Religiöse Amnesie – oder: warum kommen Kirchen mit allem davon?


Vor nicht allzu langer Zeit

wandte sich in Amerika eine Mutter mit ihrer Tochter, die an Multipler Sklerose litt, verzweifelt an einen Fernsehprediger. Dieser versprach der Familie tatsächlich während einer öffentlichen Veranstaltung, dass sich Gott des 13-jährigen Mädchens annehme – wenn, ja wenn die Familie $1000 an die Kirche des Predigers spenden würde. Die Familie hatte das Geld nicht, unternahm im Laufe eines Jahres aber alles, um den Betrag – hauptsächlich durch die tatkräftige Unterstützung der Großmutter – aufzubringen. Als die zwölf Monate um waren und sich die $1000 endlich auf dem Konto der Kirche befanden, ging es der Tochter nicht etwa besser, sondern weitaus schlechter. Sie rief den Prediger an, der ihr damals die Heilung versprochen hatte, und schilderte ihm sein Schicksal. Seine Antwort war jedoch nicht etwa mitfühlend, sondern niederschmetternd. Er sagte dem Mädchen, dass es noch nicht geheilt sei, da es in sich geheime Sünden trage und so selbst daran Schuld sei, noch immer an der Krankheit zu leiden. Von dieser Aussage zutiefst erschüttert ging das schwerkranke Kind in den Garten, übergoss sich mit Benzin – und zündete sich an.

Nach dem Tod der Tochter rief die Mutter die amerikanische „Trinity Foundation“, die sich gegen den Betrug und die Lügen der verbrecherischen Wunderheiler einsetzt, an und flehte darum, dass sie etwas unternehmen müssten, um andere vor ähnlichen Schicksalen (hervorgerufen durch Lügen und Betrug) zu verschonen. Passiert ist seitdem wenig. Die Kirchen sind mächtig – und wussten bisher noch jede Kritik an ihren faulen Machenschaften zu unterdrücken.

Der Hirte ruft, die Schafe lassen sich scheren – und bezahlen auch noch dafür

Es spielt keine Rolle, wann und wo genau sich dieser Vorfall ereignete, der in Derren Browns Film „Miracles for sale“ geschildert wird. Fest steht, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt, sondern dass sich jederzeit überall auf der Welt im Namen der Kirche solche Vorfälle ereignen. Erschreckend ist dabei nicht nur, wie kaltblütig und rücksichtslos die selbsternannten Wunderheiler vorgehen, wissen sie doch meistens genau, was sie tun müssen, um den leidenden und verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Erschreckend ist außerdem, wie blind und naiv Herrscharen von Menschen auf diesen Betrug hereinfallen und willenlos alles tun, was man von ihnen verlangt. Um dies zu veranschaulichen, suchte sich Brown für seinen Film quasi auf der Straße einen Menschen aus, der noch nie als Prediger gearbeitet hatte, und vermittelte ihm über die nächsten Monate die Fähigkeiten und das Wissen, wie ein Wunderheiler aufzutreten. Der Erfolg war verblüffend, denn kaum einer der Menschen, mit denen der Pseudo-Heiler in Kontakt trat, hätten seine heiligen Fähigkeiten in Frage gestellt. Das Fazit war, dass jeder im Namen der Kirche ein Betrüger werden kann, der gutgläubige Menschen ausnutzt, wenn er es denn nur versteht, sie zu manipulieren.

 

Der „falsche“ Pastor in Browns Film war nicht etwa Atheist, sondern selbst Anhänger des christlichen Glaubens. Der Gedanke, andere Christen mit einem solchen Schauspiel zu belügen quälte ihn daher zutiefst. Doch er sah ein, dass dies der anschaulichste Weg war, zumindest ein paar Menschen über den zum Himmel schreienden Betrug aufzuklären. Würden die großen christlichen Kirchen ihm dafür danken, dass er sich gegen Lügen und Heucheleien einsetzte? Viele Vertreter, so ist zu befürchten, würden in als Ketzer oder Nestbeschmutzer bezeichnen. Warum ich das erwarten würde? Weil die Kirche schon immer darum bemüht war, oppositionelle Gedanken im Keim zu ersticken. War es nicht damals schon bei Martin Luther so, nur weil der fromme Mönch gegen den Ablasshandel agitierte? Schließlich würden mündige Anhänger schwerer zu führen sein. Genau das ist es nämlich, was bei den Religionen – und bei den Kirchen im Besonderen – falsch läuft und schon immer falsch lief: es braucht keinen Vermittler zwischen Gott und einem Gläubigen. Doch wenn die Menschen das irgendwann massenhaft verstehen würden, dann wäre die Kirche überflüssig. Alle Bemühungen, die dieser Aufklärung und Einsicht daher entgegenwirken, geschehen nicht im Namen Gottes, sondern aus der Motivation heraus, die Macht der Kirchen zu erhalten. Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass ich zwar Atheist bin, mit dem Glauben an höhere Mächte anderer aber kein Problem habe? Außer eben, sie suchen sich nicht die direkte Verbindung zu Gott, sondern gehen den Weg der Jahrtausende alten Gehirnwäsche über die Religionen und Kirchen.

Würde Gott blinden Glauben gutheißen?

Man stelle sich vor, genau das stoße dem tatsächlichen Gott sauer auf. Vielleicht muss ein Gläubiger an der Himmelspforte erklären, warum er so willenlos und unkritisch alles tat und glaubte, was ihm sein Prediger vorgab. Vielleicht ist es ja nur ein Test, da Gott herausfinden möchte, wer sich über den Schleier von Lügen und Heuchelei hinwegsetzt, um ihn und nur ihn zu finden. Warum gab uns der Schöpfer einen freien Willen und Vernunft, wenn er nicht erwartete, dass wir davon auch Gebrauch machen würden?

Möglichkeiten, über die vielen faulen Äpfel, die an den kirchlichen Bäumen wachsen, etwas zu erfahren, gibt es heute mehr denn je. Schließlich muss man mittlerweile nicht mehr die Gräuel der heiligen Inquisition fürchten, wenn das eigene Gedankengut nicht dem der lokalen Gottesvertreter entspricht. Nebenbei bemerkt drängt sich dabei auch die Frage auf, warum die Todesstrafe oder Folter im Namen Gottes jemals als religiös gerechtfertigt galt. Obliegt es nicht Gott und Gott allein, über die Menschen und deren Schicksale zu urteilen? Welcher Sterbliche darf sich anmaßen, an seiner statt über Leben und Tod zu urteilen? Ein solchen Verhalten macht tatsächlich nur dann Sinn, wenn der Schöpfer entweder so grausam ist, dass seine irdischen Vertreter in seinem Namen alles beseitigen sollten, was ihm nicht gefügig ist; oder es macht Sinn, wenn Gott damit gar nichts zu tun hat, sondern wenn es sich stattdessen um die grausamen Instrumente der Kirchen zur Erhaltung ihrer Macht gehandelt hat.

Wie auch immer, die katholische Welt hatte in diesem Jahr die große Chance, mit ihren eigenen Missständen abzurechnen. Nicht nur kam es in den letzten Jahren – mal wieder – vermehrt zu der Veröffentlichung von Missbrauchsvorwürfen gegen kirchliche Vertreter, sondern aus dem Herzen des Katholizismus, dem Vatikan, gelangten erstmals im großen Ausmaß streng geheime Dokumente an das Tageslicht, die so manche dunkle Machenschaft des kleinsten Staates der Erde aufdeckten. Doch was ist seitdem passiert? Ist der Druck auf den Vatikan und den Papst gewachsen – oder überhaupt entstanden?

Die Vati-Leaks-Affäre

Die sogenannte Vati-Leaks-Affäre nahm ihren Ursprung im Januar 2012, als erstmals geheime Dokumente des Papstes Benedikt XVI in italienischen Medien veröffentlicht wurden. Wie sich später herausstellte, war es der persönliche Butler Benedikts, Paolo Gabriele, der die Unterlagen an den investigativen Journalisten Gianluigi Nuzzi aushändigte (beide sprachen in der Folge aber davon, dass es sich um eine ganze Gruppe von Informanten gehandelt habe). Im Mai 2012 wurde Gabriele durch Monsignor Georg Gänswein schließlich als Spion verdächtigt und später festgenommen, als man geheime Dokumente in seiner Wohnung gefunden hatte. Die Veröffentlichung des Buches „Seine Heiligkeit – Die geheimen Briefe Benedikt XVI“ durch Nuzzi konnte dadurch aber nicht mehr verhindert werden. So kamen Dokumente ans Tageslicht, die Fälle von Korruption, Geldwäsche, moralisch fragwürdigen Investitionen, Günstlingswirtschaft u.a. im Vatikan offen legten. In guter alter Tradition ging der Vatikan nicht kritisch mit den eigenen Verfehlungen um, sondern machte Gabriele einen schnellen und von der Öffentlichkeit weitgehend ausgeschlossenen Prozess, an dessen Ende eine 18-monatige Haftstrafe wegen schweren Diebstahls stand – abzusitzen natürlich im Vatikan selbst. Gabriele beteuerte, dass er aus Liebe zur Kirche und zum Papst gehandelt hatte, was wahrscheinlich sogar zutrifft. Doch die Kirchenvertreter, deren dunkle Machenschaften durch ihn ans Tageslicht kamen, bewerteten dies naturgemäß anders, sahen ihre Macht bedroht und brachten ihn zum Schweigen – vor allem dann, wenn er vor Gericht wichtige, interne Informationen preisgeben wollte. Dazu ein kurzer Ausschnitt (auf Englisch) aus einem Artikel, der sich damit beschäftigt, dass der Vatikan im Prozess gegen Gabriele genau das nicht tat, was wünschenswert gewesen wäre – nämlich Klarheit zu schaffen.

“When Paolo Gabriele wanted to talk about interesting things, they didn’t let him,” wrote Aldo Maria Valli, a respected Vatican journalist with Rai, the Italian state TV network. “These facts would have been extremely interesting, because they show that Gabriele did not act as a solitary, slightly mad figure but as a conscious person living in an environment where this unease was shared by Vatican officials of the highest rank.” […] “We have witnessed the extraordinary spectacle of a trial that has tried to hide rather than clarify,” Valli wrote. “One must say with total candor that it was a political trial carried out for reasons of state.”

Quelle: http://www.theatlantic.com/international/archive/2012/10/why-the-vati-leaks-trial-did-nothing-for-vatican-transparency/263580/

 

Das kirchliche Bollwerk

Was also hat sich seitdem getan? Mussten sich Vertreter des Vatikans für ihre Machenschaften vor einem weltlichen Gericht verantworten? Gab es eine weltweite Protestwelle gegen den Kirchenstaat und Dankesbekundungen für Gabriele, der nichts anderes tat als die Menschen darüber aufzuklären, was im Vatikan eigentlich vorgeht? Nichts dergleichen ist geschehen – und heute, gerade einmal wenige Monate nach dem Abklingen des Skandals, spricht schon niemand mehr darüber. Das ist es, was mich am meisten an den Menschen verwundert: es spielt keine Rolle, wie oft kleine Kinder in der Kirche vergewaltigt oder belästigt werden; es spielt keine Rolle, wie oft Wunderheiler als Betrüger entlarvt werden; es spielt keine Rolle, wie oft im Rahmen der Kirche Korruption und Günstlingswirtschaft aufgedeckt werden – die Menschen schütteln sich einmal kurz, kommen aber schließlich wieder zur Kirche zurück und alles geht so weiter wie seit ehedem. Dazu fällt mir nur ein Spruch ein, dessen Ursprung ich nicht mehr angeben kann: die Dummheit der Menschen wird nur noch durch ihre Ignoranz übertroffen. Ignorance is a bliss – Ignoranz ist ein Segen. Der Vatikan versinkt im Geld und in historischen Schätzen, während Millionen fromme Christen leiden und Verhungern. Kein Problem! Dann wird eben die Parole ausgegeben, dass die Armen gesegnet sind und Gott für sie ein besonderes Plätzchen bereithält. Man sorgt dafür, dass gravierende Ungerechtigkeit akzeptiert wird – und der Pöbel sagt Amen.

Was hat es mit diesen Geistlichen auf sich? Siehe hier (auf Englisch).

 

Ganz am Vernünftigen im Menschen muss man zweifeln, wenn pseudo-religiöse Scharlatane in der Öffentlichkeit als Betrüger entlarvt werden, der Aufklärer dafür aber nicht gefeiert, sondern wütend von der Bühne gejagt wird, da er gewisse Illusionen zerstört hat. Dennoch gibt es so bewundernswerte Menschen wie eben Derren Brown, die über genau die gleichen Fähigkeiten wie Solche verfügen, die behaupten, sie hätten es mit höheren Mächten zu tun. Der entscheidende Unterschied dabei ist, dass Brown zugibt, dass es sich bei den meisten Phänomenen eher um Psychologie als um Magie handelt, da man jeden Menschen lesen kann – wenn man eben weiß wie. Eines seiner Anliegen ist es – so wie in seinem Film „Miracles for sale“ – bei den Menschen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es sich nicht etwa um übernatürlich Kräfte, sondern um rational erklärbare Phänomene handelt, mit Hilfe derer Personen genau dann ausgenutzt werden, wenn sie sich des Betrugs nicht bewusst sind. Es ist eine Art Armutszeugnis, dass Menschen in einer Show von Magiern wie David Copperfield nach einer Erklärung suchen, da sie wissen, dass es sich nur um einen Trick handelt, in einer Kirche auf ähnliche Vorstellungen aber ganz anderes reagieren.

Die Immunität gegen Aufklärung

Ein weiteres, sehr frühes Beispiel dafür, wie sich Kirchenvertreter mit ihren Lügen auf Kosten der verzweifelten und gutgläubigen Menschen bereichern, stellt der Film „Marjoe“ da. Dabei geht es um einen Jungen, der schon als Kind von seinen Eltern als Prediger aufgezogen und vermarktet wurde und passend dazu nach Maria (Mar) und Joseph (Joe) benannt worden war. Als junger Erwachsener regte sich in ihm aber Widerstand gegen diese Schattenwelt von Lügen und Ausnutzung. Er beschloss, zusammen mit einem Kamerateam alle Maschen und Methoden seiner Kollegen aufzudecken und gab unumwunden zu, dass Spenden während eigener Messen zu sammeln für ihn der einfachste Weg war, schnell an Geld zu kommen. Ein Film mit einer solchen Aufklärungskraft hätte doch bei vernunftbegabten Wesen dazu führen müssen, den miesen Geschäften der selbsternannten Gottesvertreter das Genick zu brechen. Doch die Erde drehte sich…und drehte sich wieder…und der Regen fiel auf die Häupter der Gerechten und Ungerechten gleichermaßen. Die Menschen vergaßen – oder genauer gesagt: sie waren wahrscheinlich nie für die Wahrheit offen gewesen.

 

So kommt es noch heute vor, dass Prediger wie Peter Popoff, die schon mehrfach als Betrüger entlarvt wurden, kurz in der Versenkung verschwinden, nur um wenige Jahre später wieder Gewinne in Millionenhöhe zu kassieren. Immerhin änderte Popoff seine Masche von Wunderheilungen zu einem Prozess, an dessen Ende der Gläubige angeblich von all seinen Schulden befreit sein würde. Wenig überraschend beginnt dieser Prozess aber mit der Einsendung eines Checks an die Organisation des Predigers. Wenn am Ende – wie sollte es auch anders sein – die Schulden nach wie vor bestehen, dann kann Popoff natürlich immer noch behaupten, man hätte bei der Umsetzung seiner Anweisungen etwas falsche gemacht. So behält er immer Recht – und der Geprellte ist immer der Dumme; nicht, weil er beraubt wurde, sondern weil er dem Räuber mit einem Dankeschön das Geld in die Hand gedrückt hat. Man neigt dazu zu sagen: selber schuld. Umsonst gibt es im Leben in der Regel nämlich nichts – auch von Gott nicht.

Deutschland – Ein säkularer Staat?

Doch zum Glück sind wir in Deutschland weit von solchen Verhältnissen entfernt in unserem säkularen Staat – oder etwa nicht? Zur Erinnerung: Säkularismus bedeutet, dass Staat und Religion voneinander getrennt sind. Doch ist das in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt der Fall? Wäre unser Lnad wahrhaftig säkular, dann triebe der Staat über die Kirchensteuer nicht das Geld für die christlichen Religionsgruppen ein; in öffentlichen Schulen gebe es keinen Religionsunterricht (oder zumindest keinen einseitig christlichen) – geschweige denn Kreuze in öffentlichen Gebäuden oder an öffentlichen Plätzen; in Vereidigungen, egal in welcher Form, würde Gott nicht erwähnt werden; es gäbe keine Sonderregelungen für die Kirchen, wie z.B. das fehlende Streikrecht für ihre Angestellten oder das Glockenläuten am Sonntagvormittag, dass eine Funktion erfüllt, die viele Deutsche bei Minaretten ablehnen; die Politiker und Parteien wären religiös unabhängig anstatt „christlich“ sogar im Namen zu tragen; bei Gesetzesvorlagen säßen keine Kirchenvertreter in den Beratungsgremien, wodurch es auch nicht dazu kommen könnte, dass Grundrechte wie beispielsweise das Recht auf körperliche Unversehrtheit durch eine religiös motivierte und gesetzlich festgeschriebene Legitimierung der Beschneidung außer Kraft gesetzt würden; etc. Machen wir uns nichts vor: Deutschland ist weit davon entfernt, säkular zu sein. Alles andere wäre auch absurd. Schließlich sind wir Papst!

Illusorisches Glück

Es ist wahrlich traurig, dass die Menschen noch immer nicht begriffen haben, dass schlechte Menschen Schlechtes und gute Menschen Gutes tun – unabhängig von ihrer Religion. Diejenigen, die behaupten, unser christlicher Glaube sei unser moralischer Anker verschweigen, dass wir in den meisten Situationen auf unsere säkulare Gesetzgebung vertrauen und nicht Gottes Wort umsetzen. Die Mentalität, nur das aus den heiligen Schriften anwenden zu wollen, was einem gerade genehm ist, ist nicht nur unaufrichtig, sondern geradezu verblendet. Der menschliche Geist ist zu mehr in der Lage als zu Aberglauben – doch das Bedürfnis danach scheint in unserer Spezies so groß zu sein, dass wir wohl nie ganz darauf verzichten werden. Wir können nach Amerika schauen und ob der schockierenden Betrugsmaschen mancher Kirchenvertreter mit den Kopf schütteln; aber machen wir uns doch nichts vor: Handlesen, Glücksteine, Horoskope, Kartenlegen, Homöopathie, etc. gehören genau in die gleiche Kategorie. Der Menschen will an etwas glauben, eine Antwort bekommen und vor allem – hoffen können. Solange wir unser abergläubisches Getue nicht hinter uns lassen können, solange werden sich immer wieder findige Geschäftsmänner und –frauen finden, die uns das Geld aus den Taschen ziehen werden. Das Geschäft mit der Hoffnung und mit dem Glauben ist sehr einträglich und wird wohl auch weiterhin florieren – es sei denn, es gelänge uns, eine Gesellschaft der Fairness aufzubauen, in der jeder Menschen mit weltlichen Dingen sein Glück finden könnte, den schon August Bebel sagte treffend:

Religion ist das Streben nach illusorischem Glück des Volkes, das einem Zustand der Gesellschaft entspringt, welcher Illusion bedarf.

 

If I were not an atheist, I would believe in a God who would choose to save people on the basis of the totality of their lives and not the pattern of their words. I think he would prefer an honest and righteous atheist to a TV preacher whose every word is God, God, God, and whose every deed is foul, foul, foul. – Isaac Asimov

I distrust those people who know so well what God wants them to do because I notice it always coincides with their own desires. – Susan B. Anthony

There is not enough love and kindness in the world to give any of it away to imaginary beings. – Friedrich Nietzsche

Religion is regarded by the common people as true, by the wise as false, and by the rulers as useful. – Seneca the younger

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