56

Und sie dichten Allah Töchter an. Gepriesen sei Er! Und sich selbst behalten sie vor, was sie begehren. (57) Und wenn einem von ihnen die Nachricht von (der Geburt) einer Tochter überbracht wird, so verfinstert sich sein Gesicht, und er unterdrückt den inneren Schmerz. (58) Er verbirgt sich vor den Leuten aufgrund der schlimmen Nachricht, die er erhalten hat: Soll er sie behalten trotz der Schande, oder (soll er sie) in der Erde verscharren? Wahrlich, übel ist, wie sie urteilen!

24:5

Und (was) jene (betrifft), die ihren Gattinnen (Ehebruch) vorwerfen und keine Zeugen (dafür) außer sich selber haben – von solchen Leuten soll die Aussage des Mannes allein (genügen), wenn er viermal bei Allah schwört, dass er die Wahrheit rede.

24:30

Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden senken und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen – bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und dass sie ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen und ihren Schmuck vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhne ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken.

33:52

Und wenn ihr sie (seine Frauen) um irgendetwas zu bitten habt, so bittet sie hinter einem Vorhang.

33:58

O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder reichlich über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (dann) erkannt und nicht belästigt werden.

60:9

Gläubige Frauen… Wenn ihr sie dann gläubig findet, so schickt sie nicht zu den Ungläubigen zurück. Diese (Frauen) sind ihnen nicht erlaubt, noch sind sie (als Ehemänner) diesen (Frauen) erlaubt. Jedoch zahlt (ihren ungläubigen Ehemännern) das zurück, was sie (für sie) ausgegeben haben. Und es ist keine Sünde für euch, sie zu heiraten, wenn ihr ihnen ihre Brautgabe gegeben habt. Und haltet nicht am Ehebund mit den ungläubigen Frauen fest, sondern verlangt das zurück, was ihr (für sie) ausgegeben habt, und lasst (die Ungläubigen) das zurückverlangen, was sie (für sie) ausgegeben haben!

60:10

Und wenn irgendeine von euren Frauen von euch zu den Ungläubigen fortgeht, dann gebt, wenn ihr (bei den Ungläubigen) Beute macht, jenen (Gläubigen), deren Frauen fortgegangen sind, das Gleiche von dem, was sie (für ihren Frauen) ausgegeben haben.

65:3

Wenn ihr Zweifel hegt (über) jene eurer Frauen, die keine Menstruation mehr erhoffen, (dann wisst, dass) ihre Frist drei Monate beträgt, und (das Gleiche gilt für) diejenigen, die noch keine Menstruation gehabt haben. Und für die Schwangeren soll die Frist solange dauern, bis sie zur Welt bringen, was sie getragen haben.

66:4

(2) Der Prophet […] (4)Vielleicht wird sein Herr ihm, wenn er sich von euch scheidet, an eurer Stelle bessere Frauen als euch geben, muslimische, gläubige, gehorsame, reuige, fromme, fastende (Frauen), Ṯaiyibāt und Jungfrauen.

 

Versprechen von Jungfrauen im Himmel:

37:47

Und bei ihnen werden (Keusche) sein, die züchtig aus großen Augen blicken (48), als ob sie verborgene Perlen wären.

38:50

Dort werden sie zurückgelehnt ruhen; dort werden sie Früchte in Mengen und reichlich Trank haben. (51) Und bei ihnen werden (Keusche) sein, die züchtig blicken, Gefährtinnen gleichen Alters.

55:55

Darin sind (keusche Mädchen) mit züchtigem Blick, die weder Menschen noch Ğinn vor ihnen berührt haben.

 

Antisemitische Referenzen:

4:45

Es gibt welche unter den Juden, die Worte aus ihren Stellung verdrehen und sagen: „Wir hören und wir gehorchen nicht“, und „Höre, ohne gehört zu werden!“, und „Sei uns nachsichtig!“, indem sie mit ihren Zungen lügen und den Glauben lästern.

4:159

Und der Sünde der Juden wegen haben Wir ihnen gute Dinge verboten, die ihnen erlaubt waren, wie auch, weil sie viele Hindernisse in Allahs Weg legten (160) und weil sie Zins nahmen, obgleich es ihnen untersagt war, und weil sie das Gut der Leute widerrechtlich aufzehrten.

16:117

Und denen, die Juden sind, haben Wir all das verboten, was Wir dir bereits zuvor mitgeteilt haben. Und nicht Wir taten ihnen Unrecht, sondern sie taten sich selber Unrecht.

 

Stigmatisierung von Homosexualität als Verbrechen:

7:79

Und (Wir entsandten) Lot, da er zu seinem Volk sagte: „Wollt ihr eine Schandtat begehen, wie sie keiner in der Welt vor euch je begangen hat? (80) Ihr gebt euch in (eurer) Sinneslust wahrhaftig mit Männern statt mit Frauen ab. Nein, ihr seid ein ausschweifendes Volk.“ […] (83) Und wir ließen einen gewaltigen Regen auf sie niedergehen. Nun siehe, wie das Ende der Verbrecher war!

26:164

Vergeht ihr euch unter allen Geschöpfen an Männern (165) und lasst eure Frauen (beiseite), die euer Herr für euch erschaffen hat? Nein, ihr seid ein Volk, das die Schranken überschreitet.“ (166) Sie sagten: „Wenn du (davon) nicht ablässt, o Lot, so wirst du gewiss einer der Verbannten sein.“ (167) Er sagte: “Ich verabscheue euer Treiben.“

29:27

Und da sagte Lot zu seinem Volk: „Ihr begeht eine Schändlichkeit, die keiner von allen Menschen je vor euch begangenen hat. (28) Vergeht ihr euch tatsächlich an Männern und macht die Wege unsicher? Und bei euren Versammlungen begeht ihr Abscheuliches!“

 

Legitimierung von Sklaverei

24:31

Und verheiratet diejenigen von euch, die ledig sind, und die guten unter euren Sklaven, männliche wie weibliche.

24:32

Und zwingt eure Sklavinnen nicht zur Prostitution.

58:2

Und jene nun, die ihre Frauen Mütter nennen und dann zurücknehmen möchten, was sie gesagt haben – (die Buße dafür) ist die Befreiung eines Sklaven, bevor sie einander berühren.

 

Weitere Beispiele dafür, was im Islam verachtet werden sollte:

23:1-6

Wahrlich, erfolgreich sind die Gläubigen, die […] ihre Schamteile bewahren; außer gegenüber ihren Gattinnen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen; denn dann sind sie nicht zu tadeln. Diejenigen aber, die darüber hinaus etwas begehren, sind Übertreter.

24:32

Und diejenigen, die keine (Gelegenheit) zur Ehe finden, sollen sich keusch halten, bis Allah sie aus Seiner Fülle reich macht.

60:12

O ihr, die ihr glaubt, schließt keine Freundschaft mit einem Volk, dem Allāh zürnt; denn sie haben die Hoffnung auf das Jenseits gerade so aufgegeben, wie die Ungläubigen die Hoffnung auf die Wiederbelebung derer aufgegeben haben, die in den Gräbern liegen.

77:19

Schufen Wir euch nicht aus einer verächtlichen Flüssigkeit, (20) die Wir dann an eine geschützte Bleibe brachten (21) für eine bestimmte Fügung?

 

Der Prophet Mohammed hat Sonderrechte

33:49

O Prophet, Wir erlaubten dir deine Gattinnen, denen du ihre Brautgabe gegeben hast, und jene, die du von Rechts wegen aus (der Zahl) derer besitzt, die Allah dir als Kriegsbeute gegeben hat, und die Töchter deines Vaterbruders und die Töchter deiner Vaterschwestern und die Töchter deines Mutterbruders und die Töchter deiner Mutterschwestern, die mit dir ausgewandert sind, und jedwede gläubige Frau, die sich dem Propheten schenkt, vorausgesetzt, dass der Prophet sie zu heiraten wünscht; (dies gilt) nur für dich und nicht für die Gläubigen.

33:50

Du darfst die von ihnen entlassen, die du (zu entlassen) wünscht, und du darfst die behalten, die du (zu behalten) wünschst; und wenn du eine, die du entlassen hast, wieder aufnehmen willst, dann trifft dich kein Vorwurf.

33:52

Und es geziemt euch nicht, den Gesandten Allahs zu belästigen, noch (geziemt es euch) seine Frauen jemals nach ihm zu heiraten. Wahrlich, das würde vor Allah eine Ungeheuerlichkeit sein.

37:39

Ausgenommen (davon sind) die erwählten Diener Allahs. (40) Diese sollen eine zuvor bekannte Versorgung erhalten.

 

Die ultimative Motivation für das eigene Handeln: Angst!

76:7

Und sie geben Speise – und mag sie ihnen (auch) noch so lieb sein – dem Armen, der Waise und dem Gefangenen, (8) (indem sie sagen:) „Wir speisen euch nur um Allāhs willen. Wir begehren von euch weder Lohn noch Dank dafür. (9) Wahrlich, wir fürchten von unserem Herrn einen finsteren, unheilvollen Tag.“

 

Wer schrieb den Koran?

Was soll man nun also vom Koran halten? Beim Lesen des Buches wurde mir eines klar: Natürlich glaube ich nicht, dass Allah die Verse diktiert hat, da ich an nichts Übernatürliches glaube. Wenig überzeugend ist es auch, wenn im Koran immer wieder sinngemäß steht: „Was im Koran steht ist wahr, weil wir es sagen und weil es hier steht!“ Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass Mohammed tatsächlich gelebt und den Koran geschrieben hat. Warum? Historisch betrachtet scheint er in kämpferischen Konflikten als Anführer, also als Feldherr beteiligt gewesen zu sein. Was brauchte er also? Soldaten, die gehorchten, ohne Fragen zu stellen und für seinen Willen in den Krieg zogen. Schon immer spielte Angst dabei eine große Rolle – wie in allen anderen Religionen auch. „Wenn ihr nicht macht, was hier geschrieben steht, dann werdet ihr ewige Qualen erleiden!“ Es gibt in der Menschheitsgeschichte Tausende von Sekten und Kulten. Von den meisten werden wir nie etwas erfahren, ein paar setzten sich durch und bestimmen heute noch die Welt. Der Islam war eine dieser Ideen – und Mohammed ein Kriegsherr, der dessen Verbreitung vorantrieb und es schaffte, sich seine Mitmenschen gehörig zu machen.

Wie bei anderen religiösen Schriften auch finden sich im Koran nur allzu deutliche Hinweise darauf, warum ein Mensch, noch dazu ein Mann ihn geschrieben haben muss. Warum kann ein allmächtiger Allah Wunder vollbringen, aber nicht seine eigenen Konflikte lösen? Warum ruft er immer wieder zum Krieg auf? Warum ist seine Schöpfung so fehlerbehaftet? Warum stellt das Paradies – blühende Gärten mit saftigen Früchten, fließenden Bächen und Jungfrauen – das Ideal dar, was man/Mann sich auf Erden wünscht? Warum sollte Allah sich dafür interessieren, dass Männer mehr wert sind als Frauen? Warum sollte der Prophet Sonderrechte haben im Gegensatz zu anderen Gläubigen? Warum werden Juden und Homosexuelle – auch eine Schöpfung Allahs – verachtet? Warum ist die Motivation für gutes Handeln Angst anstatt von Humanität und Verstand?

Der Koran ist Mohammeds Manifest zum Erreichen seiner eigenen Ziele. Umso erbärmlicher scheint es daher, dass er noch heute das Handeln von so vielen Menschen beeinflusst. Auf tragische Weise passend scheint daher das Sprichwort: „Die Feder ist mächtiger als das Schwert“

Doch abschließend sei noch einmal betont, dass wir keinen Hass oder keine Ablehnung gegen Muslime brauchen, was kontraproduktiv wäre. Stattdessen brauchen wir Bildung, Bildung, Bildung – und weniger Toleranz, wenn es um gefährliche Ideologien geht.

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Twelve reasons why God is not a nice guy (or girl)


  1. Let’s start with the most obvious flaw of the whole creation myth. Allegedly, God has always existed and there was nothing before or without God. He is the creator of time and space, of everything material as well as immaterial. He is omnipresent and omnipotent and can foresee the future. Now, if you ask a religious person, most of them will say that everything nice and fascinating was made by God whereas everything wicked and ugly was caused by man since we chose to disobey God. How convenient! The problem of an all-powerful being, however, is that it saw everything coming since it can foresee the future. So even before the creation of human beings God knew about the Holocaust and Rwanda, about Stalin, Mao, Pol Pot, about the plague, cancer, HIV, about rape, murder, and theft, about starving children, etc. The question therefore is: Did he not see that coming and therefore is not so powerful after all – or did he see it coming and still created the world and its beings full of flaws and evil intent? Why would he do that? As some kind of wicked entertainment for himself?
  2. Based on point one, why did God create hell? Why did he create Lucifer? Why did he create so much evil potential in the world? Why did he create beings that hurt, rape, and kill each other?
  3. Apparently, God has to admit once in a while that his own creation is flawed. What is his reaction to that? He wipes out all human beings except one family through a great flood. Well done my lord! That’s what I call a temper!
  4. One of the most wicked disadvantages that comes with Christianity is that it destroys the foundation of morality. Imagine you have killed someone and you have to go to court. You are sure you are going to be sentenced when all of a sudden you are offered an alternative. You are told that someone else has already suffered for your sins and will take the sentence on. This person is not in the court room, neither is he or she still alive. All you have to do is accept this person as your savior and follow his or her holy commands. In other words, you are not responsible for your own horrible actions anymore since someone else is going to take the blame. Thus, you destroy the very essence of morality: being responsible for your own actions. We say that someone can perform those horrific acts and still make it to heaven. How is that fair? How will the little girl that was raped and murdered feel when she meets her rapist in heaven? After all, all he had to do was feed the vanity of a creator who makes arbitrary judgments.
  5. Based on that, God is not nice because he might have accepted people such as Adolf Hitler into heaven. Hitler was raised a Roman Catholic and never renounced his religion. What if, before his death, he fell on his knees and repented? After all, with millions dead his prospects for the afterlife were bleak. Being sincerely scared of hell, I can imagine that he honestly felt sorry and asked for forgiveness and understanding. Could God have denied him based on his own standards?
  6. God is not nice, he is vain. He treats you right if you obey his arbitrary rules. If you don’t you are threatened with eternal punishment. The first three commandments have nothing to do with morality, they only underline Gods vanity. In a nutshell, it doesn’t matter if you live a good life. As long as you accept him as the Supreme Being and worship him to raise his self-esteem you’ll end up in heaven after all. The most obvious story to make this point was his quarrel with the Pharaoh in Egypt before Moses lead the people to Israel. The Pharaoh wanted to let them go but God changed his mind in order to prove who was more powerful. The ten plagues didn’t devastate the Egyptians because of Pharaohs decisions, but because of Gods wrath. In the end, he himself killed all of the firstborns in Egypt – helpless victims that had nothing to do with the quarrel. Oh merciful God…
  7. God is not nice because he neither grants us free will nor free choice. If God can foresee the future and if things in life are predetermined, then there is no such thing as a free will. Things are meant to happen anyway so it is not up to us and our decisions. Also, the whole concept of a free will is a paradox in terms of religion since it was forced upon us by God and since we cannot choose not to have a free will. In addition, we don’t have a free choice. “You can choose to follow God”, is commonly said by apologists in order to make the point that we are all free in our judgment. But how free is such a decision when not being obedient is connected to eternal suffering? It is as absurd as saying to someone from North Korea that they are free to leave the country. Yes, they can make the decision and try to leave, but they will probably die as a consequence. That is not what we would call a free choice, or is it? If God is all-powerful, everything happens in accordance with his will. If things happen for a reason, there can’t be a free will. Or is God not so powerful after all?
  8. God makes people selfish. There are several problems with prayers. One is that I wonder what they are good for. If you believe that God has a plan for you and that things happen for a reason, why would you even bother trying to change that? The other issue I have with prayers is their selfish nature. Sure, many people pray for the well-being of others, but how often do they pray for a raise, or for finding a partner, or for becoming pregnant, etc.? Also, even if you pray for others you do so in order to be a good Christian. After all, big brother is watching and you want to leave a good impression. Bearing that in mind, nothing positive a religious person does can be selfless since they are always doing it for that one ultimate selfish purpose.
  9. There are indigenous people in this world who have never heard about our Gods. The question is: Will they go to heaven or to hell when they die? If God is not nice – and I think he is not – they will all go to hell since they didn’t worship him. As unfair as this decision is, the alternative is unthinkable. If they do go to heaven since they didn’t know any better, it would be reasonable to not tell our children about religion. After all, if they didn’t know any better they couldn’t go to hell. Wouldn’t that be something selfless to do for a change?
  10. The foundation of the whole God business is obedience. He wants to control every single one of our moves, actions, and even thoughts. He is the dick who is telling you what you can and cannot do while not even meeting his own standards. You shall not kill? He has done it many times! You shall love your neighbor? He hates everything that could be competition. You shall not judge others? He is going to judge every single one of us. On earth, we would call that a hypocrite.
  11. God allegedly has the power to prevent evil things from happening – but he chooses not to. If I had those powers, I would save that little girl from being raped and murdered – where God just stands by and watches. Watching innocent creatures being tortured and killed is as sick as it can get. But there is more! The girl has to go through this since our lives are just a challenge to test if we are right for heaven. God knows how we are going to do on that test since he is all powerful and yet he would rather watch an innocent person suffer instead of taking them beforehand, knowing how they would prove themselves. That is one of the most immoral things I can think of. “I will reward you afterwards, but boy do I want to witness that rape!”, says God while his followers worship him as the foundation of objective morality.
  12. God punished the first two people he created for seeking enlightenment and curiosity. Those are qualities that we usually consider as being good. God is not nice because he doesn’t want us to be critical, independent, and curious thinkers. He just wants us to be his mind slaves.

Source: http://memeblender.com/wp-content/uploads/2012/04/advice-god-meme.jpg

Darf ein Deutscher Israel kritisieren?


Es ist leicht, das Wort gegen andere zu erheben, aber schwer, dabei objektiv zu bleiben. Wir sind weit von einer gleichberechtigten und fairen Wertung entfernt – und verschließen nach wie vor unsere Augen davor.

Es ist ein psychologisches oder gar rein biologisches Phänomen, dass sich viele Menschen dazu verleiten lassen, alle Grundlagen der Gleichbehandlung über Bord zu werfen, sobald eine Person einer anderen Gruppe zugeordnet wird als man selbst. Schmerzlich wurde uns dieser gruppendynamische Prozess während des Holocaust vor Augen geführt, als sich viele Deutsche deshalb zu solch verabscheuungswürdigen Verbrechen an den Juden hinreißen ließen, weil diese zu „Untermenschen“ degradiert wurden, die nicht die gleichen Rechte genossen wie die „arische Rasse“. Heute wissen wir vor allem dank der Arbeiten von Luigi Cavalli-Sforza – insofern man für die objektiven Daten der Wissenschaft zugänglich ist –, dass die genetischen Unterschiede zwischen den Volksgruppen so gering sind, dass man nicht von verschiedenen Rassen sprechen kann. Leider ist es noch immer nicht bei allen angekommen, dass wir biologisch gesehen ebenbürtig sind.

Alle Menschen sind gleich – nur manche eben etwas mehr als andere

Es scheint in der Natur vieler Volksgruppen zu liegen, dass sie allem, was neu und anders ist, zunächst skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen. Egal, wie lang man in bestimmten Dörfern der Bundesrepublik seit seinem Umzug gelebt hat – man wird nie so richtig dazu gehören, sondern immer ein Zugezogener bleiben. Benimmt man sich einmal daneben, wird man schärfer abgeurteilt als ein Einheimischer. Was im Kleinen zutrifft, lässt sich auch auf das Große übertragen: Randaliert ein junger Deutscher im Vollrausch, redet man von einem Ausrutscher. Tut ein Ausländer Vergleichbares, werden Rufe nach Abschiebung laut. Selbst wenn Asylbewerber unter Bedingungen hausen, die die meisten Deutschen als menschenunwürdig bewerten würden oder wenn verarmte Sinti und Roma uns auf der Straße bestehlen, regen wir uns darüber auf, dass uns so Kosten entstehen. Verschieben jedoch schwerreiche Deutsche Hunderte von Millionen Euro am Fiskus vorbei ins Ausland und schaden so der gesamten Bevölkerung, hält sich der Protest vergleichsweise in Grenzen. Dass wir mit unserer Wirtschaftspolitik darüber hinaus daran beteiligt sind, dass die Flüchtlinge in ihren Ländern im Vergleich zu uns kein gerechtes Leben führen können, bleibt besser gleich ganz unerwähnt. Doch noch schwerwiegender als diese ungleiche Behandlung auf Grund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe sind die unbegründeten Vorurteile, die sich virusartig in einer Bevölkerung vermehren und halten – und deren Verallgemeinerungen. Nicht alle Türken in Deutschland verschließen sich der Integration, nicht alle Moslems lehnen unseren Lebensstil ab, nicht alle Zuwanderer aus Osteuropa sind kriminell. Wir stigmatisieren ganze Volksgruppen und wundern uns anschließend, warum das Zusammenleben nicht funktioniert. Wir leben im 21. Jahrhundert – aber manche Denkweisen und Ansichten haben sich seit dem Mittelalter anscheinend nicht weiterentwickelt.

Michel Friedmann, der böse Jude

Als der jüdische TV-Moderator und CDU-Politiker Michel Friedman im Jahre 2003 durch eine Affäre um Drogen und Zwangsprostitution für negative Schlagzeilen sorgte, war halb Deutschland aufgebracht. Ein Jude als Bösewicht? Noch dazu einer, der in seinen Sendungen nur zu gern andere an den moralischen Pranger stellte und damals der stellvertretende Vorsitzende des jüdischen Zentralrates war? Einige Deutsche schienen nur darauf gewartet zu haben und schossen sich dankbar auf Friedman als Inbegriff des bösen Juden ein, während auf der anderen Seite schon während der Ermittlungen von antisemitischer Hetzpropaganda geredet wurde. Sicher, Friedmann sorgte mit seinem oft als arrogant und selbstherrlich empfunden Auftreten ohnehin für Unmut – und trotzdem war die Bewertung dieses Falles auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Judentum eine besondere. Ich erinnere mich daran, nach der Verurteilung Friedmans viele Stellungnahmen gehört zu haben, aber nur ein Kommentar war so unvoreingenommen und trug so viel Wahrheit und Weitsicht in sich, dass ich ihn mir gemerkt habe, auch wenn ich den Namen des Urhebers der Worte – selbst ein Jude – leider vergaß. Sinngemäß sagte er, dass in diesem Fall die übertriebene Betonung des jüdischen Hintergrunds unangemessen wäre. Auch Juden sind kriminell, sie stehlen, töten, vergewaltigen und lügen – so wie man es bei allen anderen Religions- und Volksgruppen eben auch finden könne. Erst wenn uns das klar werden würde und wir endlich die mehr oder minder auf willkürlich definierten Gruppen basierenden Fesseln der Stigmatisierung ablegen würden, könnten wir unabhängig von unserer Identität gleichberechtigt in Frieden miteinander leben. Nicht das Strafverfahren gegen Friedman sollte uns zu denken geben – er wurde rechtskräftig verurteilt. Zu denken geben sollte uns die Tatsache, dass wir ähnliche Vergehen bei „guten, deutschen Christen“ womöglich anders bewerten würden.

Darf ein Deutscher Israel kritisieren?

Natürlich kann man auch als Deutscher Israel für seine Siedlungspolitik und die menschrechtswidrige Behandlung der Palästinenser kritisieren. Worauf man dabei aber achten sollte, ja achten muss, ist die Formulierung. Nicht die Juden im Allgemeinen sind für bestimmte Spannungen oder Verbrechen verantwortlich, sondern die israelische Regierung. Ein feiner, aber enorm wichtiger Unterschied. Andersherum verweist man hierzulande doch auch nur zu gern darauf, dass während des Zweiten Weltkriegs nicht alle Deutschen Nationalsozialisten waren. Es ist manchmal schwer, aufrichtig und objektiv zu bleiben. Es wird uns aber nichts anderes übrig bleiben, als genau das anzustreben, wenn wir es mit einer fairen und gleichberechtigten Beurteilung von Menschen tatsächlich ernst meinen. Wenn wir daran scheitern, dann werden die Nürnberger Rassengesetze vielleicht nicht die letzten gewesen sein, die Menschen rein auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe diskriminierten. Wer noch immer der Meinung ist, dass die Juden zumindest zum Teil für die Ungleichberechtigung ihnen gegenüber selbst verantwortlich sind, der argumentiert wohl auch, dass eine vergewaltigte Frau eine Mitschuld trägt, weil sie sich zu aufreizend angezogen hatte. Der Antisemitismus in Deutschland und weltweit ist nach wie vor nicht tot, sondern schwelt im Volkskörper weiter. Wir sollten uns dessen bewusst sein und seine tief liegenden Wurzeln mit dem Salz der Aufklärung und der Bildung ausdörren. Wir Deutschen behaupten gern, dass wir den Zweiten Weltkrieg abschließend aufgearbeitet und unsere Lehren daraus gezogen haben. Lasst es uns beweisen!

Die Geschichte des Judenhasses


Noch immer steht Deutschland für die Verbrechen des Holocaust am internationalen Pranger. Oft wird dabei übersehen, dass die Tragödie der Juden kein spontanes Massaker war, sondern der traurige Höhepunkt einer Jahrhunderte alten Feindschaft ihnen gegenüber.

Viel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg über die Schuld der deutschen Bevölkerung debattiert. Welche Rolle der Einzelne einnahm, geriet dabei meist in den Hintergrund angesichts einer ganzen Maschinerie der Zerstörung und des Todes. Die Aussagen der Bürger, sie hätten von den systematischen Morden an Juden und anderen unerwünschten Menschengruppen nichts gewusst, wurden oft akzeptiert. Mittlerweile regt sich bei der Erwähnung des Wortes „Schuld“ ein gewisses Unbehagen bei den Deutschen, hat die heutige Generation doch nichts mehr mit den Verbrechen der Nationalsozialisten zu tun. Doch die Problematik des Judenhasses wird erst dann deutlich, wenn man sich mit seiner Geschichte befasst. „Auschwitz war nur möglich, da der Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft tief verwurzelt war“, schreibt Detlev Claussen sinngemäß in seinem Buch Vom Judenhass zum Antisemitismus und spielt damit darauf an, dass der Holocaust kein einmaliger „Ausrutscher“, sondern der tragische Höhepunkt einer langen Entwicklung war.

Die Ursprünge des Judenhasses

Prinzipiell kann zwischen mindestens drei verschiedenen Arten des Judenhasses unterschieden werden, nämlich dem religiös, dem sozial und dem rassenideologisch begründeten, wobei letzterer hauptsächlich eine Erscheinung der Neuzeit ist. Bereits mehrere Jahrhunderte vor dem Beginn unserer Zeitrechnung kam es in Ägypten und in weiteren Bereichen das Nahen Ostens zu Spannungen zwischen Juden und anderen Volksgruppen. Der griechische Geschichtsschreiber Hekataios von Milet behauptete, dass die im Pharaonenreich lebenden Juden des Landes verwiesen und durch Moses nach Judäa geführt wurden. Durch ihren monotheistischen Ein-Gott-Glauben war diese Volksgruppe den Ägyptern mit ihren vielen Göttern in Menschengestalt suspekt. Außerdem wurde ihre Behauptung, an den einzig wahren Gott zu glauben, als arrogant und respektlos aufgefasst. Sie grenzten sich selbst durch ihre Traditionen wie der Beschneidung männlicher Nachkommen, dem Verzicht auf Schweinefleisch und dem Sabbat ab und bekamen den Ruf, dass sie alles, das anders war, hassten. Apion von Alexandria behauptete, dass die Juden Griechen entführten und mästeten, um sie später als Menschenopfer zu schlachten und ihr Blut zu verzehren – eine Behauptung, die vor allem im Mittelalter wiederholt wurde und schon allein deswegen abwegig ist, weil es den Juden laut Thora verboten ist, Blut zu trinken, weshalb sie ihre Tiere durch das Schächten vor dem Zubereiten ausbluten lassen.

Quelle: http://schularena.com

Einen ersten Höhepunkt der Spannungen stellte die Zerstörung des jüdischen Tempels im nubischen Elephantine durch Ägypter 410 v.Chr. dar, zu welcher Chnum-Priester aufgerufen hatten, wobei die persischen Fremdherrscher nicht eingriffen. Auch die Römer intervenierten nicht, als es 38 n.Chr. zu mörderischen Aufständen in Alexandria kam, bei denen Juden von aufgebrachten Ägyptern umgebracht wurden. Kaiser Caligula wollte die Unruhen nutzen, um seine eigene Position zu stärken. Ihm waren die Juden, die sich nicht seinem Kaiserkult beugen wollten und stattdessen ihren Traditionen treu blieben, ein Dorn im Auge. Zuvor war es jedoch oft so gewesen, dass die Juden unter den Fremdherrschern in Nahen Osten keiner Unterdrückung ausgesetzt waren, was ihnen wiederum die Missgunst der ansässigen Ägypter und Griechen einbrachte, die gerade in Alexandria mit ihnen um Einfluss und Status konkurrierten. Die Eigenheiten der Juden wurden nach wie vor nicht akzeptiert, weshalb der römische Geschichtsschreiber Tacitus in den westlichen Kulturen nach 70 n.Chr. den Gedanken der jüdischen Misanthropie etablierte. Insgesamt stellte die Situation in Ägypten eine einzigartige Mischung aus religiösen, politischen und ethnischen Aspekten dar, die im hellenistischen Kontext globale Bedeutung gewann.

Der religiöse Judenhass

Die Situation der Juden verbesserte sich nach der Kreuzung Jesus Christus nicht – ganz im Gegenteil. Da sie von der neuen christlichen Religion als Mörder bezeichnet wurden, die obendrein Jesus nicht einmal als ihren Messias anerkannten, etablierte sich eine neue Form des religiösen christlichen Judenhasses, welcher später im Kampf um Einfluss an Bedeutung gewann, da das Judentum und das Christentum fortan in Konkurrenz miteinander standen. Der Einfluss der Juden schwand, die Römer störten sich nach wie vor an ihren Traditionen, die eine Akzeptanz anderer Götter verbot. Das jüdische Zentrum Palästina wurde schließlich in das römische Verwaltungssystem eingegliedert und unterdrückt, worauf es zu mehreren Aufständen und ab 66 n.Chr. zum jüdischen Krieg kam. 70 n.Chr. wurde Jerusalem durch Kaiser Titus zerstört, woran noch heute der Titusbogen in Rom erinnert. Als Kaiser Hadrian auf den Trümmern des jüdischen Tempels 130 n.Chr. einen Jupitertempel errichten wollte, begehrten die Juden während des Bar-Kochba-Aufstands letztmalig auf. Fünf Jahre später war ihre Niederlage besiegelt, die Juden wurden aus Palästina vertrieben oder als Sklaven verkauft – die Diaspora (griech.: Zerstreutheit) hatte begonnen.

Die Folgen der Diaspora

In den folgenden Jahrhunderten verloren die Juden an Einfluss und waren im Mittelalter zu schwach, um den ungerechtfertigten Vorurteilen und Stigmatisierungen ihnen gegenüber entgegenzuwirken. Gegen 1150 n.Chr. hatte sich die Art des Judenhasses schließlich gewandelt. Waren vorher noch befremdliche Eigenschaften und Verhaltensweisen der Ursprung der Feindseligkeiten ihnen gegenüber gewesen, standen nun fiktive Fantasien und Mythen im Vordergrund. Spätestens jetzt nahm der Jude die Rolle des Sündenbocks für alles Schlechte ein. Diesbezüglich schreibt Wolfgang Benz in seinem Buch Der Hass gegen die Juden, dass der Kern der Feindschaft darin liegt, dass diese Minderheit über Feindbilder definiert wird, um sie negativ instrumentalisieren und stigmatisieren zu können. So sollen die Juden angeblich mit Feinden oder dem Teufel verbündet gewesen sein. Erste Pogrome gab es daraufhin in Deutschland und Frankreich im 11. Jahrhundert. Auch der Vorwurf des Hostienfrevels, der erstmals 1290 in Paris dokumentiert wurde und den Juden eine Schändung des Leibes Jesu durch das Beschädigen von Hostien vorwarf, führte zu Pogromen. Während des IV. Laterankonzils wurde 1215 beschlossen, dass alle Juden durch einen gelben Fleck auf ihrer Kleidung gekennzeichnet sein müssten – eine Vorschrift, die die Nationalsozialisten Jahrhunderte später wieder aufgriffen. Ab 1492 kam es zudem durch die judenfeindliche Einstellung der Herrscher auf der iberischen Halbinsel zu erzwungenen Konvertierungen in Form von Massenzwangstaufen, woraus die Marranen hervorgingen. Selbst der Reformator Martin Luther ließ sich im 16. Jahrhundert zu mehreren Schmähschriften gegen Juden hinreißen.

Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/SEX_PUERI_RATISPONAE.jpg

Der Jude als ewiger Sündenbock

Auch für den Reichtum, den einige Juden im Mittelalter durch Handel und Bankgeschäfte erwarben, muss man in erster Linie die Christen verantwortlich machen, obwohl diese an deren Wohlstand Anstoß nahmen. Während des III. Laterankonzils 1179 wurden ihnen Zinsgeschäfte verboten, was den Juden unfreiwillig eine Monopolstellung verschaffte. Überhaupt waren sie auf diese Geschäftszweige angewiesen, wurde ihnen doch während des IV. Laterankonzils der Zugang zu Zünften und damit zum Handwerk verwehrt, wodurch sie weiter ausgegrenzt wurden. Früh wurden die Juden jedoch als Wucherer und Betrüger verschrien, die zum Ziel von Übergriffen von Schuldnern oder anderen Neidern wurden. So begann die Hochphase des sozial begründeten Judenhasses. Weitere Mythen wurden verbreitet wie etwa die, dass Juden während der Pestepidemien die Brunnen der Christen vergiftet hatten. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass weniger Juden der Seuche erlagen, weil sie reinlicher waren und weniger Kontakt zu Ratten, Flöhen und anderen Überträgern hatten. Auch angebliche Fälle von Kindern, die armen Eltern abgekauft und anschließend gefoltert wurden, um ihr Blut zu trinken, waren immer wieder im Gespräch und fanden ihren Weg in das deutsche Kulturgut. So kann man in dem Sammelband Deutsche Sagen der Brüder Grimm die Geschichten Der Judenstein und Das von den Juden getötete Mägdlein finden, die angebliche Fälle des Kindsmordes aus den Jahren 1462 bzw. 1267 beschreiben. Auch noch deutlich später war der Jude als Feindbild ein häufiges Motiv in der deutschen Literatur, wie etwa Abner, der Jude, der nichts gesehen hat aus Wilhelm Hauffs Märchen, in dem der Hauptcharakter ein listiger und verschlagener Lügner ist, der es immer auf seinen eigenen Vorteil abgesehen hat.

Quelle: http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2011-09/s22-juden-antisemitismus/s22-juden-antisemitismus-540×304.jpg

Judenhass in der Neuzeit

Das Vorurteil der reichen Juden blieb jedoch auch dann noch bestehen, als viele von ihnen durch die Aufhebung des Verbots für Zinsgeschäfte für Christen verarmten. Auch heute noch hält sich hartnäckig die Behauptung, dass das Weltfinanzsystem von Juden kontrolliert würde. Selbst im 19. Jahrhundert kam es immer noch zu Pogromen gegen Juden, wie zu den in Würzburg beginnenden Hep-Hep-Unruhen in Deutschland 1819, als der europäische Markt nach dem Ende der Kontinentalsperre von billigen englischen Textilien überflutet wurde. Wieder waren es Neid und Missgunst, die die Übergriffe hervorriefen, da die jüdischen Händler mit den veränderten Gegebenheiten besser zurechtkamen als die deutschen Kaufleute. Dabei verstand es die gebildete Schicht, den Hass des Pöbels auf die Juden zu lenken. In der langen Reihe der Vorurteile gegen Juden gesellten sich schließlich auch noch Weltverschwörungstheorien. Als ihnen im Laufe der Russischen Revolution die Gleichberechtigung zugesichert wurde, kam es zu einer Welle von Pogromen, da die Konterrevolution von einem jüdischen Komplott sprach. Der zaristische Geheimdienst Ochrana stellte Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich die „Protokolle der Weisen von Zion“ als Agitationsmaterial her und brachte sie in Umlauf. Angeblich soll es sich dabei um die Weltherrschaftspläne der Juden handeln. Vor allem unter den Moslems stellen diese Fälschungen noch heute eine wichtige Grundlage ihrer Feindschaft dar.

Antisemitismus und Rassenwahn

Letztendlich fand sich auch auf der politischen Bühne ein Grund, gegen die Juden zu hetzen. Im Laufe ihrer Emanzipationsbemühungen engagierten sie sich vor allem in nicht-konservativen Parteien, also u.a. bei Kommunisten und Sozialisten. So sprachen beispielsweise die Faschisten später vom jüdischen Bolschewismus, den es zu bekämpfen galt. Es wurde das Vorurteil des radikalen, Umsturz suchenden Juden etabliert, der alles Bestehende gefährde. Das Dilemma der Juden – und die Unsinnigkeit der Vorwürfe gegen sie – nahm weiter zu. Gab es Krieg, galten sie als Kriegstreiber, da sie als Industrielle damit Geschäfte machen konnten. Wurde der Krieg beendet, machte man es ihnen zum Vorwurf – wie bei der Dolchstoßlegende nach dem Ersten Weltkrieg, obwohl viele Juden für ihr deutsches Heimatland kämpften und starben. Schon zuvor hatte sich eine neue, letzte Phase des Judenhasses etabliert, die uns heute als Antisemitismus bekannt ist und als letztes Element eine rassenideologische Komponente hinzufügt.

Das Wort „Antisemitismus“ wurde erstmals 1879 während eines Berliner Historikerstreits aktenkundig, ausgesprochen wurde es von Wilhelm Marr. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich im Zuge des Sozialdarwinismus die Ansicht durch, dass das „jüdische Problem“ vom Standpunkt der Rassenreinigung aus betrachtet werden sollte, wobei die Juden minderwertiges Leben im Vergleich mit Ariern darstellen würden. Heinrich von Treitschke formulierte 1879 den viel zitierten Satz: „Die Juden sind unser Unglück!“ Er gehörte einer Strömung von Propagandisten an, die willkürliche, pseudowissenschaftliche Behauptungen über unbegründbare, absolute Differenzen zwischen Menschen in Körper- und Wesensmerkmalen in Umlauf brachten. Es galt, mit den Juden eine Gruppe, die im Laufe ihrer Emanzipation ein Teil der deutschen Gesellschaft geworden war, wieder zu entfernen, wobei man sich nicht auf veränderbare religiöse, sondern auf unabänderliche Rassenmotive stützen wollte. Der spätere Führer des Deutschen Reiches, Adolf Hitler, bezeichnete seine Haltung schließlich als Übergang vom Antisemitismus des Gefühls zum Antisemitismus der Vernunft. Mit anderen Worten: Man würde dem deutschen Volk einen Gefallen tun, wenn man es von den schädlichen Juden „säubere“.

So gelang es den Faschisten, den Kampf gegen die Juden als Notwehr auszulegen, da diese angeblich eine Bedrohung darstellten. Die Nationalsozialisten schufen also nichts grundsätzlich Neues, sondern bauten auf einer Jahrhunderte alten Feindschaft gegenüber Juden auf; ihre Worte und Absichten fielen bei ihrem Volk auf fruchtbaren Boden. Selbst die Argumentation, dass die Juden eine Teilschuld für ihre Leiden selbst trügen, ist auch heute noch nicht ausgestorben. Um die Ursachen des Holocaust zu verstehen, reicht es daher nicht aus, sich nur mit dem 20. Jahrhundert zu beschäftigen, da die Wurzeln, die nach wie vor noch nicht abgestorben sind, viel tiefer liegen.

Religiöse Amnesie – oder: warum kommen Kirchen mit allem davon?


Vor nicht allzu langer Zeit

wandte sich in Amerika eine Mutter mit ihrer Tochter, die an Multipler Sklerose litt, verzweifelt an einen Fernsehprediger. Dieser versprach der Familie tatsächlich während einer öffentlichen Veranstaltung, dass sich Gott des 13-jährigen Mädchens annehme – wenn, ja wenn die Familie $1000 an die Kirche des Predigers spenden würde. Die Familie hatte das Geld nicht, unternahm im Laufe eines Jahres aber alles, um den Betrag – hauptsächlich durch die tatkräftige Unterstützung der Großmutter – aufzubringen. Als die zwölf Monate um waren und sich die $1000 endlich auf dem Konto der Kirche befanden, ging es der Tochter nicht etwa besser, sondern weitaus schlechter. Sie rief den Prediger an, der ihr damals die Heilung versprochen hatte, und schilderte ihm sein Schicksal. Seine Antwort war jedoch nicht etwa mitfühlend, sondern niederschmetternd. Er sagte dem Mädchen, dass es noch nicht geheilt sei, da es in sich geheime Sünden trage und so selbst daran Schuld sei, noch immer an der Krankheit zu leiden. Von dieser Aussage zutiefst erschüttert ging das schwerkranke Kind in den Garten, übergoss sich mit Benzin – und zündete sich an.

Nach dem Tod der Tochter rief die Mutter die amerikanische „Trinity Foundation“, die sich gegen den Betrug und die Lügen der verbrecherischen Wunderheiler einsetzt, an und flehte darum, dass sie etwas unternehmen müssten, um andere vor ähnlichen Schicksalen (hervorgerufen durch Lügen und Betrug) zu verschonen. Passiert ist seitdem wenig. Die Kirchen sind mächtig – und wussten bisher noch jede Kritik an ihren faulen Machenschaften zu unterdrücken.

Der Hirte ruft, die Schafe lassen sich scheren – und bezahlen auch noch dafür

Es spielt keine Rolle, wann und wo genau sich dieser Vorfall ereignete, der in Derren Browns Film „Miracles for sale“ geschildert wird. Fest steht, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt, sondern dass sich jederzeit überall auf der Welt im Namen der Kirche solche Vorfälle ereignen. Erschreckend ist dabei nicht nur, wie kaltblütig und rücksichtslos die selbsternannten Wunderheiler vorgehen, wissen sie doch meistens genau, was sie tun müssen, um den leidenden und verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Erschreckend ist außerdem, wie blind und naiv Herrscharen von Menschen auf diesen Betrug hereinfallen und willenlos alles tun, was man von ihnen verlangt. Um dies zu veranschaulichen, suchte sich Brown für seinen Film quasi auf der Straße einen Menschen aus, der noch nie als Prediger gearbeitet hatte, und vermittelte ihm über die nächsten Monate die Fähigkeiten und das Wissen, wie ein Wunderheiler aufzutreten. Der Erfolg war verblüffend, denn kaum einer der Menschen, mit denen der Pseudo-Heiler in Kontakt trat, hätten seine heiligen Fähigkeiten in Frage gestellt. Das Fazit war, dass jeder im Namen der Kirche ein Betrüger werden kann, der gutgläubige Menschen ausnutzt, wenn er es denn nur versteht, sie zu manipulieren.

 

Der „falsche“ Pastor in Browns Film war nicht etwa Atheist, sondern selbst Anhänger des christlichen Glaubens. Der Gedanke, andere Christen mit einem solchen Schauspiel zu belügen quälte ihn daher zutiefst. Doch er sah ein, dass dies der anschaulichste Weg war, zumindest ein paar Menschen über den zum Himmel schreienden Betrug aufzuklären. Würden die großen christlichen Kirchen ihm dafür danken, dass er sich gegen Lügen und Heucheleien einsetzte? Viele Vertreter, so ist zu befürchten, würden in als Ketzer oder Nestbeschmutzer bezeichnen. Warum ich das erwarten würde? Weil die Kirche schon immer darum bemüht war, oppositionelle Gedanken im Keim zu ersticken. War es nicht damals schon bei Martin Luther so, nur weil der fromme Mönch gegen den Ablasshandel agitierte? Schließlich würden mündige Anhänger schwerer zu führen sein. Genau das ist es nämlich, was bei den Religionen – und bei den Kirchen im Besonderen – falsch läuft und schon immer falsch lief: es braucht keinen Vermittler zwischen Gott und einem Gläubigen. Doch wenn die Menschen das irgendwann massenhaft verstehen würden, dann wäre die Kirche überflüssig. Alle Bemühungen, die dieser Aufklärung und Einsicht daher entgegenwirken, geschehen nicht im Namen Gottes, sondern aus der Motivation heraus, die Macht der Kirchen zu erhalten. Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass ich zwar Atheist bin, mit dem Glauben an höhere Mächte anderer aber kein Problem habe? Außer eben, sie suchen sich nicht die direkte Verbindung zu Gott, sondern gehen den Weg der Jahrtausende alten Gehirnwäsche über die Religionen und Kirchen.

Würde Gott blinden Glauben gutheißen?

Man stelle sich vor, genau das stoße dem tatsächlichen Gott sauer auf. Vielleicht muss ein Gläubiger an der Himmelspforte erklären, warum er so willenlos und unkritisch alles tat und glaubte, was ihm sein Prediger vorgab. Vielleicht ist es ja nur ein Test, da Gott herausfinden möchte, wer sich über den Schleier von Lügen und Heuchelei hinwegsetzt, um ihn und nur ihn zu finden. Warum gab uns der Schöpfer einen freien Willen und Vernunft, wenn er nicht erwartete, dass wir davon auch Gebrauch machen würden?

Möglichkeiten, über die vielen faulen Äpfel, die an den kirchlichen Bäumen wachsen, etwas zu erfahren, gibt es heute mehr denn je. Schließlich muss man mittlerweile nicht mehr die Gräuel der heiligen Inquisition fürchten, wenn das eigene Gedankengut nicht dem der lokalen Gottesvertreter entspricht. Nebenbei bemerkt drängt sich dabei auch die Frage auf, warum die Todesstrafe oder Folter im Namen Gottes jemals als religiös gerechtfertigt galt. Obliegt es nicht Gott und Gott allein, über die Menschen und deren Schicksale zu urteilen? Welcher Sterbliche darf sich anmaßen, an seiner statt über Leben und Tod zu urteilen? Ein solchen Verhalten macht tatsächlich nur dann Sinn, wenn der Schöpfer entweder so grausam ist, dass seine irdischen Vertreter in seinem Namen alles beseitigen sollten, was ihm nicht gefügig ist; oder es macht Sinn, wenn Gott damit gar nichts zu tun hat, sondern wenn es sich stattdessen um die grausamen Instrumente der Kirchen zur Erhaltung ihrer Macht gehandelt hat.

Wie auch immer, die katholische Welt hatte in diesem Jahr die große Chance, mit ihren eigenen Missständen abzurechnen. Nicht nur kam es in den letzten Jahren – mal wieder – vermehrt zu der Veröffentlichung von Missbrauchsvorwürfen gegen kirchliche Vertreter, sondern aus dem Herzen des Katholizismus, dem Vatikan, gelangten erstmals im großen Ausmaß streng geheime Dokumente an das Tageslicht, die so manche dunkle Machenschaft des kleinsten Staates der Erde aufdeckten. Doch was ist seitdem passiert? Ist der Druck auf den Vatikan und den Papst gewachsen – oder überhaupt entstanden?

Die Vati-Leaks-Affäre

Die sogenannte Vati-Leaks-Affäre nahm ihren Ursprung im Januar 2012, als erstmals geheime Dokumente des Papstes Benedikt XVI in italienischen Medien veröffentlicht wurden. Wie sich später herausstellte, war es der persönliche Butler Benedikts, Paolo Gabriele, der die Unterlagen an den investigativen Journalisten Gianluigi Nuzzi aushändigte (beide sprachen in der Folge aber davon, dass es sich um eine ganze Gruppe von Informanten gehandelt habe). Im Mai 2012 wurde Gabriele durch Monsignor Georg Gänswein schließlich als Spion verdächtigt und später festgenommen, als man geheime Dokumente in seiner Wohnung gefunden hatte. Die Veröffentlichung des Buches „Seine Heiligkeit – Die geheimen Briefe Benedikt XVI“ durch Nuzzi konnte dadurch aber nicht mehr verhindert werden. So kamen Dokumente ans Tageslicht, die Fälle von Korruption, Geldwäsche, moralisch fragwürdigen Investitionen, Günstlingswirtschaft u.a. im Vatikan offen legten. In guter alter Tradition ging der Vatikan nicht kritisch mit den eigenen Verfehlungen um, sondern machte Gabriele einen schnellen und von der Öffentlichkeit weitgehend ausgeschlossenen Prozess, an dessen Ende eine 18-monatige Haftstrafe wegen schweren Diebstahls stand – abzusitzen natürlich im Vatikan selbst. Gabriele beteuerte, dass er aus Liebe zur Kirche und zum Papst gehandelt hatte, was wahrscheinlich sogar zutrifft. Doch die Kirchenvertreter, deren dunkle Machenschaften durch ihn ans Tageslicht kamen, bewerteten dies naturgemäß anders, sahen ihre Macht bedroht und brachten ihn zum Schweigen – vor allem dann, wenn er vor Gericht wichtige, interne Informationen preisgeben wollte. Dazu ein kurzer Ausschnitt (auf Englisch) aus einem Artikel, der sich damit beschäftigt, dass der Vatikan im Prozess gegen Gabriele genau das nicht tat, was wünschenswert gewesen wäre – nämlich Klarheit zu schaffen.

“When Paolo Gabriele wanted to talk about interesting things, they didn’t let him,” wrote Aldo Maria Valli, a respected Vatican journalist with Rai, the Italian state TV network. “These facts would have been extremely interesting, because they show that Gabriele did not act as a solitary, slightly mad figure but as a conscious person living in an environment where this unease was shared by Vatican officials of the highest rank.” […] “We have witnessed the extraordinary spectacle of a trial that has tried to hide rather than clarify,” Valli wrote. “One must say with total candor that it was a political trial carried out for reasons of state.”

Quelle: http://www.theatlantic.com/international/archive/2012/10/why-the-vati-leaks-trial-did-nothing-for-vatican-transparency/263580/

 

Das kirchliche Bollwerk

Was also hat sich seitdem getan? Mussten sich Vertreter des Vatikans für ihre Machenschaften vor einem weltlichen Gericht verantworten? Gab es eine weltweite Protestwelle gegen den Kirchenstaat und Dankesbekundungen für Gabriele, der nichts anderes tat als die Menschen darüber aufzuklären, was im Vatikan eigentlich vorgeht? Nichts dergleichen ist geschehen – und heute, gerade einmal wenige Monate nach dem Abklingen des Skandals, spricht schon niemand mehr darüber. Das ist es, was mich am meisten an den Menschen verwundert: es spielt keine Rolle, wie oft kleine Kinder in der Kirche vergewaltigt oder belästigt werden; es spielt keine Rolle, wie oft Wunderheiler als Betrüger entlarvt werden; es spielt keine Rolle, wie oft im Rahmen der Kirche Korruption und Günstlingswirtschaft aufgedeckt werden – die Menschen schütteln sich einmal kurz, kommen aber schließlich wieder zur Kirche zurück und alles geht so weiter wie seit ehedem. Dazu fällt mir nur ein Spruch ein, dessen Ursprung ich nicht mehr angeben kann: die Dummheit der Menschen wird nur noch durch ihre Ignoranz übertroffen. Ignorance is a bliss – Ignoranz ist ein Segen. Der Vatikan versinkt im Geld und in historischen Schätzen, während Millionen fromme Christen leiden und Verhungern. Kein Problem! Dann wird eben die Parole ausgegeben, dass die Armen gesegnet sind und Gott für sie ein besonderes Plätzchen bereithält. Man sorgt dafür, dass gravierende Ungerechtigkeit akzeptiert wird – und der Pöbel sagt Amen.

Was hat es mit diesen Geistlichen auf sich? Siehe hier (auf Englisch).

 

Ganz am Vernünftigen im Menschen muss man zweifeln, wenn pseudo-religiöse Scharlatane in der Öffentlichkeit als Betrüger entlarvt werden, der Aufklärer dafür aber nicht gefeiert, sondern wütend von der Bühne gejagt wird, da er gewisse Illusionen zerstört hat. Dennoch gibt es so bewundernswerte Menschen wie eben Derren Brown, die über genau die gleichen Fähigkeiten wie Solche verfügen, die behaupten, sie hätten es mit höheren Mächten zu tun. Der entscheidende Unterschied dabei ist, dass Brown zugibt, dass es sich bei den meisten Phänomenen eher um Psychologie als um Magie handelt, da man jeden Menschen lesen kann – wenn man eben weiß wie. Eines seiner Anliegen ist es – so wie in seinem Film „Miracles for sale“ – bei den Menschen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es sich nicht etwa um übernatürlich Kräfte, sondern um rational erklärbare Phänomene handelt, mit Hilfe derer Personen genau dann ausgenutzt werden, wenn sie sich des Betrugs nicht bewusst sind. Es ist eine Art Armutszeugnis, dass Menschen in einer Show von Magiern wie David Copperfield nach einer Erklärung suchen, da sie wissen, dass es sich nur um einen Trick handelt, in einer Kirche auf ähnliche Vorstellungen aber ganz anderes reagieren.

Die Immunität gegen Aufklärung

Ein weiteres, sehr frühes Beispiel dafür, wie sich Kirchenvertreter mit ihren Lügen auf Kosten der verzweifelten und gutgläubigen Menschen bereichern, stellt der Film „Marjoe“ da. Dabei geht es um einen Jungen, der schon als Kind von seinen Eltern als Prediger aufgezogen und vermarktet wurde und passend dazu nach Maria (Mar) und Joseph (Joe) benannt worden war. Als junger Erwachsener regte sich in ihm aber Widerstand gegen diese Schattenwelt von Lügen und Ausnutzung. Er beschloss, zusammen mit einem Kamerateam alle Maschen und Methoden seiner Kollegen aufzudecken und gab unumwunden zu, dass Spenden während eigener Messen zu sammeln für ihn der einfachste Weg war, schnell an Geld zu kommen. Ein Film mit einer solchen Aufklärungskraft hätte doch bei vernunftbegabten Wesen dazu führen müssen, den miesen Geschäften der selbsternannten Gottesvertreter das Genick zu brechen. Doch die Erde drehte sich…und drehte sich wieder…und der Regen fiel auf die Häupter der Gerechten und Ungerechten gleichermaßen. Die Menschen vergaßen – oder genauer gesagt: sie waren wahrscheinlich nie für die Wahrheit offen gewesen.

 

So kommt es noch heute vor, dass Prediger wie Peter Popoff, die schon mehrfach als Betrüger entlarvt wurden, kurz in der Versenkung verschwinden, nur um wenige Jahre später wieder Gewinne in Millionenhöhe zu kassieren. Immerhin änderte Popoff seine Masche von Wunderheilungen zu einem Prozess, an dessen Ende der Gläubige angeblich von all seinen Schulden befreit sein würde. Wenig überraschend beginnt dieser Prozess aber mit der Einsendung eines Checks an die Organisation des Predigers. Wenn am Ende – wie sollte es auch anders sein – die Schulden nach wie vor bestehen, dann kann Popoff natürlich immer noch behaupten, man hätte bei der Umsetzung seiner Anweisungen etwas falsche gemacht. So behält er immer Recht – und der Geprellte ist immer der Dumme; nicht, weil er beraubt wurde, sondern weil er dem Räuber mit einem Dankeschön das Geld in die Hand gedrückt hat. Man neigt dazu zu sagen: selber schuld. Umsonst gibt es im Leben in der Regel nämlich nichts – auch von Gott nicht.

Deutschland – Ein säkularer Staat?

Doch zum Glück sind wir in Deutschland weit von solchen Verhältnissen entfernt in unserem säkularen Staat – oder etwa nicht? Zur Erinnerung: Säkularismus bedeutet, dass Staat und Religion voneinander getrennt sind. Doch ist das in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt der Fall? Wäre unser Lnad wahrhaftig säkular, dann triebe der Staat über die Kirchensteuer nicht das Geld für die christlichen Religionsgruppen ein; in öffentlichen Schulen gebe es keinen Religionsunterricht (oder zumindest keinen einseitig christlichen) – geschweige denn Kreuze in öffentlichen Gebäuden oder an öffentlichen Plätzen; in Vereidigungen, egal in welcher Form, würde Gott nicht erwähnt werden; es gäbe keine Sonderregelungen für die Kirchen, wie z.B. das fehlende Streikrecht für ihre Angestellten oder das Glockenläuten am Sonntagvormittag, dass eine Funktion erfüllt, die viele Deutsche bei Minaretten ablehnen; die Politiker und Parteien wären religiös unabhängig anstatt „christlich“ sogar im Namen zu tragen; bei Gesetzesvorlagen säßen keine Kirchenvertreter in den Beratungsgremien, wodurch es auch nicht dazu kommen könnte, dass Grundrechte wie beispielsweise das Recht auf körperliche Unversehrtheit durch eine religiös motivierte und gesetzlich festgeschriebene Legitimierung der Beschneidung außer Kraft gesetzt würden; etc. Machen wir uns nichts vor: Deutschland ist weit davon entfernt, säkular zu sein. Alles andere wäre auch absurd. Schließlich sind wir Papst!

Illusorisches Glück

Es ist wahrlich traurig, dass die Menschen noch immer nicht begriffen haben, dass schlechte Menschen Schlechtes und gute Menschen Gutes tun – unabhängig von ihrer Religion. Diejenigen, die behaupten, unser christlicher Glaube sei unser moralischer Anker verschweigen, dass wir in den meisten Situationen auf unsere säkulare Gesetzgebung vertrauen und nicht Gottes Wort umsetzen. Die Mentalität, nur das aus den heiligen Schriften anwenden zu wollen, was einem gerade genehm ist, ist nicht nur unaufrichtig, sondern geradezu verblendet. Der menschliche Geist ist zu mehr in der Lage als zu Aberglauben – doch das Bedürfnis danach scheint in unserer Spezies so groß zu sein, dass wir wohl nie ganz darauf verzichten werden. Wir können nach Amerika schauen und ob der schockierenden Betrugsmaschen mancher Kirchenvertreter mit den Kopf schütteln; aber machen wir uns doch nichts vor: Handlesen, Glücksteine, Horoskope, Kartenlegen, Homöopathie, etc. gehören genau in die gleiche Kategorie. Der Menschen will an etwas glauben, eine Antwort bekommen und vor allem – hoffen können. Solange wir unser abergläubisches Getue nicht hinter uns lassen können, solange werden sich immer wieder findige Geschäftsmänner und –frauen finden, die uns das Geld aus den Taschen ziehen werden. Das Geschäft mit der Hoffnung und mit dem Glauben ist sehr einträglich und wird wohl auch weiterhin florieren – es sei denn, es gelänge uns, eine Gesellschaft der Fairness aufzubauen, in der jeder Menschen mit weltlichen Dingen sein Glück finden könnte, den schon August Bebel sagte treffend:

Religion ist das Streben nach illusorischem Glück des Volkes, das einem Zustand der Gesellschaft entspringt, welcher Illusion bedarf.

 

If I were not an atheist, I would believe in a God who would choose to save people on the basis of the totality of their lives and not the pattern of their words. I think he would prefer an honest and righteous atheist to a TV preacher whose every word is God, God, God, and whose every deed is foul, foul, foul. – Isaac Asimov

I distrust those people who know so well what God wants them to do because I notice it always coincides with their own desires. – Susan B. Anthony

There is not enough love and kindness in the world to give any of it away to imaginary beings. – Friedrich Nietzsche

Religion is regarded by the common people as true, by the wise as false, and by the rulers as useful. – Seneca the younger

Die männliche Beschneidung – harmloser religiöser Eingriff oder Verstoß gegen das Recht der persönlichen Unversehrtheit?


Ich bin nicht gerade das,

was man einen aufrechten Patrioten nennt. Viel zu viele Dinge stören mich im Land meiner Geburt als das ich aufrichtig behaupten könnte, stolz darauf zu sein, die deutsche Staatsbürgerschaft mein eigen zu nennen. Warum singen wir immer noch die gleiche Nationalhymne, die in unserer schwärzesten Stunde Identitätssymbol von Hitler und seinen Schergen war? Warum trifft man in diesem Land, das zu den reichsten der Welt gehört, immer wieder auf Menschen, die sich ihr Leben schlecht reden und aus dem Jammern und Meckern nicht mehr heraus kommen? Warum macht dieser, unser Staat so viele fragwürdige Geschäfte mit Partnern, die sich einen Dreck um Menschenrechte scheren? Nein, liebes Deutschland, so richtig lieben kann ich dich nicht immer – aber es gibt Hoffnung! Große Hoffnung sogar; denn ein Gerichtsurteil, das in der letzten Woche in Köln gefällt wurde und das endlich, endlich den Menschen als das selbstbestimmende und unabhängige Individuum sieht, das er sein sollte, hatte mich in einem euphorischen Moment ob der seltenen, aber umso gerechteren Rechtssprechung fast zu dem spontanen Ausruf bewegt: „Ja Deutschland, so geht’s. So kann auch ich einmal stolz auf dich sein!“

Das Grundgesetz

Was war passiert? Um die ganze Tragweite und Bedeutung dieses Urteils, auf das ich später eingehen werde, zu erfassen, muss ich ein wenig ausholen. In vielen Gebieten dieser Welt spielt die Religion – egal welche – eine entscheidende Rolle im Alltagsverhalten der betreffenden Menschen. Auch in Deutschland sichert der vierte Artikel des Grundgesetzes allen Bürgern aus gutem Grund die Freiheit ihres Glaubens und ihrer Religion zu. Natürlich greift dieses Recht aber nur dann, wenn elementare Rechte eines anderen Bürgers nicht grundlegend verletzt werden. Der erste Absatz des zweiten Artikels des Grundgesetzes besagt: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“ Und weiter in Absatz 2: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“ Auch wenn die meisten Bürger im Einzelnen vielleicht nicht genau wissen, wo im Grundgesetz diese Rechte festgeschrieben sind, so ist ihnen dennoch bewusst, dass es diese Rechte gibt. Was aber, wenn sich zwei Grundgesetze gegenüberstehen, wenn man z.B. zwischen der Religionsfreiheit und dem Recht auf Unversehrtheit abwägen muss?

Beispiele für religiöse oder kulturelle Traditionen und Verhaltensweisen, bei denen Menschen zu Schaden kommen

Es ist gar nicht einmal so lange her – gut 36 Jahre nämlich – als Anneliese Michel im bayerischen Klingenberg an den Folgen einer akuten Unterernährung starb. Besondere Bedeutung erlangte der Fall der jungen Studentin, da er wahrscheinlichen den letzten dokumentierten Fall von Exorzismus in Deutschland darstellt, der zum Tode geführt hat (auch wenn es heute noch Exorzisten gibt). Bei dieser Jahrhunderte alten religiösen Tradition versuchen Priester, Dämonen auszutreiben – mit teilweise gravierenden Methoden. Das merkwürdige Verhalten der „Besessenen“ wird heute mit psychischen Störungen und Gehirnschäden erklärt. Die medizinische Behandlung Michels wurde nach dem Auftreten ihrer Anomalien aber nicht durch normale Ärzte fortgesetzt, sondern durch die Methoden katholischer Priester abgelöst. Auch wenn die Berichte zu ihrem Fall nicht eindeutig sind, scheint sie an den Folgen der fehlenden medizinischen Betreuung verstorben zu sein. Sicherlich wird es nicht das Ziel der Priester gewesen sein, Michel in den Tod zu treiben – auf Grund fahrlässiger Tötung durch Unterlassung wurden sie dennoch rechtskräftig verurteilt. Auch wenn ihnen religiöses Recht den Rücken stärkte, verstießen sie gegen gültiges säkulares Recht. Gibt es heutzutage noch ernsthaft Diskussionen darüber, ob die Schäden, die eine Person durch Exorzismen erfährt, rechtswidrig sind oder nicht?

Bei den Mormonen, einer von den Vereinigten Staaten ausgehenden christlichen Splittergruppe, ist die Verheiratung eines Mannes mit mehreren Frauen heiliges Recht. Nicht ungewöhnlich ist es dabei, dass auch Minderjährige mit sehr viel älteren Männern vermählt und anschließend zum Geschlechtsverkehr genötigt werden, was einer Vergewaltigung und Pädophilie gleichkommt. Sollte der Schutz des Kindes im Vordergrund stehen? Oder das religiöse Recht des Mannes, Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen zu haben?

In Deutschland gelangen sogenannte „Ehrenmorde“ ab und zu in den öffentlichen Fokus. Bei dieser oft durch männliche Muslime durchgeführten Praxis geht es darum, dass ein Familienmitglied oder eine Bekannte (meist weiblich), das/die nach subjektivem Empfinden der Ehre der Familie geschadet hat, ermordet wird, wodurch die Ehre der Familie wiederhergestellt wird. Viele Täter beziehen sich dabei auf das heilige Recht der Scharia – auch wenn die Verbindung zwischen der Scharia und Ehrenmorden umstritten ist. Für die Gesetzgebung spielt das ohnehin keine Rolle. Ein solches Verbrechen wird als Mord geahndet und dementsprechend bestraft. Müssen sich Muslime dadurch in ihrer Religions- und Handlungsfreiheit beschnitten fühlen?

Wenn in manchen Gesellschaften dieser Welt kleinen Mädchen die Klitoris und die Schamlippen in einer haarsträubenden Operation abgeschnitten werden, regt sich bei den meisten Menschen hierzulande massiver Wiederstand. Tatsächlich werden laut UNICEF jährlich drei Millionen Mädchen an ihren Genitalien beschnitten – das macht etwa 8.000 pro Tag! Dabei tritt dieses Ritual nicht nur in den afrikanischen Ländern auf, sondern auch in den Industrienationen bei entsprechenden Migranten. Die Folgen: ein oft lebenslanges Leiden für betroffene Frauen und der Verlust sexueller Empfindungen. Die Frau wird auf das reduziert, was sie laut urtümlichen Doktrinen sein soll: eine gehörige Sklavin für den Mann, dem sie Kinder gebärt und aufzieht. Die Verstümmelung weiblicher Geschlechtsorgane ist in Deutschland verboten, obwohl sie zumindest in manchen Fällen religiös motiviert ist. Wird dadurch die Religionsfreiheit unangemessen eingeschränkt?

Quelle: http://www.middle-east-info.org/gateway/genocide/index.htm

Welches Recht wiegt schwerer?

Bei den genannten Beispielen würden außer religiösen Fundamentalisten wohl die Meisten darin übereinstimmen, dass das Recht zur Ausübung auf mittelalterlichen Dogmen basierender Rituale nicht vor den Persönlichkeitsrechten der eventuell geschädigten Person steht. Geradezu pervers ist es, ein kleines, hilfloses Kind in irgendeiner Form körperlich zu beeinträchtigen – egal ob im Namen der Religion oder nicht. Ob ein Mensch sich aus religiösen Motiven heraus einem medizinischen Eingriff unterziehen möchte oder nicht sollte ihm allein überlassen sein. Alles andere würde gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit verstoßen.

Genauso sah es also auch das Landgericht in Köln. Ein vierjähriger Sohn muslimischer Eltern wurde in einem hiesigen Krankenhaus beschnitten. Zwei Tage nach der Operation kam es zu starken Nachblutungen, wodurch das Kind in die Notaufnahme eingeliefert werden musste. Daraufhin wurden Ermittlungen gegen den behandelnden Arzt aufgenommen. Ein Verschulden an den Komplikationen konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden. Außerdem wurde er nicht bestraft, da bis dahin Beschneidungen auf Grund einer Gesetzeslücke nicht verboten waren. Das Kölner Landgericht urteilte nun, dass das Recht auf Unversehrtheit des Individuums vor dem Recht auf Ausübung der Religion der Eltern steht. Eine entsprechende Gesetzesänderung wäre nun der logische nächste Schritt. Bei medizinischen Gründen bleibt eine Beschneidung natürlich weiterhin straffrei.

Fast schon hatte ich den Glauben an die säkularen Grundfesten unseres Staates verloren, wenn selbst die regierende Partei „Christlich“ in ihrem Namen trägt und so die Maxime der Trennung von Staat und Kirche – gelinde gesagt – in Frage stellt. Immer wieder äußern sich sogenannte Ethiker, die moralische Unabhängigkeit propagieren, aber doch durch ihre Konfession voreingenommen sind, zu brisanten Themen. Wenig überraschend war es daher auch, dass das Kölner Urteil einen Sturm der Entrüstung unter Juden, Muslimen und Christen gleichermaßen (eigentlich schön, dass sich alle doch mal einig sein können) auslöste. Haben die Religionsvertreter gute Gründe für ihre Entrüstung?

Das Verbot der Beschneidungen bei Kindern schränkt die Religionsfreiheit ein

Falsch. Das Kölner Urteil verbietet die Beschneidung nicht. Jeder Erwachsene kann frei entscheiden, ob er sich beschneiden lassen möchte oder nicht. Es geht darum, dass einem hilflosen Kind keine Körperverletzung zugefügt werden darf, denn genau das ist es – eine unnötige Körperverletzung. Wer dem widerspricht, der sollte sich mit den gesundheitlichen Folgen einiger Fälle, die bis zum Tod führen können, befassen.

Beschneidungen kann man so nicht verhindern

Ein klassisches Totschlagargument. Man sollte eine Menschenrechtsverletzung, die man nicht komplett verhindern kann, also gar nicht erst verbieten? Warum steht dann Mord, Vergewaltigung und Diebstahl überhaupt unter Strafe? Es passiert ja trotzdem. Sollte man die Strafen dafür also aufheben? Ob man ein Unrecht komplett beseitigen kann oder nicht kann für das Ächten dieses Fehlverhaltens keine Rolle spielen.

Es handelt sich um Jahrtausende alte Rituale, die untrennbar mit bestimmten Religionen verbunden sind

Ah, was lange währt MUSS gut sein! Ist es nicht auch so, dass Frauen Jahrtausende lang unterdrückt wurden? Sollten wir ihnen das Wahlrecht und das Recht auf freie Entfaltung und Gleichberechtigung also wieder entziehen? Der Mensch verändert sich und entwickelt sich und seine Kultur weiter. Wir haben keine Angst mehr vor Hexen und schicken Menschen nicht mehr Inquisitoren auf den Leib, wenn sie anders denken als wir. Ich glaube, dass es sehr kontraproduktiv ist, zu sehr in der Vergangenheit zu leben.

Hinzu kommt die Frage, in wie fern eine Bescheidung überhaupt Gottes Wille sein kann. Wenn er tatsächlich möchte, dass den kleinen Jungen die Vorhaut entfernt wird, warum hat er sie ihnen dann überhaupt gegeben? Um durch die Leiden des Kindes dessen Glauben zu testen? Ein solcher Kult von Strafe und Opfern scheint mir höchst fragwürdig…

Die Beschneidung ist ein unwesentlicher Eingriff mit geringen Risiken

Fangen wir erst einmal mit der Frage an, wo die Grenze gezogen werden soll: eine solche „kleine“ Verstümmelung ist also ok – was kann dann außerdem noch im Namen der Religion gut geheißen werden? Weibliche Verstümmelungen? Ehrenmorde? Exorzismen? „Dass kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen!“ ist daraufhin eine beliebte Ausrede. Aber warum nicht? Der Unterschied ist kein grundsätzlicher, sondern ein gradueller, oder nicht? Übrigens (auch wenn es mit Religion nichts zu tun hat): ich bin auch dagegen, einem Kind ein Ohrloch zu stechen – aber das Abscheiden eines gut durchbluteten und hochsensiblen Körperteils wie der männlichen Vorhaut ist ein ganz anderes Kaliber (für alle, die Beschneidungen vereinfachend mit Ohrlöchern gleichsetzen).

Grundsätzlich gilt: jeder medizinische Eingriff birgt gewisse Risiken. Auch bei männlichen Beschneidungen kann es zu Todesfällen kommen. Wie viele es genau sind, kann man schlecht sagen, da in den Statistiken nicht die Ursache der Komplikation, sondern nur die Folge erwähnt wird. Man spricht also nicht vom „Tod durch Beschneidung“, sondern von Todesfällen durch die Folgen der Beschneidungen, zu denen Verblutungen, Infektionen, chirurgische Unfälle u.a. gehören. Außerdem können nach der Operation Harnverhaltungen, Verwachsungen und Hautbrücken, meatale Komplikationen, Harntraktinfektionen, Phimosen, Keloidbildungen, Durchblutungsstörungen u.a. medizinische Probleme auftreten.

Was so gut wie nie erwähnt wird ist, dass das sexuelle Empfinden eines Mannes durch eine Beschneidung beträchtlich eingeschränkt werden kann, da Teile der sensibelsten und empfindlichsten Areale entfernt werden. Ein beschnitter Mann kann natürlich trotzdem sagen: „Ich habe Spaß beim Sex!“ Wie sollte er aber auch wissen, ob seine Empfindung intensiver wäre, wenn er doch nie Sex mit einer Vorhaut gehabt hat?

Ebenfalls wird selten erwähnt, dass Beschneidungen auch psychologische Auswirkungen haben können, die hier nicht ausführlich behandelt werden sollen, am Ende dieses Beitrags aber in der angegeben Quelle nachgelesen werden können.

Nicht vergessen sollte man schließlich den immensen Schmerz und die Belastung, die man einem hilflosen Kind bei einer solchen Operation zumutet.

Die Beschneidung hat gesundheitliche Vorteile

Oft wird bei diesem Argument erwähnt, dass beschnittene Männer seltener Geschlechtskrankheiten übertragen. Nach dieser Logik sollte Abstinenz aber noch eher propagiert werden. Schließlich liegt die Übertragung von Geschlechtskrankheiten dabei bei Null. Würde es nicht viel mehr Sinn machen, einen verantwortungsbewussten Umgang beim Geschlechtsverkehr zu vermitteln? Die Argumentation, dass beschnittene Männer weniger Geschlechtskrankheiten übertragen, könnte sonst nämlich dazu führen, dass die Sorgfalt bei der Verhütung und bei der Wahl der Geschlechtspartner nachlässt. AIDS hat man heutzutage mit den entsprechenden Medikamenten ja auch schon ganz gut im Griff – aber sollte man wirklich Lotterie spielen oder nicht vielleicht doch bei der Verhütung darauf achten, dass es nie soweit kommt? Vergleichen lässt sich diese Logik mit den Teenager-Schwangerschaften in den Vereinigten Staaten. Die christlich-konservative Methode, Abstinenz vor der Ehe als einziges wirksames Mittel gegen Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten zu propagieren sowie die Stigmatisierung des Geschlechtsakts haben womöglich maßgeblichen Anteil daran, dass so viele schlecht informierte Teenager schwanger werden. Vergleichbar damit kann die Behauptung, eine Beschneidung schütze vor sexuell übertragbaren Krankheiten dazu führen, dass viele schlecht informierte Menschen die Verhütung vernachlässigen und gerade dadurch das Risiko einer Krankheit erhöhen.

Desweiteren wird oft der Vorzug einer gesteigerten Hygiene eines beschnittenen Penis erwähnt, da sich dabei keine Urin- und Spermareste unter der Vorhaut ansammeln können. Ist es wirklich so schwer einem unbeschnittenen Jungen beizubringen, seine Eichel beim Duschen ordentlich zu säubern? Oder scheitert es daran, dass man nicht offen über diese Dinge reden kann oder möchte? Soll der Sohn auf Grund der sexuellen Verkrampftheit der Eltern verstümmelt werden?

Die Entscheidung des Kindes wird nicht beeinflusst, da es später seine Religion selbst noch aussuchen kann

Klar, das Kind ist in seiner Meinung dann so frei wie ein israelisches Kind, dem von Geburt an ein Hass auf Palästinenser eingetrichtert wurde. An sich stellt diese Problematik die Indoktrinierung von Kindern im Allgemeinen in Frage – aber das würde hier zu weit führen. Fakt ist: wenn ein Junge später die Beschneidung gerne rückgängig machen würde, kann er dies nicht tun, weil es sich dabei eben um einen irreversiblen Eingriff handelt. Wo also bleibt die freie Entscheidung des Kindes?

Das Verbot macht religiöses Leben in Deutschland für manche Gruppen praktisch unmöglich

Stimmt teilweise. Wer z.B. die Scharia dem Grundgesetz überordnen möchte, der wird in Deutschland nicht so richtig glücklich werden. Ist das etwa schlecht? Es gibt viele Muslime und Anhänger anderer Religionen, welche dass deutsche Grundgesetz akzeptieren und trotzdem ihre Religion ausüben. Es gilt eben der Grundsatz: was man ausschließlich für oder mit sich selbst macht, geht niemanden etwas an. Sobald aber andere betroffen sind und zu Schaden kommen könnten, brauchen wir eine objektive Grundlage, die das Zusammenleben ermöglicht. Wenn nun also Menschenrechte, die die Unabhängigkeit EINES Menschen betreffen, per Gesetz geschützt werden, dann sollten wir das als Erfolg feiern – anstatt religiösen Kritikern nachzugeben.

Wie geht es nun weiter?

Es gibt so viele verschiedenen Religionen mit ihren eigenen Ritualen und Dogmen – welche sollte uns als objektive Grundlage für das Zusammenleben dienen? Nur eine säkulare Rechtssprechung kann die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz garantieren. Umso wichtiger ist daher das Kölner Urteil, da es schadhafte Rituale an hilf- und wehrlosen Kindern unter Strafe stellt. Der Mut der Richter bleibt ob des vorprogrammierten Proteststurms umso bewundernswerter. Deutschland ist ein säkulares Land, das sich nicht von religiösen Lobbyisten einschüchtern lassen sollte.

Gewonnen ist bisher jedoch noch gar nichts. Gut möglich, dass ein möglicher Gesetzesentwurf dem Kölner Urteil widerspricht und Körperverletzungen an Schutzbedürftigen weiterhin Tür und Tor öffnet. Ein wenig Hoffnung bleibt jedoch. Vielleicht sehen unsere obersten Gesetzeshüter ja ein, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung wichtiger ist als die Ausübung angestaubter Rituale. Wenn nicht, dann dürfen sich unsere Gerichte auf eine Welle von Einsprüchen gegen Verurteilungen vorbereiten, die gegen religiös motivierte Straftaten verhängt wurden.

Eine sehr informative Seite zum Thema männliche Beschneidungen (von der auch dieses Bild stammt) findet sich unter dem folgenden Link:

http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/maennliche-beschneidung.html

Als Auszug daraus schon einmal die Begründung, warum die weibliche und die männliche Beschneidung durchaus miteinander vergleichbar sind, obwohl dies von Befürwortern der männlichen Beschneidung oft abgelehnt wird:

  • Beschneidung geschieht aus kultureller, religiöser oder traditioneller Motivation heraus
  • Beschneidung geschieht fast immer ohne medizinische Notwendigkeit (Phimose ist noch lange kein Grund zum Entfernen der Vorhaut oder Teilen davon.)
  • Beschneidung geschieht fast immer ohne Einwilligung des Betroffenen
  • Beschneidung bedeutet, selbst im Falle einer mäßigen Beschneidung eines Jungen oder einer begrenzten Beschneidung eines Mädchens nach der Sunna, einen irreversiblen Eingriff
  • Auch die möglichen Komplikationen, die kurz nach dem Eingriff eintreten können, sowie die möglichen längerfristigen Folgen der Zirkumzision, stellen eine körperliche und psychische Beeinträchtigung dar und sind ebenfalls geschlechterübergreifend vergleichbar

 

Hier noch ein Link zu einem Artikel, der sich sehr ausführlich mit den Mythen rund um die Beschneidung befasst:

http://bloganddiscussion.com/argumentevonfemastasen/1370/maennliche-beschneidung-vs-weibliche-beschneidung/

The Moral Failure of Religion


I am an atheist – and a proud one too. Fortunately, I enjoy the privilege of living at the right time in the right country. After all, a few centuries ago I would have been the center piece of a nice stake, awaiting my just and fair punishment for my blasphemy. Even today I would have to face prosecution or at least discrimination in some countries if I spoke out too harshly against an omnipotent being, which apparently isn’t powerful enough to punish me itself, but who lets his mortal mignons do the job instead. I understand of course. Who wants to dirty his hands with such insignificant infidels?

Usually I am not an outspoken atheist in the sense that I would try to convert people. Nor would I use force or violence to make my point. Have you ever seen an atheist on the streets preaching “On the Origin of Species”? Have you ever heard that an atheist claimed the lives of people as a suicide bomber? Have you ever heard that atheists went to war because it was their atheistic duty? No, atheists usually don’t do that stuff – for good reasons. I would actually consider it as being cruel if you destroyed the hope of someone, let’s say a grieving widow, by telling her that everything she has put  her hopes into is a wishful lie. Most of the time I keep my beliefs to myself, unless I am asked to share them, and I would really like to see others doing the same. There are, however, a few crucial issues where I can no longer just sit back and watch theists claim the stage. I cannot stay silent when children are lied to just because some grownups think that they have been raised in just the right belief system out of the hundreds of beliefs that we can find around the world or throughout history. I, as a scientist, feel the need to defend modern science from medieval mythology which did not benefit modern medicine at all. Was it religion that brought us an increase in health, longevity, and better living conditions? Most of all, I abhor the arrogant and demeaning attitude that morals and ethics can only be achieved through religious guidance which means that I as an atheist have to be immoral and bad.

Let’s put this statement to a test shall we? Do morals rely on religion and are religious people better human beings? For the sake of simplicity, the main religion that will be considered here will be Christianity simply because it is the predominant belief in our culture (that is western culture). However, many of the points about to be made apply to most, if not all, supernatural beliefs.

If you get into an argument about the existence of God with a theist, it might happen that they will ask: “If there is no ultimate authority, where do you get your morals and your sense of right and wrong from?” Putting aside that we as social animals are born with a basic set of intrinsic morals and ignoring that our society and our upbringing play a big role in the development of our sense of judging and evaluating, this argument has nothing to say about the existence of God. For the sake of the argument, let’s play along and look at where Christians get their morals from. They would either have to say the Ten Commandments or the teachings of Jesus Christ. This is where the hypocrisy starts: Are you going to believe everything literally that is written down in your holy book? If not, how do you decide which parts to choose and which not? Where is your consistency? Are you genuine and follow the Ten Commandments? If you don’t, why should anyone follow anything that is written down in your dogmas? If you actually do, and I doubt that you do, you will do things that are deemed immoral. Which is more important then, your scripture or an action that is considered as something moral in our society? Wait, am I saying that breaking the Commandments can be moral? I am indeed and if you have not figured that out yet you should rethink your moral judgment.

The Ten Commandments

Have no other gods, have no idols, honor Gods name – How do the first three commandments give you any moral guidelines whatsoever? All I see is a tyrant trying to nourish his vanity by saying: “I am going to punish you if you love anyone but me.” Wow, way to go God, great moral teachings. But maybe that is actually Gods sense of morality: the most important thing is not how you live your life, but how much you enslave yourself for something that is omnipotent but still needs reassurance. How can anyone seriously say that breaking the first three commandments can be immoral?

We find “Remember the Sabbath day” as commandment number four. Yes, don’t work on Sundays or you’ll sin. Isn’t it too ironic that it is Gods servants who especially work on Sundays? Also, should we blame physicians, policemen, and firefighters for working on Sundays? Can serving and helping  people actually be a sin? Or did God arrange that no people get hurt, no crime is committed, and no fires break out on a Sunday?

Honor your father and your mother – you can’t argue with that, or can you? Parents can choose their children, but children can’t choose their parents. Saying that not honoring your parents is a sin is in some cases as immoral as it can get. No matter how many times you have been raped by your father, no matter how many times you have fallen victim to domestic violence, no matter how many times you have had to sleep in the dirt with an empty stomach since your parents would rather spend their money on drugs – in all of these cases you are still supposed to honor your parents? You’ve got to be kidding me!

Aren’t there any commandments I am not going to mess with? What about “you shall not murder”? That is a universal rule! Yes, it is, but only if you think that those people who tried to assassinate Hitler or Stalin should have burned in hell if they had succeeded. Hitler and Stalin – too far away to be realistic? Ok, what about somebody running amok in an American school? He has a gun and you know the only way of stopping him from killing more people would be to kill him first. Would it be immoral to do so?

What about adultery? We like to picture marriage as something romantic or even sacred that is based on mutual decisions and feelings. Now, I could name examples of girls in Islamic countries which have no saying in who they have to marry and at what age. They would be burned alive or killed by other means if they didn’t obey; but like the other cases, we do not have to leave the Christian faith to find appropriate examples. Besides unhappy women who have to deal with domestic violence and who can’t leave due to social or other restrains, it is obvious in the Mormon community that women can’t choose whom to marry and when. Many of them are married to much older men when they are still minors only to serve as breeding machines for their babies. Not a problem there since the commandments do not prohibit pedophilia or rape. The feelings and emotions of the women are worth as much as the dirt they walk on for the men in these communities. Imagine that such a woman who has never been able to experience love and joy in her life since she was sold and raped early on; imagine that such a woman meets a nice guy and for the first time in her life gets into contact with respect, love, and happiness. Being with that other man is giving her a branch to hold on to in her sad life. If you tell me you think that she is sinning, you are just one of the many sexist assholes who do not consider women as equal to men. Don’t worry if you do. You are just following the tradition of the old pathetic men which are and always have been the religious leaders. It’s intriguing that Gods alleged will has always coincided with their own interests.

Do not steal! I actually have a pretty recent example for this. Like many other tyrants, Muammar Gaddafi took billions and billions of Dollars from the people and stored it in banks abroad. Now, after the UN resolution against him, Germany is thinking about using the money that is stored in German banks and which belongs to Gaddafi for humanitarian aid. Taking his money would definitely be stealing. Regarding the cause that it would be used for and the way he acquired it, would you call stealing in this sense a sin? If hundreds of people were starving around Rome, would it be a sin to steal some of the incredible riches of the Vatican to feed them?

Number nine brings us to lying. If Catholics were serious about this, many more priests and bishops would be in trouble since the children they have molested would have to speak the truth about their churches. Yet again, since pedophilia and rape are not prohibited by the Ten Commandments, you wonder how long this kind of disgusting behavior has been a common standard. Regarding other examples, I guess God sent those courageous Europeans who hid Jews straight to hell when the Nazis came and asked for them. After all, saying that they did not hide any Jews was a lie.

Lastly, do no covet. Actually, that seems to be a pretty decent goal. I won’t even try hard to find anything against it. My issue with this is mainly the hypocrisy that comes with it, or do all Christians want to stay poor with as little personal possessions as possible?

The problem of the Ten Commandments is the same problem all absolutes have to deal with: It is rather easy to find exceptions and then the big question is: How do you choose? And if you find one reason to disobey an absolute, why hold on to it at all since you know it is not an absolute anymore? Sure, one could say that the Commandments are just a guideline and of course it would be ok to break them under appropriate circumstances – but that would bring us right back to picking and choosing. How do you decide when to follow them and when not? Is it something else besides religious dogmas that helps you decide?

Selflessness

Moving on to the next topic – The selflessness that comes with Religion. I could go on and on about how selfless most religious people really are. Instead of granting others more than themselves, the capitalistic system seems to be stronger than their faith since for most of them their neighbors come second – or do you know anyone who would say in a job interview: “Take the other guy. He deserves it more. I would be happy for him!” Besides the obvious hypocrisy my main point regarding this issue is linked to our purpose on earth. It is just another thing theists like to throw out there: “If there is no God, what is your purpose in life?” Well, what is the purpose of life for a believer? Be good, decent, and humble – but what for? Even though many theists might not put it that way it boils down to this: People are trying to be good to make it into heaven. In connection with the issue of where they get their morals from, I wonder if they would go all berserk on each other if they did not fear Gods wrath. If you say that you do the good things that you do because of your scripture and because of your fear of hell, you are a truly immoral person because apparently you would have horrible moral standards if you weren’t afraid of the punishment. Without that leash would you kill, steal, and rape? Now, if you say you still would be moral without your scripture, the question is of course what moral value your dogmas have in the first place then? If you follow this train of thought you will also have to admit that a religious person cannot – under no circumstances – be selfless. Why? Because everything they do they do to please their God in order to avoid hell. If that isn’t true the whole purpose-of-life-story collapses. An atheist, however, is not afraid of celestial punishment and still atheists can do just as much good as a religious person. Who are they doing it for? After all, their actions do not have an ultimate goal such as going to heaven. Arguably, atheism is morally superior to religion because selfless deeds are actually selfless and not inspired by ultimate personal goals.

Responsibility

Religion fails again when it comes to the topic of responsibility. The basis of morality is that you can be held accountable for your actions – a point well made by Christopher Hitchens in many debates. If I knew I could get away with it I would worry less about right and wrong. Everyone is responsible for his own actions either in front of courts or in front of courts above the clouds. If I did something horrible it would haunt me for the rest of my life. In Christianity, however, there is a loophole. The basic message is that no matter how badly you have screwed up Jesus has already suffered for you and if you accept him as your savior he will welcome you into heaven. Just imagine Hitler feeling deep regrets on his death bed, crying out for help. If he felt as sorry as one could possibly feel and if he truly accepted Jesus as his lord and savior since he was afraid of damnation, would he have made it to heaven? After all, Hitler was raised Roman Catholic and his soldiers pledged an oath to him under God. How can anyone call it moral that worshiping a vain being beats any cruelty committed throughout your mortal life? How can it be morally justifiable that murders and rapists make it to heaven but I won’t even though I have never harmed anybody? Can there be a more destructive argument for morality? If a rapist feels sorry for what he has done and finds his way to Jesus, would he meet the little girl he raped and killed in heaven? If you talk about forgiving the perpetrator, do you ever consider the suffering of the victims and how they feel if the tormentor gets away with what he did? Take away the personal responsibility for immoral actions and you allow bad things to happen. It is not a coincidence that most prison inmates are or become deeply religious. It is just so convenient that after all you did somebody else has already taken the blame. If this isn’t a moral failure, what is? Steven Weinberg said fittingly: “With or without it, you’d have good people doing good things and evil people doing bad things, but for good people to do bad things, it takes religion.”

Cherishing the Mortal Life

Who might cherish his mortal life more? A theist who is only passing through to his ultimate destination, or an atheist who is aware that this life is everything he is ever going to get? The answer seems to be obvious to me. That does, of course, not mean that theists do not enjoy their lives, but if you imagine just for a moment that they follow a lie you come to understand that they spend quite some time and effort on a lie – time which a non-believer would have used otherwise. An atheist has to make his life count since he is not just preparing for the next step. Nevertheless, everyone is afraid to die. If theists are so sure about the afterlife, what are they so afraid of?

Having faith can be a good thing without a doubt because it helps some people get through rough situations. However, we should not ignore the detrimental effects such beliefs can have. If you indoctrinate your youth well enough they will be willing to sacrifice their lives for a holy cause. In that sense, a suicide bomber and a soldier who thinks that it is his God given duty to fight and die are not that different. If God has a plan and my mentor tells me that that plan includes dying for the right cause, what am I waiting for? On the other hand, what can an atheist die for?

On a daily basis all around the world children are taught that sick and dying people are going to a “better place.” It has happened that children jumped out of windows or harmed themselves in other ways just because they were convinced that it was the right thing to do to make it to heaven. Besides such cases, think about children who are sick themselves. We know that the power of will and belief can be one of the most powerful forces fighting diseases. If that statement needs any backup look at homeopathic medicine which is a scam that has reached colossal dimensions and which simply works due to the placebo effect. It is crucial, of course, that the patients don’t know that they are just drinking water. It is their belief in the homeopathic agent that helps them get better. Also, many of us know that children have a better chance of getting healthy again when they are laughing and when they are happy. It is our will that has the potential to activate healing mechanism inside our body. Now, what would a religious person say to a child that is seriously ill? He might say: “When you die, you are going to a better place.” There is nothing more detrimental to the force of the will than such statements. If I am going to a better place, why should I keep fighting? It cannot even be estimated how many young lives ended prematurely just because they were told it wasn’t bad to die.

Hypocrisy

One could fill books regarding the topic of religion and hypocrisy, but for now I only want to focus on one aspect: Consistency. Religion in many ways tries to interfere with science. Mostly, it is about biology. Why? Because religion has already lost astronomy, chemistry, physics, and most parts of history so there isn’t much left to cling on to. I could go into details and write for hours about this topic, but I just want to make one major point: How do religious people decide when to trust science and when not to? If they are convinced that science is wrong or deliberately lying, why are they taking advantage of so many things that we would never have without modern science? You claim most parts of biology are a lie but still you take the medication that it provides when you need it? Where is your consistency? If you want to bring religion into science ask yourself: Which major achievement has religion ever provided regarding modern medicine? Religion has been around forever but for the longest time human beings lived and died like vermin. It was secular modern medicine which dramatically reduced infant and general mortality and which increased health and longevity. Yes, you can say that many things modern science believes in is a lie, but if you do so please be consistent and do not take advantage of all the achievements that modern science has provided for you such as medication, vaccinations, and hygiene products. Ironically, by taking advantage of all of these things that are taken for granted today you prove again and again how often science has been right and how it has made our lives better.

 

Shortcut to Hell

I guess it is inevitable that some people will read this and say: “So you think you are better than others?” Well, if you are one of them you just didn’t get my point. I am not going out yelling “I am better than others”. That would just be arrogant. I simply defied the statement that atheists are morally inferior. It is up to you to evaluate if I have good points or not. You are welcome to criticize me, but if you do please spare any religious dogmas. It just wouldn’t be fruitful.

In order to end this with another interesting and serious question, I would like to throw the issue of information in. The question goes like this: If I had never heard or known anything about God or religion and accordingly never did anything to worship him, would I go to hell? Think hard about this one! If your answer is yes, God really seems to be a cruel creature that punishes helpless beings just because they couldn’t know any better – or do bibles grow on trees in uncharted areas of our world where only indigenous people live? And even if they found a bible by chance they probably wouldn’t be able to read it. If your answer to the question is no, you have to explain why religious people tell anyone about it. After all, if our children didn’t know about it, they wouldn’t go to hell – so why for heaven’s sake do we tell them? Of course, you might say that it is your holy duty to spread the word, but does it mean you are going to open up the gates of hell for others? Wouldn’t it be selfless to not tell them and therefore keep them away from the possibility of going to hell? Oh wait, that includes sacrificing yourself and being truly selfless since your punishment might be hell instead. There it is again – if you are a genuine believer you will never do anything selfless but instead you will do things to achieve your ultimate goal. And you question my morals?