Der Koran – Ein Manifest des Friedens?


Als Atheist habe ich noch nie verstanden, wie man sein Leben einem Buch unterordnen kann, welches vor Hunderten von Jahren geschrieben wurde und dessen Authentizität schon alleine deshalb nicht überprüft werden kann. Darüber hinaus kann ich nicht verstehen, wie man so viele Errungenschaften des modernen Lebens ablehnt und sie verleugnet, nur weil eben ein solches, in einer ganz anderen Zeit erschienenes Buch es vorgibt. Wichtig ist aber eines: Mir geht es nicht darum zu bewerten, welche Religion besser oder schlechter ist, denn sie sind für mich alle gleichsam bedenkliche Hirngespinste. Auf Grund bestimmter Entwicklungen in den vergangenen Jahren und besonders, weil ich mittlerweile muslimische Freunde habe, habe ich nun aber den Koran gelesen. Vor allem hat mich dabei immer die Differenz interessiert zwischen Terroristen, die den Koran als Begründung für ihre Taten benutzen, und gemäßigten Muslimen, die den Islam als Religion des Friedens betrachten.

Nach dem Lesen dieses Buches steht für mich nun fest: Der Koran ist ein Manifest des Hasses, der Drohungen und der Angst. Wenn Terroristen ihre Taten mit dem Koran begründen, haben sie Recht. Nun heißt das natürlich nicht, dass Moslems an sich schlecht sind. Die meisten von ihnen haben sich – wie bei fast allen Glaubensrichtungen – ihre Religion nicht ausgesucht. Diejenigen unter ihnen, die ihr heiliges Buch aber wörtlich interpretieren und danach handeln, sind aber genauso wie beispielsweise fundamentale Christen nicht nur schlechte, verabscheuungswürdige Menschen, sondern eine Gefahr für alle Menschen, die einen anderen Glauben vertreten.

Nun ist vielleicht ohnehin schon bekannt, dass die Religionswahl in vielen muslimischen Ländern stark eingeschränkt ist. Zwar gibt es Beispiele wie den Iran, in dem verschiedene Religionen friedlich nebeneinander existieren; die Konvertierung vom Islam zu einer anderen Religion ist aber auch dort nicht möglich bzw. steht möglicherweise sogar unter Todesstrafe.

Genau diese Strenge gibt der Koran vor. Fast in jeder Sura wird erwähnt, dass diejenigen, die nicht Allahs Wort gehorchen und seinen Aufrufen folgen, ewige Höllenqualen erleiden werden. Besonders verräterisch ist dabei Sura 76. Ab Vers 7 liest man:

„Und sie geben Speise – und mag sie ihnen (auch) noch so lieb sein – dem Armen, der Waise und dem Gefangenen, (8) (indem sie sagen:) ‚Wir speisen euch nur um Allāhs willen. Wir begehren von euch weder Lohn noch Dank dafür. (9) Wahrlich, wir fürchten von unserem Herrn einen finsteren, unheilvollen Tag.‘“

Geht es einem Moslem also nicht objektiv darum, ein guter Mensch zu sein, sondern nur darum, Allah zu gehorchen und den ewigen Qualen zu entgehen? Würden sie den Armen nicht helfen wenn sie wüssten, dass Allah nicht zusieht?

Was den zeitgenössischen Terrorismus angeht: Der Koran ist voll von Aufrufen, gegen Ungläubige zu kämpfen. Er stellt Belohnungen in Aussicht für Moslems, die für Allahs Sache kämpfen und sterben. Er betont, dass Männer mehr wert sind als Frauen, dass Homosexualität ein Verbrechen ist, dass Sklaverei legitim ist und er enthält antisemitische Passagen. Natürlich enthält der Koran auch viele Aufrufe, die objektiv als gut betrachtet werden, wie die Achtung der eigenen Eltern, dem Helfen von Armen, Ablehnung von Zinswucher, Hilfsbereitschaft und Brüderlichkeit unter Gleichgesinnten, etc. Doch so einfach ist es nicht. Mit so vielen Aufrufen zum Hass und zur Ungleichberechtigung kann der Koran kein Buch des Friedens sein.

Nun soll das nicht bedeuten, dass alle Moslems meiner Meinung nach ihrer Religion abschwören müssten. Was sie aber brauchen ist ein offener, zeitgemäßer und vor allem kritischer Diskurs über ihren Glauben und ihre Werte, denn auch wenn die Mehrzahl der Moslems Gewalt ablehnt, vertreten viele von ihnen andere rückständige Ansichten, die der Koran ihnen vorgibt, wie etwa die Ungleichberechtigung der Frau, Antisemitismus oder die Stigmatisierung von Homosexualität.

Wenn man der Meinung ist, dass der Islam rückständig ist, könnte man richtigerweise fragen, wie viele technologische Produkte, die wir heute benutzen, wie viele Nobelpreisträger oder humanitäre bzw. medizinische Errungenschaften aus den arabischen Ländern kommen. Sicher, es gab eine Zeit, in der islamische Gelehrte das Zentrum des Wissens der Welt darstellten. Als die christlichen Gesellschaften sich aber von ihrer religiösen Abhängigkeit lösten, moderner und humanitärer wurden, blieb der Islam im Mittelalter stecken. Für mich ist der entscheidende Unterschied: In westlichen Gesellschaften ist die Trennung von Staat und Kirche oft die Norm, in muslimischen kaum. Wenn man sich also auf Werte festlegt, die vor über 1000 Jahren definiert wurden, kann man nicht ernsthaft behaupten, der heutigen Zeit zu entsprechen. Stattdessen muss man heucheln, immer wieder heucheln, denn die moderne Technologie, die Muslime heute nutzen um ihre rückständigen Ideen zu verbreiten, wurde in säkularen Gesellschaften entwickelt gerade deshalb, weil sich diese der Wissenschaft geöffnet und sich weiter von ihren religiösen Dogmen entfernt hatten.

Was ich mir also wünschen würde? Die Einsicht und das Eingeständnis von Muslimen, dass der Koran nicht Frieden propagiert, sondern Hass und Angst. Dann würde nämlich die Möglichkeit bestehen, seinen eigenen Glauben zu reformieren, was dringend notwendig ist. Der Koran ist Gift, wenn man es zulässt – genauso wie andere religiöse Schriften auch. Wir brauchen nicht unbedingt mehr Atheisten, aber mehr säkulare Moslems, von denen es bisher leider nur wenige gibt.

Doch natürlich sollte man nicht meinen Worten glauben, wenn ich über hasserfüllte Passagen im Koran schreibe, sondern dem Koran selbst. Deshalb finden sich im Anhang viele Beispiele dafür. Ganz am Ende steht noch eine abschließende Bewertung von mir.

 

Die ungefähre Bedeutung des Al Qur’an Al Karim in der deutschen Sprache; aus dem Arabischen übersetzt von Abu-r-Rida Muhammad ibn Ahmad ibn Rassoul; 8. Auflage, 2012.

 

Aufruf zum Kampf gegen Ungläubige:

Sure 2, Vers 189 (2:189)

Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten. (190) Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum Unglauben) ist schlimmer als der Tod.

2:192

Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört.

3:11

Sprich zu denen, die ungläubig sind: „Bald schon werdet ihr besiegt sein und in Gahannam versammelt werden – was für eine schlechte Ruhestätte!“

4:75

Die da glauben, kämpfen für Allahs Sache, und die nicht glauben, kämpfen für die Sache des Teufels; darum kämpft gegen die Anhänger Satans!

4:83

Kämpfe darum für Allahs Sache – du wirst für keinen verantwortlich gemacht außer für dich selbst – und feuere die Gläubigen zum Kampf an.

4:88

Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern. Und wenn sie sich abwenden, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet.

4:100

Wahrlich, die Ungläubigen sind eure offenkundigen Feinde.

5:53

O ihr, die ihr glaubt, wer sich von euch von seinem Glauben abkehrt, wisst, Allah wird bald ein anderes Volk bringen, das er liebt, (das) demütig gegen die Gläubigen und hart gegen die Ungläubigen (ist); sie werden auf Allahs Weg kämpfen und werden den Vorwurf des Tadelnden nicht fürchten.

8:11

Da gab dein Herr den Engeln ein: „Ich bin mit euch; so festigt denn die Gläubigen. In die Herzen der Ungläubigen werde Ich Schrecken werfen. Trefft (sie) oberhalb des Nackens und schlagt ihnen jeden Finger ab!“

8:16

Nicht ihr habt sie erschlagen, sondern Allah erschlug sie. Und nicht du hast geschossen, sondern Allah gab den Schuss ab; und prüfen wollte Er die Gläubigen mit einer schönen Prüfung von Ihm.

8:38

Und kämpft gegen sie, damit keine Verführung mehr stattfinden kann und (kämpft) bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist.

8:54

Wahrlich, schlimmer als das Vieh sind bei Allah jene, die ungläubig sind und nicht glauben werden.

8:59

Und rüstet gegen sie auf, soviel ihr an Streitmacht und Schlachtrossen aufbieten könnt, damit ihr Allahs Feind und euren Feind – und andere außer ihnen, die ihr nicht kennt – abschreckt; Allah kennt sie (alle). Und was ihr auch für Allahs Sache aufwendet, es wird euch voll zurückgezahlt werden, und es soll euch kein Unrecht geschehen.

8:64

O Prophet, feuere die Gläubigen zum Kampf an.

9:4

Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf.

9:28

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen.

9:29

Und die Juden sagen, Esra sei Allahs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. Das ist das Wort aus ihrem Mund. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem gläubig waren. Allahs Fluch über sie!

9:40

Zieht aus, leicht und schwer, und kämpft mit eurem Gut und mit eurem Blut für Allahs Sache!

9:72

O Prophet, kämpfe gegen die Ungläubigen und die Heuchler.

24:1

Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen gegebenenfalls jeweils mit hundert Peitschenhieben aus; und lasst euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen, wenn ihr an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen. (2) Ein Unzüchtiger darf nur eine Unzüchtige oder eine Götzendienerin heiraten, und eine Unzüchtige darf nur einen Unzüchtigen oder einen Götzendiener heiraten; den Gläubigen aber ist das verwehrt.

34:32

Wir werden Fesseln um die Nacken derer legen, die ungläubig waren.

41:26

Aber gewiss werden Wir den Ungläubigen eine strenge Strafe zu kosten geben, und gewiss werden wir Ihnen ihre schlimmsten Taten vergelten. (27) Das ist der Lohn der Feinde Allahs: das Feuer. Darin wird ihnen die Wohnstatt der Ewigkeit zuteil sein – als Vergeltung dafür, dass sie Unseren Zeichen gegenüber undankbar waren.

44:42

Wahrlich, der Baum des Zaqqῡm (43) ist die Speise des Sünders. (44) Wie geschmolzenes Kupfer wird er in (ihren) Bäuchen brodeln (45), wie das Brodeln kochenden Wassers. (46) „Ergreift ihn und zerrt ihn in die Mitte der Al-Ğahīm. (47) Dann gießt auf sein Haupt die Pein des siedenden Wassers. (48) Koste! Du (meintest) doch, der Erhabene, der Würdige zu sein. (49) Siehe, dies ist nun das, woran ihr zu zweifeln pflegtet.“ (50)

47:3

Wenn ihr (im Kampfe) auf die stoßt, die ungläubig sind, so haut (ihnen) auf den Nacken; und wenn ihr sie schließlich siegreich niedergekämpft habt, dann schnürt ihre Fesseln fest.

47:7

Die aber ungläubig sind – nieder mit ihnen! Er lässt ihre Werke fehlgehen.

47:19

Doch wenn eine entscheidende Sura herabgesandt wird und darin von Kampf die Rede ist, dann siehst du die, in deren Herzen Krankheit ist, dich mit dem Blick eines (Menschen) anschauen, der im Sterben von Ohnmacht befallen wird; also wehe ihnen!

47:30

Und Wir wollen euch sicherlich prüfen, bis Wir diejenigen von euch kennen, die kämpfen und standhaft sind.

47:34

So lasst (im Kampfe) nicht nach und ruft nicht zum Waffenstillstand auf, wo ihr doch die Oberhand habt. Und Allāh ist mich euch, und Er wird euch eure Taten nicht schmälern.

48:28

Muḥammad ist der Gesandte Allāhs. Und die, die mit ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen, doch barmherzig zueinander.

61:3

Wahrlich, Allāh liebt diejenigen, die für Seine Sache kämpfen, (in eine Schlachtordnung) gereiht, als wären sie ein fest gefügtes Mauerwerk.

 

In Aussicht stellen von Belohnungen bei kriegerischen Handlungen:

3:156

Und wahrlich, wenn ihr auf dem Weg Allahs erschlagen werdet oder sterbt, wahrlich, Allahs Vergebung und Barmherzigkeit ist besser als das, was ihr zusammenscharrt.

3:168

Und betrachte nicht diejenigen, die auf Allahs Weg gefallen sind, als tot. Nein! Sie leben bei ihrem Herrn, und sie werden dort versorgt.

3:194

Da erhörte sie ihr Herr (und sprach): „Wahrlich, Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch verloren gehen, sei es von Mann oder Frau; die einen von euch sind von den anderen. Und diejenigen, die da auswanderten und aus ihren Häusern vertrieben wurden und auf Meinem Weg litten und kämpften und fielen – wahrlich, tilgen will Ich ihre Missetaten, und wahrlich, führen will Ich sie in Gärten, in denen Bäche fließen, als Lohn von Allah.“ Und bei Allah ist die beste Belohnung.

4:73

Lasst also für Allahs Sache diejenigen kämpfen, die das irdische Leben um den Preis des jenseitigen Lebens verkaufen. Und wer für Allahs Sache kämpft, alsdann getötet wird oder siegt, dem werden Wir einen gewaltigen Lohn geben.

4:94

Allah hat die mit ihrem Gut und Blut Kämpfenden über die, die daheim bleiben, im Rang um eine Stufe erhöht. Jeden von beiden aber hat Allah Gutes verheißen; doch die Kämpfenden hat Allah vor den Daheimbleibenden durch großen Lohn ausgezeichnet.

8:73

Und diejenigen, die geglaubt haben und ausgewandert sind und für Allahs Sache gekämpft haben, und jene, die (ihnen) Herberge und Hilfe gaben – diese sind in der Tat wahre Gläubige. Ihnen wird Vergebung und eine ehrenvolle Versorgung zuteil sein.

47:1

Denjenigen aber, die gläubig sind und gute Werke tun und an das glauben, was auf Muḥammad herabgesandt worden ist – und es ist ja die Wahrheit von ihrem Herrn, denen tilgt Er ihre schlechten Taten und stellt ihre gute Lage wieder her.

47:3

Und hätte Allāh es gewollt, hätte Er selbst sie besiegen können, aber Er wollte die einen von euch durch die anderen prüfen. Und diejenigen, die auf Allāhs Weg gefallen sind – nie wird Er ihre Werke zunichte machen. (4) Er wird sie rechtleiten und ihren Stand verbessern (5) und sie ins Paradies führen, das Er ihnen zu erkennen gegeben hat.

48:15

Sprich zu den Wüstenarabern, die zurückblieben: „Ihr sollt gegen ein Volk von starken Kriegern aufgerufen werden; ihr kämpft gegen sie, es sei denn, sie treten zum Islam über; und wenn ihr gehorcht, wird Allāh euch einen schönen Lohn geben; doch wenn ihr (Ihm) den Rücken kehrt, wie ihr ihn zuvor gekehrt habt, dann wird Er euch mit qualvoller Strafe bestrafen.“

55:45

Und dem aber, der sich vor der Gegenwart seines Herrn fürchtet, werden zwei Gärten zuteil sein.

61:10

Ihr sollt an Allāh und an Seinen Gesandten glauben und euch für Allāhs Sache mit eurem Gut und eurem Blut eifrig einsetzen. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet. (11) Er wird euch eurer Sünden vergeben und euch in Gärten führen, durch die Bäche fließen, und in gute Wohnungen in den Gärten von Eden. Das ist die große Glückseligkeit. (12) Und noch etwas anderes, das ihr liebt, (wird euch zuteil sein): Hilfe von Allāh und naher Sieg.

78:30

Wahrlich, für die Gottesfürchtigen, gibt es einen Gewinn (31): Gärten und Beerengehege (32) und Mädchen mit schwellenden Brüsten, Altersgenossinnen (33) und übervolle Schalen.

 

Vorgaben zur Ungleichberechtigung bzw. Ungleichstellung und Unterdrückung der Frau:

2:222

Eure Frauen sind ein Saatfeld für euch; darum bestellt euer Saatfeld, wie ihr wollt.

2:227

Und ihre Ehemänner haben vorrangig das Anrecht, sie dann zurückzunehmen, wenn sie eine Versöhnung anstreben. Und ihnen (den Frauen) stehen die gleichen Rechte zu wie sie (die Männer) zur gütigen Ausübung über sich haben. Doch die Männer stehen eine Stufe über ihnen.

4:2

…, so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier.

4:10

Allah schreibt euch hinsichtlich eurer Kinder vor: Auf eines männlichen Geschlechts kommt gleichviel wie auf zwei weiblichen Geschlechts. (In Bezug auf das Erbe.)

4:14

Und wenn einige eurer Frauen eine Hurerei begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen sie es, dann schließt sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg gibt.

4:33

Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet: Ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!

9:107

In ihr (einer Moschee) sind Männer, die sich gerne reinigen; und Allah liebt diejenigen, die sich reinigen.

16:56

Und sie dichten Allah Töchter an. Gepriesen sei Er! Und sich selbst behalten sie vor, was sie begehren. (57) Und wenn einem von ihnen die Nachricht von (der Geburt) einer Tochter überbracht wird, so verfinstert sich sein Gesicht, und er unterdrückt den inneren Schmerz. (58) Er verbirgt sich vor den Leuten aufgrund der schlimmen Nachricht, die er erhalten hat: Soll er sie behalten trotz der Schande, oder (soll er sie) in der Erde verscharren? Wahrlich, übel ist, wie sie urteilen!

24:5

Und (was) jene (betrifft), die ihren Gattinnen (Ehebruch) vorwerfen und keine Zeugen (dafür) außer sich selber haben – von solchen Leuten soll die Aussage des Mannes allein (genügen), wenn er viermal bei Allah schwört, dass er die Wahrheit rede.

24:30

Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden senken und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen – bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und dass sie ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen und ihren Schmuck vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhne ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken.

33:52

Und wenn ihr sie (seine Frauen) um irgendetwas zu bitten habt, so bittet sie hinter einem Vorhang.

33:58

O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder reichlich über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (dann) erkannt und nicht belästigt werden.

60:9

Gläubige Frauen… Wenn ihr sie dann gläubig findet, so schickt sie nicht zu den Ungläubigen zurück. Diese (Frauen) sind ihnen nicht erlaubt, noch sind sie (als Ehemänner) diesen (Frauen) erlaubt. Jedoch zahlt (ihren ungläubigen Ehemännern) das zurück, was sie (für sie) ausgegeben haben. Und es ist keine Sünde für euch, sie zu heiraten, wenn ihr ihnen ihre Brautgabe gegeben habt. Und haltet nicht am Ehebund mit den ungläubigen Frauen fest, sondern verlangt das zurück, was ihr (für sie) ausgegeben habt, und lasst (die Ungläubigen) das zurückverlangen, was sie (für sie) ausgegeben haben!

60:10

Und wenn irgendeine von euren Frauen von euch zu den Ungläubigen fortgeht, dann gebt, wenn ihr (bei den Ungläubigen) Beute macht, jenen (Gläubigen), deren Frauen fortgegangen sind, das Gleiche von dem, was sie (für ihren Frauen) ausgegeben haben.

65:3

Wenn ihr Zweifel hegt (über) jene eurer Frauen, die keine Menstruation mehr erhoffen, (dann wisst, dass) ihre Frist drei Monate beträgt, und (das Gleiche gilt für) diejenigen, die noch keine Menstruation gehabt haben. Und für die Schwangeren soll die Frist solange dauern, bis sie zur Welt bringen, was sie getragen haben.

66:4

(2) Der Prophet […] (4)Vielleicht wird sein Herr ihm, wenn er sich von euch scheidet, an eurer Stelle bessere Frauen als euch geben, muslimische, gläubige, gehorsame, reuige, fromme, fastende (Frauen), Ṯaiyibāt und Jungfrauen.

 

Versprechen von Jungfrauen im Himmel:

37:47

Und bei ihnen werden (Keusche) sein, die züchtig aus großen Augen blicken (48), als ob sie verborgene Perlen wären.

38:50

Dort werden sie zurückgelehnt ruhen; dort werden sie Früchte in Mengen und reichlich Trank haben. (51) Und bei ihnen werden (Keusche) sein, die züchtig blicken, Gefährtinnen gleichen Alters.

55:55

Darin sind (keusche Mädchen) mit züchtigem Blick, die weder Menschen noch Ğinn vor ihnen berührt haben.

 

Antisemitische Referenzen:

4:45

Es gibt welche unter den Juden, die Worte aus ihren Stellung verdrehen und sagen: „Wir hören und wir gehorchen nicht“, und „Höre, ohne gehört zu werden!“, und „Sei uns nachsichtig!“, indem sie mit ihren Zungen lügen und den Glauben lästern.

4:159

Und der Sünde der Juden wegen haben Wir ihnen gute Dinge verboten, die ihnen erlaubt waren, wie auch, weil sie viele Hindernisse in Allahs Weg legten (160) und weil sie Zins nahmen, obgleich es ihnen untersagt war, und weil sie das Gut der Leute widerrechtlich aufzehrten.

16:117

Und denen, die Juden sind, haben Wir all das verboten, was Wir dir bereits zuvor mitgeteilt haben. Und nicht Wir taten ihnen Unrecht, sondern sie taten sich selber Unrecht.

 

Stigmatisierung von Homosexualität als Verbrechen:

7:79

Und (Wir entsandten) Lot, da er zu seinem Volk sagte: „Wollt ihr eine Schandtat begehen, wie sie keiner in der Welt vor euch je begangen hat? (80) Ihr gebt euch in (eurer) Sinneslust wahrhaftig mit Männern statt mit Frauen ab. Nein, ihr seid ein ausschweifendes Volk.“ […] (83) Und wir ließen einen gewaltigen Regen auf sie niedergehen. Nun siehe, wie das Ende der Verbrecher war!

26:164

Vergeht ihr euch unter allen Geschöpfen an Männern (165) und lasst eure Frauen (beiseite), die euer Herr für euch erschaffen hat? Nein, ihr seid ein Volk, das die Schranken überschreitet.“ (166) Sie sagten: „Wenn du (davon) nicht ablässt, o Lot, so wirst du gewiss einer der Verbannten sein.“ (167) Er sagte: “Ich verabscheue euer Treiben.“

29:27

Und da sagte Lot zu seinem Volk: „Ihr begeht eine Schändlichkeit, die keiner von allen Menschen je vor euch begangenen hat. (28) Vergeht ihr euch tatsächlich an Männern und macht die Wege unsicher? Und bei euren Versammlungen begeht ihr Abscheuliches!“

 

Legitimierung von Sklaverei

24:31

Und verheiratet diejenigen von euch, die ledig sind, und die guten unter euren Sklaven, männliche wie weibliche.

24:32

Und zwingt eure Sklavinnen nicht zur Prostitution.

58:2

Und jene nun, die ihre Frauen Mütter nennen und dann zurücknehmen möchten, was sie gesagt haben – (die Buße dafür) ist die Befreiung eines Sklaven, bevor sie einander berühren.

 

Weitere Beispiele dafür, was im Islam verachtet werden sollte:

23:1-6

Wahrlich, erfolgreich sind die Gläubigen, die […] ihre Schamteile bewahren; außer gegenüber ihren Gattinnen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen; denn dann sind sie nicht zu tadeln. Diejenigen aber, die darüber hinaus etwas begehren, sind Übertreter.

24:32

Und diejenigen, die keine (Gelegenheit) zur Ehe finden, sollen sich keusch halten, bis Allah sie aus Seiner Fülle reich macht.

60:12

O ihr, die ihr glaubt, schließt keine Freundschaft mit einem Volk, dem Allāh zürnt; denn sie haben die Hoffnung auf das Jenseits gerade so aufgegeben, wie die Ungläubigen die Hoffnung auf die Wiederbelebung derer aufgegeben haben, die in den Gräbern liegen.

77:19

Schufen Wir euch nicht aus einer verächtlichen Flüssigkeit, (20) die Wir dann an eine geschützte Bleibe brachten (21) für eine bestimmte Fügung?

 

Der Prophet Mohammed hat Sonderrechte

33:49

O Prophet, Wir erlaubten dir deine Gattinnen, denen du ihre Brautgabe gegeben hast, und jene, die du von Rechts wegen aus (der Zahl) derer besitzt, die Allah dir als Kriegsbeute gegeben hat, und die Töchter deines Vaterbruders und die Töchter deiner Vaterschwestern und die Töchter deines Mutterbruders und die Töchter deiner Mutterschwestern, die mit dir ausgewandert sind, und jedwede gläubige Frau, die sich dem Propheten schenkt, vorausgesetzt, dass der Prophet sie zu heiraten wünscht; (dies gilt) nur für dich und nicht für die Gläubigen.

33:50

Du darfst die von ihnen entlassen, die du (zu entlassen) wünscht, und du darfst die behalten, die du (zu behalten) wünschst; und wenn du eine, die du entlassen hast, wieder aufnehmen willst, dann trifft dich kein Vorwurf.

33:52

Und es geziemt euch nicht, den Gesandten Allahs zu belästigen, noch (geziemt es euch) seine Frauen jemals nach ihm zu heiraten. Wahrlich, das würde vor Allah eine Ungeheuerlichkeit sein.

37:39

Ausgenommen (davon sind) die erwählten Diener Allahs. (40) Diese sollen eine zuvor bekannte Versorgung erhalten.

 

Die ultimative Motivation für das eigene Handeln: Angst!

76:7

Und sie geben Speise – und mag sie ihnen (auch) noch so lieb sein – dem Armen, der Waise und dem Gefangenen, (8) (indem sie sagen:) „Wir speisen euch nur um Allāhs willen. Wir begehren von euch weder Lohn noch Dank dafür. (9) Wahrlich, wir fürchten von unserem Herrn einen finsteren, unheilvollen Tag.“

 

Wer schrieb den Koran?

Was soll man nun also vom Koran halten? Beim Lesen des Buches wurde mir eines klar: Natürlich glaube ich nicht, dass Allah die Verse diktiert hat, da ich an nichts Übernatürliches glaube. Wenig überzeugend ist es auch, wenn im Koran immer wieder sinngemäß steht: „Was im Koran steht ist wahr, weil wir es sagen und weil es hier steht!“ Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass Mohammed tatsächlich gelebt und den Koran geschrieben hat. Warum? Historisch betrachtet scheint er in kämpferischen Konflikten als Anführer, also als Feldherr beteiligt gewesen zu sein. Was brauchte er also? Soldaten, die gehorchten, ohne Fragen zu stellen und für seinen Willen in den Krieg zogen. Schon immer spielte Angst dabei eine große Rolle – wie in allen anderen Religionen auch. „Wenn ihr nicht macht, was hier geschrieben steht, dann werdet ihr ewige Qualen erleiden!“ Es gibt in der Menschheitsgeschichte Tausende von Sekten und Kulten. Von den meisten werden wir nie etwas erfahren, ein paar setzten sich durch und bestimmen heute noch die Welt. Der Islam war eine dieser Ideen – und Mohammed ein Kriegsherr, der dessen Verbreitung vorantrieb und es schaffte, sich seine Mitmenschen gehörig zu machen.

Wie bei anderen religiösen Schriften auch finden sich im Koran nur allzu deutliche Hinweise darauf, warum ein Mensch, noch dazu ein Mann ihn geschrieben haben muss. Warum kann ein allmächtiger Allah Wunder vollbringen, aber nicht seine eigenen Konflikte lösen? Warum ruft er immer wieder zum Krieg auf? Warum ist seine Schöpfung so fehlerbehaftet? Warum stellt das Paradies – blühende Gärten mit saftigen Früchten, fließenden Bächen und Jungfrauen – das Ideal dar, was man/Mann sich auf Erden wünscht? Warum sollte Allah sich dafür interessieren, dass Männer mehr wert sind als Frauen? Warum sollte der Prophet Sonderrechte haben im Gegensatz zu anderen Gläubigen? Warum werden Juden und Homosexuelle – auch eine Schöpfung Allahs – verachtet? Warum ist die Motivation für gutes Handeln Angst anstatt von Humanität und Verstand?

Der Koran ist Mohammeds Manifest zum Erreichen seiner eigenen Ziele. Umso erbärmlicher scheint es daher, dass er noch heute das Handeln von so vielen Menschen beeinflusst. Auf tragische Weise passend scheint daher das Sprichwort: „Die Feder ist mächtiger als das Schwert“

Doch abschließend sei noch einmal betont, dass wir keinen Hass oder keine Ablehnung gegen Muslime brauchen, was kontraproduktiv wäre. Stattdessen brauchen wir Bildung, Bildung, Bildung – und weniger Toleranz, wenn es um gefährliche Ideologien geht.

Twelve reasons why God is not a nice guy (or girl)


  1. Let’s start with the most obvious flaw of the whole creation myth. Allegedly, God has always existed and there was nothing before or without God. He is the creator of time and space, of everything material as well as immaterial. He is omnipresent and omnipotent and can foresee the future. Now, if you ask a religious person, most of them will say that everything nice and fascinating was made by God whereas everything wicked and ugly was caused by man since we chose to disobey God. How convenient! The problem of an all-powerful being, however, is that it saw everything coming since it can foresee the future. So even before the creation of human beings God knew about the Holocaust and Rwanda, about Stalin, Mao, Pol Pot, about the plague, cancer, HIV, about rape, murder, and theft, about starving children, etc. The question therefore is: Did he not see that coming and therefore is not so powerful after all – or did he see it coming and still created the world and its beings full of flaws and evil intent? Why would he do that? As some kind of wicked entertainment for himself?
  2. Based on point one, why did God create hell? Why did he create Lucifer? Why did he create so much evil potential in the world? Why did he create beings that hurt, rape, and kill each other?
  3. Apparently, God has to admit once in a while that his own creation is flawed. What is his reaction to that? He wipes out all human beings except one family through a great flood. Well done my lord! That’s what I call a temper!
  4. One of the most wicked disadvantages that comes with Christianity is that it destroys the foundation of morality. Imagine you have killed someone and you have to go to court. You are sure you are going to be sentenced when all of a sudden you are offered an alternative. You are told that someone else has already suffered for your sins and will take the sentence on. This person is not in the court room, neither is he or she still alive. All you have to do is accept this person as your savior and follow his or her holy commands. In other words, you are not responsible for your own horrible actions anymore since someone else is going to take the blame. Thus, you destroy the very essence of morality: being responsible for your own actions. We say that someone can perform those horrific acts and still make it to heaven. How is that fair? How will the little girl that was raped and murdered feel when she meets her rapist in heaven? After all, all he had to do was feed the vanity of a creator who makes arbitrary judgments.
  5. Based on that, God is not nice because he might have accepted people such as Adolf Hitler into heaven. Hitler was raised a Roman Catholic and never renounced his religion. What if, before his death, he fell on his knees and repented? After all, with millions dead his prospects for the afterlife were bleak. Being sincerely scared of hell, I can imagine that he honestly felt sorry and asked for forgiveness and understanding. Could God have denied him based on his own standards?
  6. God is not nice, he is vain. He treats you right if you obey his arbitrary rules. If you don’t you are threatened with eternal punishment. The first three commandments have nothing to do with morality, they only underline Gods vanity. In a nutshell, it doesn’t matter if you live a good life. As long as you accept him as the Supreme Being and worship him to raise his self-esteem you’ll end up in heaven after all. The most obvious story to make this point was his quarrel with the Pharaoh in Egypt before Moses lead the people to Israel. The Pharaoh wanted to let them go but God changed his mind in order to prove who was more powerful. The ten plagues didn’t devastate the Egyptians because of Pharaohs decisions, but because of Gods wrath. In the end, he himself killed all of the firstborns in Egypt – helpless victims that had nothing to do with the quarrel. Oh merciful God…
  7. God is not nice because he neither grants us free will nor free choice. If God can foresee the future and if things in life are predetermined, then there is no such thing as a free will. Things are meant to happen anyway so it is not up to us and our decisions. Also, the whole concept of a free will is a paradox in terms of religion since it was forced upon us by God and since we cannot choose not to have a free will. In addition, we don’t have a free choice. “You can choose to follow God”, is commonly said by apologists in order to make the point that we are all free in our judgment. But how free is such a decision when not being obedient is connected to eternal suffering? It is as absurd as saying to someone from North Korea that they are free to leave the country. Yes, they can make the decision and try to leave, but they will probably die as a consequence. That is not what we would call a free choice, or is it? If God is all-powerful, everything happens in accordance with his will. If things happen for a reason, there can’t be a free will. Or is God not so powerful after all?
  8. God makes people selfish. There are several problems with prayers. One is that I wonder what they are good for. If you believe that God has a plan for you and that things happen for a reason, why would you even bother trying to change that? The other issue I have with prayers is their selfish nature. Sure, many people pray for the well-being of others, but how often do they pray for a raise, or for finding a partner, or for becoming pregnant, etc.? Also, even if you pray for others you do so in order to be a good Christian. After all, big brother is watching and you want to leave a good impression. Bearing that in mind, nothing positive a religious person does can be selfless since they are always doing it for that one ultimate selfish purpose.
  9. There are indigenous people in this world who have never heard about our Gods. The question is: Will they go to heaven or to hell when they die? If God is not nice – and I think he is not – they will all go to hell since they didn’t worship him. As unfair as this decision is, the alternative is unthinkable. If they do go to heaven since they didn’t know any better, it would be reasonable to not tell our children about religion. After all, if they didn’t know any better they couldn’t go to hell. Wouldn’t that be something selfless to do for a change?
  10. The foundation of the whole God business is obedience. He wants to control every single one of our moves, actions, and even thoughts. He is the dick who is telling you what you can and cannot do while not even meeting his own standards. You shall not kill? He has done it many times! You shall love your neighbor? He hates everything that could be competition. You shall not judge others? He is going to judge every single one of us. On earth, we would call that a hypocrite.
  11. God allegedly has the power to prevent evil things from happening – but he chooses not to. If I had those powers, I would save that little girl from being raped and murdered – where God just stands by and watches. Watching innocent creatures being tortured and killed is as sick as it can get. But there is more! The girl has to go through this since our lives are just a challenge to test if we are right for heaven. God knows how we are going to do on that test since he is all powerful and yet he would rather watch an innocent person suffer instead of taking them beforehand, knowing how they would prove themselves. That is one of the most immoral things I can think of. “I will reward you afterwards, but boy do I want to witness that rape!”, says God while his followers worship him as the foundation of objective morality.
  12. God punished the first two people he created for seeking enlightenment and curiosity. Those are qualities that we usually consider as being good. God is not nice because he doesn’t want us to be critical, independent, and curious thinkers. He just wants us to be his mind slaves.

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Die Geschichte des Fußballs – Vom Rauffest zum Sport-Kommerz


Manche hassen ihn, viele lieben ihn – und einige können sich ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen. Der Fußball elektrisiert nicht nur in Deutschland die Massen, sondern ist auch in den meisten anderen Teilen der Welt zu einem gesellschaftlich-soziologischem Phänomen geworden. Kaum zu glauben, dass diese Sportart aus kriegsähnlichen Wettkämpfen entstand, die äußerst brutal waren und sogar Todesopfer forderten.

Es ist kein Zufall, dass ein durchschnittlicher Deutscher mit Bastian Schweinsteiger, Marco Reus oder Lukas Podolski mehr anfangen kann als mit Peter Altmaier, Clemens Brentano oder Franz Liszt. Sicher, Politiker oder verstorbene Schriftsteller bzw. Musiker stehen selten so unterhaltsam im Mittelpunkt wie die allseits bekannten Fußballer. Ein solcher Vergleich sagt jedoch viel über ein Volk und seine Vorlieben aus. Nein, es ist natürlich keine Schande sich mit Fußball zu beschäftigen. Es geht dabei nämlich nicht nur um ein Hobby, sondern um ein soziokulturelles Phänomen, das im Laufe von Jahrhunderten fast die gesamte Welt in seinen Bann gezogen hat.

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Die Bewegungskultur, also das Ausüben körperlicher Anstrengungen ohne überlebenswichtige Notwendigkeit, ist wahrscheinlich so alt wie der moderne Mensch selbst. Schon die Freier Penelopes, die in Odysseus Abwesenheit um die schöne Witwe warben, vertrieben sich mit Scheibenschießen, Speerwerfen und anderen Spielen die Zeit. Laut Plutarch wurden in Sparta auch die Frauen in die körperliche Ausbildung (Laufen, Ringen, Diskus- und Speerwerfen) mit einbezogen, damit die Zeugung der Kinder in kräftigen Körpern erfolgte. Während in Sparta die körperliche Ertüchtigung als Mittel zur Wehrtüchtigkeit angesehen wurde, ging es den Athenern darum, dass ein körperlich schöner, athletischer Mann moralisch gut und geistig rege sei.

Wo und wann genau die ersten Ursprünge des Fußballs zu finden sind, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Der britische Sportsoziologe Eric Dunning geht davon aus, dass sich dem Fußball ähnliche Spielformen mehrfach unabhängig voneinander entwickelten, da sich Anzeichen bei Chinesen, Japanern, Griechen, Römern, Italienern, Engländern, Franzosen und Kelten finden lassen – teilweise weit vor der Geburt Christi. Die Funktion des Spiels scheint jedoch immer ähnlich gewesen zu sein: Es war ein gewaltsames und unterhaltsames Mittel, Konflikte zwischen konkurrierenden Gruppen auszutragen.

Mehr ist über die Formen des sogenannten Volksfußballs, wie er im Mittelalter vor allem in England an diversen Orten und in unterschiedlichen Variationen praktiziert wurde, bekannt. Im Gegensatz zur heutigen Form gab es damals aber kaum Regeln, keine Schiedsrichter und nicht einmal ein abgegrenztes Spielfeld. Shrovetide Football, eine seit dem 12. Jahrhundert praktizierte traditionelle Form des Fußballs, die zur Karnevalszeit alljährlich im englischen Ashbourne gespielt wird, stellt ein typisches Beispiel dar: „Es treten zwei Stadteile gegeneinander an, wobei es keine Begrenzung der Teilnehmerzahl gibt. Das Ziel ist es heutzutage, den in der Stadt freigegeben Ball, der meist getragen wird, zum eigenen Mahlstein am Fluss zu bringen, wohingegen früher der gegnerische Mahlstein das Ziel war. Die Entfernung zwischen beiden Endpunkten beträgt ungefähr drei Meilen“, erklärt Dr. Ansgar Molzberger vom Institut für Sportgeschichte der Deutschen Sporthochschule Köln.

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Der Wettkampf, der jeweils von Mittags bis Abends über zwei Tage ausgetragen wird, ist überaus unübersichtlich. Egal ob durch Flüsse oder Büsche, über Straßen oder durch Gassen – der Haufen an Teilnehmern, der sich um den Ball balgt und dabei äußerst gewalttätig vorgeht, ist durch keinerlei Eingrenzungen beschränkt. Dunning beschreibt sogar Versionen des Volksfußballs, bei denen Reiter eingesetzt wurden, um den Ball schneller voranzutreiben. In Ashbourne findet man übrigens auch den Ursprung des heute so oft angewandten Begriffs des Derbys, wie Molzberger erklärt: „Der Ort liegt im Bezirk Derbyshire – und da eben die zwei Ortsteile gegeneinander antreten, liegt dort der Ursprung des Begriffs Derby.“

Es scheint offensichtlich zu sein, dass solche Wettkämpfe zur Rivalität zwischen zwei Gruppen beitrugen, wobei man laut Molzberger Ursache und Wirkung nicht verwechseln darf: „Man sollte die Rolle des Sports meiner Meinung nach nicht überschätzen. Die Rivalitäten haben oft historische Wurzeln, z.B. auf welcher Seite die Dörfer bei einer Schlacht jeweils standen. Der Wettkampf ist dann eher die Bühne für den Konflikt, aber nicht die Ursache.“ Wie brutal diese Duelle tatsächlich waren, kann man einer zeitgenössischen Schilderung entnehmen: „[Sie kehren heim] wie nach einer regelrechten Feldschlacht, mit blutigen Köpfen, gebrochenen Knochen und verrenkten Gliedmaßen und Prellungen, die geeignet sind, ihr Leben zu verkürzen. Dennoch ist alles nur ein Spiel und weder ein Anwalt noch ein Vertreter der Krone wurde jeweils deswegen angerufen.“ (nach Carew, 1602)

Das Gewaltpotential und die berauschende Wirkung der Wettkämpfe führte schließlich dazu, dass sowohl in England als auch in Frankreich bereits im 14. Jahrhundert Gesetze erlassen wurden, die die Ausübung des Volksfußballs unter Strafe stellten, da es zum einen dadurch immer wieder zu Unruhen und Tumulten gekommen war und weil man zum anderen befürchtete, dass die Ausbildung der Soldaten beeinträchtigt würde.

Im italienischen Florenz findet sich ebenfalls eine noch heute praktizierte, traditionelle Form des Fußballs: der Calcio storico. „Im Turnierverlauf, dessen Finale am 24. Juni bestritten wird, treten die vier Stadtteile gegeneinander an. Gespielt wird mit jeweils 27 Spielern auf einem etwa 170×80 Meter großem Feld. Der Untergrund ist Sand, Regeln gibt es sehr wenige“, erklärt Molzberger. Im Jahre 1930 wurde das Spiel, das durchaus an Gladiatoren-Wettkämpfe erinnert und auf die Medici zur Zeit der Renaissance zurückgeht, reorganisiert. Das Ziel ist es, den Ball während des Spiels (bei dem es übrigens keine Unterbrechungen oder Auswechslungen gibt) so oft wie möglich im Netz in der gegnerischen Endzone zu platzieren. Hauptsächlich spielen sich auf dem Feld aber Zweikämpfe fern vom Ball ab, die zahlreiche Verletzte fordern – ein Anblick, der an den US-amerikanischen Science-Fiction-Film Rollerball von 1975 erinnert. Dennoch, am Calcio teilzunehmen ist eine große Ehre – für die die Sportler eventuelle Verletzungen gerne in Kauf nehmen.

Der für die meisten von uns heutzutage selbstverständliche Breitensport, dem wir in unserer Freizeit nachgehen, ist übrigens erst vor eher kurzer Zeit entstanden – aus ganz trivialen Gründen, wie Molzberger erklärt: „Damals hatten die meisten Menschen nicht die Zeit oder Energie, um sich sportlich zu betätigen, weil sie ganz einfach ununterbrochen arbeiten mussten. Erst durch die Sozialgesetzgebungen, die im 19. Jahrhundert die Arbeitsbedingungen verbesserten, wurde so etwas wie Freizeit geschaffen.“ Es verwundert daher auch nicht, dass die Entwicklung des Sports, wie wir ihn heute kennen, auf die reicheren Bevölkerungsschichten zurückgeht.

Der Ursprung des modernen Fußballs ist wahrscheinlich an den englischen, kostenpflichtigen Privatschulen zu finden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es dort zu einer Reihe von Festlegungen, die für die Entwicklung des Sports richtungsweisend waren: Die Regeln wurden niedergeschrieben, das Spielfeld wurde begrenzt, die Spielzeit wurde genauer limitiert, die Teilnehmerzahl wurde reduziert und bei beiden Mannschaften gleichgesetzt und der Einsatz körperlicher Kraft wurde strenger reglementiert. Es ist wahrscheinlich, dass sich Fußball und Rugby zeitgleich entwickelten. Zum endgültigen Bruch zwischen den Sportarten kam es, da man sich nicht darauf einigen konnte, in welchem Ausmaß der Einsatz der Hände erlaubt werden sollte.

1863 wurde schließlich die Football Association (FA) gegründet, acht Jahre später die Rugby Football Union (RFU). Zur gleichen Zeit bildeten sich bereits die ersten unabhängigen Fußballvereine. Die Torgrößen wurden festgelegt und Schiedsrichter, das Abseits und Strafstöße eingeführt. Der Sport expandierte rasant – erst in England und anschließend u.a. durch die Kolonien Großbritanniens in der ganzen Welt. Die Anzahl von nationalen Fußballverbänden stieg weltweit zwischen 1904 und 1994 von sieben auf 190.

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Der erste deutsche Fußballklub wurde schließlich 1878 in Hannover gegründet. In Deutschland setzte sich dieser Ballsport zunächst aber nur schwer durch. Grund dafür war die Sonderstellung des Turnens. Diese deutsche Eigenart der Leibesübungen und der Körperkultur geht auf die französische Fremdherrschaft unter Napoleon Bonaparte von 1806 bis 1813 zurück, die den Wunsch nach nationaler Unabhängigkeit und Einheit stärkte. „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn sah in der Turnbewegung den Schlüssel zur deutsch-nationalen Erziehung, die ein Gleichmaß an Leib und Seele erfordere. Schnell wurde seine Auffassung Teil des deutschen Ausbildungssystems. Da der Fußball keine solchen erzieherischen Absichten hegte, wurde er bis zum ersten Weltkrieg kritisch betrachtet.

Dass jedoch auch der Fußball zur Disziplinierung der Bürger und späteren Soldaten herangezogen wurde, zeigt sich noch heute in seinem teils militärischem Vokabular: Bombe, Angriff, Verteidigung, Zweikampf, Schlachtenbummler, Schuss, etc. Seinen endgültigen Durchbruch schaffte der Fußball in Deutschland spätestens 1954, als der Sieg bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz dem arg gebeutelten Volk neue Hoffnung gab. 1963 wurde schließlich die Bundesliga gegründet – und trat seitdem einen ungeahnten Siegeszug an. Die Umsätze der Vereine stiegen genauso wie die Zuschauerzahlen, die Spieler wurden zum Profi-Sportler und letztendlich zum Multimillionär.

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Die Kommerzialisierung des Fußballs schritt so weit voran, dass sich mittlerweile sogar Wiederstand erhebt gegen das, was aus dem Sport geworden ist. „Es ist aber paradox, wenn sich die Anhänger über eine Kommerzialisierung beschweren, die sie mit ihrem Konsum erst ermöglichen“, gibt Molzberger zu bedenken. Auf nationaler Ebene sieht der Dozent für Sportgeschichte aber keine Konkurrenz aufkommen: „Kurzfristig wird sich an der Vormachtstellung des Fußballs nicht viel ändern. Dieser Sport fasziniert einfach die Massen durch seine einmalige Dramaturgie“ – und durch seine Schlichtheit, möchte man hinzufügen, da man Fußball so gut wie immer und überall mit simplen Mitteln spielen kann.

Das die bedeutende Funktion des Fußballs, den man frei nach Karl Marx auch als Opium für das Volk bezeichnen könnte, aber auch seine Schattenseiten hat, scheint unvermeidlich. Doping, Korruption, Wettbetrug und politische Einflussnahme sind nur einige Probleme, die in diesem Zusammenhang auftauchen. „Viele Politiker sind immer bemüht darauf zu verweisen, dass es keine Verbindung zwischen Sport und Politik gibt. Das ist natürlich Unsinn, da sportliche Großereignisse auch immer große Bühnen sind“, so Molzberger. So gilt es als volksnah, sich bei einem Fußballspiel sehen zu lassen und nicht selten inszenieren sich Politiker oder Staatschefs bei Sportveranstaltungen selbst. Laut Thomas Kistners Buch „FIFA-Mafia“ müsste es außerdem jedem aufrichtigen Fan die Tränen in die Augen treiben, wenn er wüsste, wie viel Kriminalität in seinem Lieblingssport steckt.

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In welche Richtung der Fußball sich zukünftig entwickeln wird, kann man freilich nur erahnen, auch wenn momentan nichts darauf hindeutet, dass er grundsätzlich an Bedeutung verlieren wird. Klar ist jedoch, dass es sich tatsächlich um mehr handelt als nur ein Spiel. Es geht um Soziologie, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft – alles gebündelt um ein grünes Rechteck herum. Den ein oder anderen mag es beruhigen, dass Fußball auch bei seiner Entstehung bereits mehr als nur ein simpler Wettkampf war. Man kann ihn hassen, man kann ihn lieben; man kann ihn verfluchen, man kann ihn verehren. Man kann von der Jagd nach dem runden Leder, das einst eine gefüllte Schweinsblase war, halten, was man möchte. Eines kann man mit Sicherheit aber nicht: Man kann dem Fußball nicht seine soziokulturelle Bedeutung, die er ohne Zweifel in vielen Ländern hat, absprechen.

On the value of selfishness


The definition of good and evil

is always a tricky one. After all, even if religion is used as a dogmatic guideline, many immoral acts could be performed on the basis of obeying the holy rules. What is right in one society might be wrong in another, what is good under certain circumstances might be unacceptable under others. Even when it comes to selfishness – a trait usually regarded as negative – the evaluation is not that simple.

Evolutionists believe that selfishness cannot be the core virtue of human beings. If it were, we probably would have never made it this far. In order to survive as a group under dire circumstances, the individual has to share and cooperate. Altruism is the key which is why there might be a seed of goodness within all of us planted by evolution over hundreds of thousands of years. Nevertheless, in a group of cooperators there is always room for someone who feeds on the system like a parasite. Too many of these “parasites” and the group will fail which is why selfishness will never play the most dominant role – but might prevail after all.

However, selfishness can be a good and important trait as nature shows us. If a school of fish is attacked by a predator, every single fish will try to swim to the center of the school for selfish reasons in order to escape the more dangerous rim of the group. In this case, looking for their own advantage benefits the group since the high density of fish will make it harder for the predator to single out and chase an individual, reducing the risk of being caught for all individuals. Instead, the large body of fish can be confusing. The same might be true for herbivores which live in large groups. If zebras stand close to each other in order to avoid being at the periphery their patterns might become indistinguishable from one another to the eyes of the predators, making it harder for them to launch a successful attack.

The question now is:

Are there examples of human behavior that seem very selfish but which are in fact the opposite? I am not talking about indirect fitness or the preservation of related genes. I mean actions that will affect the individual directly. So far, I could think of two examples:

“I hope my parents will die before me!” Doesn’t that just sound terrible? Why would you want your parents to die? Now, let’s step back for a moment. It is true that this statement is selfish since it indicates that one would rather see their parents die than die before them. However, seeing your parents die is normal whereas burying your child is not. In fact, going through the death of your child might be the worst thing that could happen to a human being. So, hoping that they will die before their children is a statement of sympathy since you do not want them to go through this kind of never ending pain. Instead, you’ll carry the burden of burying someone you love – and transform a selfish statement into true selflessness.

Imagine you and your partner are kidnapped. You are presented with a choice: One of you has to die, the other one will be released. What is the more selfless choice? I argue that it is to choose life yourself. Sounds horribly selfish, doesn’t it? Now, my definition of a partner is a person that you have come to love so dearly that their well-being matters more to you than your own. If this person is taken away from you by force you will suffer from this loss for the rest of your life. There are many people out there who have lost the person they love – and never accepted another partner ever again in bitter memory of their loss. So, if I choose to be killed to save my partner – the option that usually would be considered selfless – I wouldn’t have to suffer anymore since I was dead. My partner, however, would have to live in misery for the rest of her life with that painful loss. Therefore, I don’t see how this option is more selfless. Instead, if I survive she would not have to go through this ordeal and would rather be released. Again, the pain would be mine and the choice therefore selfless.

Now, selfish acts that are on second thought selfless do not have to involve death of course, but those were the two first examples that came to my mind. What do you think? Do you know of any such examples? Do you agree with my reasoning?

Selflessness Takes Courage

Source: http://www.firstcovers.com/userquotes/122828/selflessness+takes.html

Darf ein Deutscher Israel kritisieren?


Es ist leicht, das Wort gegen andere zu erheben, aber schwer, dabei objektiv zu bleiben. Wir sind weit von einer gleichberechtigten und fairen Wertung entfernt – und verschließen nach wie vor unsere Augen davor.

Es ist ein psychologisches oder gar rein biologisches Phänomen, dass sich viele Menschen dazu verleiten lassen, alle Grundlagen der Gleichbehandlung über Bord zu werfen, sobald eine Person einer anderen Gruppe zugeordnet wird als man selbst. Schmerzlich wurde uns dieser gruppendynamische Prozess während des Holocaust vor Augen geführt, als sich viele Deutsche deshalb zu solch verabscheuungswürdigen Verbrechen an den Juden hinreißen ließen, weil diese zu „Untermenschen“ degradiert wurden, die nicht die gleichen Rechte genossen wie die „arische Rasse“. Heute wissen wir vor allem dank der Arbeiten von Luigi Cavalli-Sforza – insofern man für die objektiven Daten der Wissenschaft zugänglich ist –, dass die genetischen Unterschiede zwischen den Volksgruppen so gering sind, dass man nicht von verschiedenen Rassen sprechen kann. Leider ist es noch immer nicht bei allen angekommen, dass wir biologisch gesehen ebenbürtig sind.

Alle Menschen sind gleich – nur manche eben etwas mehr als andere

Es scheint in der Natur vieler Volksgruppen zu liegen, dass sie allem, was neu und anders ist, zunächst skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen. Egal, wie lang man in bestimmten Dörfern der Bundesrepublik seit seinem Umzug gelebt hat – man wird nie so richtig dazu gehören, sondern immer ein Zugezogener bleiben. Benimmt man sich einmal daneben, wird man schärfer abgeurteilt als ein Einheimischer. Was im Kleinen zutrifft, lässt sich auch auf das Große übertragen: Randaliert ein junger Deutscher im Vollrausch, redet man von einem Ausrutscher. Tut ein Ausländer Vergleichbares, werden Rufe nach Abschiebung laut. Selbst wenn Asylbewerber unter Bedingungen hausen, die die meisten Deutschen als menschenunwürdig bewerten würden oder wenn verarmte Sinti und Roma uns auf der Straße bestehlen, regen wir uns darüber auf, dass uns so Kosten entstehen. Verschieben jedoch schwerreiche Deutsche Hunderte von Millionen Euro am Fiskus vorbei ins Ausland und schaden so der gesamten Bevölkerung, hält sich der Protest vergleichsweise in Grenzen. Dass wir mit unserer Wirtschaftspolitik darüber hinaus daran beteiligt sind, dass die Flüchtlinge in ihren Ländern im Vergleich zu uns kein gerechtes Leben führen können, bleibt besser gleich ganz unerwähnt. Doch noch schwerwiegender als diese ungleiche Behandlung auf Grund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe sind die unbegründeten Vorurteile, die sich virusartig in einer Bevölkerung vermehren und halten – und deren Verallgemeinerungen. Nicht alle Türken in Deutschland verschließen sich der Integration, nicht alle Moslems lehnen unseren Lebensstil ab, nicht alle Zuwanderer aus Osteuropa sind kriminell. Wir stigmatisieren ganze Volksgruppen und wundern uns anschließend, warum das Zusammenleben nicht funktioniert. Wir leben im 21. Jahrhundert – aber manche Denkweisen und Ansichten haben sich seit dem Mittelalter anscheinend nicht weiterentwickelt.

Michel Friedmann, der böse Jude

Als der jüdische TV-Moderator und CDU-Politiker Michel Friedman im Jahre 2003 durch eine Affäre um Drogen und Zwangsprostitution für negative Schlagzeilen sorgte, war halb Deutschland aufgebracht. Ein Jude als Bösewicht? Noch dazu einer, der in seinen Sendungen nur zu gern andere an den moralischen Pranger stellte und damals der stellvertretende Vorsitzende des jüdischen Zentralrates war? Einige Deutsche schienen nur darauf gewartet zu haben und schossen sich dankbar auf Friedman als Inbegriff des bösen Juden ein, während auf der anderen Seite schon während der Ermittlungen von antisemitischer Hetzpropaganda geredet wurde. Sicher, Friedmann sorgte mit seinem oft als arrogant und selbstherrlich empfunden Auftreten ohnehin für Unmut – und trotzdem war die Bewertung dieses Falles auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Judentum eine besondere. Ich erinnere mich daran, nach der Verurteilung Friedmans viele Stellungnahmen gehört zu haben, aber nur ein Kommentar war so unvoreingenommen und trug so viel Wahrheit und Weitsicht in sich, dass ich ihn mir gemerkt habe, auch wenn ich den Namen des Urhebers der Worte – selbst ein Jude – leider vergaß. Sinngemäß sagte er, dass in diesem Fall die übertriebene Betonung des jüdischen Hintergrunds unangemessen wäre. Auch Juden sind kriminell, sie stehlen, töten, vergewaltigen und lügen – so wie man es bei allen anderen Religions- und Volksgruppen eben auch finden könne. Erst wenn uns das klar werden würde und wir endlich die mehr oder minder auf willkürlich definierten Gruppen basierenden Fesseln der Stigmatisierung ablegen würden, könnten wir unabhängig von unserer Identität gleichberechtigt in Frieden miteinander leben. Nicht das Strafverfahren gegen Friedman sollte uns zu denken geben – er wurde rechtskräftig verurteilt. Zu denken geben sollte uns die Tatsache, dass wir ähnliche Vergehen bei „guten, deutschen Christen“ womöglich anders bewerten würden.

Darf ein Deutscher Israel kritisieren?

Natürlich kann man auch als Deutscher Israel für seine Siedlungspolitik und die menschrechtswidrige Behandlung der Palästinenser kritisieren. Worauf man dabei aber achten sollte, ja achten muss, ist die Formulierung. Nicht die Juden im Allgemeinen sind für bestimmte Spannungen oder Verbrechen verantwortlich, sondern die israelische Regierung. Ein feiner, aber enorm wichtiger Unterschied. Andersherum verweist man hierzulande doch auch nur zu gern darauf, dass während des Zweiten Weltkriegs nicht alle Deutschen Nationalsozialisten waren. Es ist manchmal schwer, aufrichtig und objektiv zu bleiben. Es wird uns aber nichts anderes übrig bleiben, als genau das anzustreben, wenn wir es mit einer fairen und gleichberechtigten Beurteilung von Menschen tatsächlich ernst meinen. Wenn wir daran scheitern, dann werden die Nürnberger Rassengesetze vielleicht nicht die letzten gewesen sein, die Menschen rein auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe diskriminierten. Wer noch immer der Meinung ist, dass die Juden zumindest zum Teil für die Ungleichberechtigung ihnen gegenüber selbst verantwortlich sind, der argumentiert wohl auch, dass eine vergewaltigte Frau eine Mitschuld trägt, weil sie sich zu aufreizend angezogen hatte. Der Antisemitismus in Deutschland und weltweit ist nach wie vor nicht tot, sondern schwelt im Volkskörper weiter. Wir sollten uns dessen bewusst sein und seine tief liegenden Wurzeln mit dem Salz der Aufklärung und der Bildung ausdörren. Wir Deutschen behaupten gern, dass wir den Zweiten Weltkrieg abschließend aufgearbeitet und unsere Lehren daraus gezogen haben. Lasst es uns beweisen!

Die Geschichte des Judenhasses


Noch immer steht Deutschland für die Verbrechen des Holocaust am internationalen Pranger. Oft wird dabei übersehen, dass die Tragödie der Juden kein spontanes Massaker war, sondern der traurige Höhepunkt einer Jahrhunderte alten Feindschaft ihnen gegenüber.

Viel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg über die Schuld der deutschen Bevölkerung debattiert. Welche Rolle der Einzelne einnahm, geriet dabei meist in den Hintergrund angesichts einer ganzen Maschinerie der Zerstörung und des Todes. Die Aussagen der Bürger, sie hätten von den systematischen Morden an Juden und anderen unerwünschten Menschengruppen nichts gewusst, wurden oft akzeptiert. Mittlerweile regt sich bei der Erwähnung des Wortes „Schuld“ ein gewisses Unbehagen bei den Deutschen, hat die heutige Generation doch nichts mehr mit den Verbrechen der Nationalsozialisten zu tun. Doch die Problematik des Judenhasses wird erst dann deutlich, wenn man sich mit seiner Geschichte befasst. „Auschwitz war nur möglich, da der Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft tief verwurzelt war“, schreibt Detlev Claussen sinngemäß in seinem Buch Vom Judenhass zum Antisemitismus und spielt damit darauf an, dass der Holocaust kein einmaliger „Ausrutscher“, sondern der tragische Höhepunkt einer langen Entwicklung war.

Die Ursprünge des Judenhasses

Prinzipiell kann zwischen mindestens drei verschiedenen Arten des Judenhasses unterschieden werden, nämlich dem religiös, dem sozial und dem rassenideologisch begründeten, wobei letzterer hauptsächlich eine Erscheinung der Neuzeit ist. Bereits mehrere Jahrhunderte vor dem Beginn unserer Zeitrechnung kam es in Ägypten und in weiteren Bereichen das Nahen Ostens zu Spannungen zwischen Juden und anderen Volksgruppen. Der griechische Geschichtsschreiber Hekataios von Milet behauptete, dass die im Pharaonenreich lebenden Juden des Landes verwiesen und durch Moses nach Judäa geführt wurden. Durch ihren monotheistischen Ein-Gott-Glauben war diese Volksgruppe den Ägyptern mit ihren vielen Göttern in Menschengestalt suspekt. Außerdem wurde ihre Behauptung, an den einzig wahren Gott zu glauben, als arrogant und respektlos aufgefasst. Sie grenzten sich selbst durch ihre Traditionen wie der Beschneidung männlicher Nachkommen, dem Verzicht auf Schweinefleisch und dem Sabbat ab und bekamen den Ruf, dass sie alles, das anders war, hassten. Apion von Alexandria behauptete, dass die Juden Griechen entführten und mästeten, um sie später als Menschenopfer zu schlachten und ihr Blut zu verzehren – eine Behauptung, die vor allem im Mittelalter wiederholt wurde und schon allein deswegen abwegig ist, weil es den Juden laut Thora verboten ist, Blut zu trinken, weshalb sie ihre Tiere durch das Schächten vor dem Zubereiten ausbluten lassen.

Quelle: http://schularena.com

Einen ersten Höhepunkt der Spannungen stellte die Zerstörung des jüdischen Tempels im nubischen Elephantine durch Ägypter 410 v.Chr. dar, zu welcher Chnum-Priester aufgerufen hatten, wobei die persischen Fremdherrscher nicht eingriffen. Auch die Römer intervenierten nicht, als es 38 n.Chr. zu mörderischen Aufständen in Alexandria kam, bei denen Juden von aufgebrachten Ägyptern umgebracht wurden. Kaiser Caligula wollte die Unruhen nutzen, um seine eigene Position zu stärken. Ihm waren die Juden, die sich nicht seinem Kaiserkult beugen wollten und stattdessen ihren Traditionen treu blieben, ein Dorn im Auge. Zuvor war es jedoch oft so gewesen, dass die Juden unter den Fremdherrschern in Nahen Osten keiner Unterdrückung ausgesetzt waren, was ihnen wiederum die Missgunst der ansässigen Ägypter und Griechen einbrachte, die gerade in Alexandria mit ihnen um Einfluss und Status konkurrierten. Die Eigenheiten der Juden wurden nach wie vor nicht akzeptiert, weshalb der römische Geschichtsschreiber Tacitus in den westlichen Kulturen nach 70 n.Chr. den Gedanken der jüdischen Misanthropie etablierte. Insgesamt stellte die Situation in Ägypten eine einzigartige Mischung aus religiösen, politischen und ethnischen Aspekten dar, die im hellenistischen Kontext globale Bedeutung gewann.

Der religiöse Judenhass

Die Situation der Juden verbesserte sich nach der Kreuzung Jesus Christus nicht – ganz im Gegenteil. Da sie von der neuen christlichen Religion als Mörder bezeichnet wurden, die obendrein Jesus nicht einmal als ihren Messias anerkannten, etablierte sich eine neue Form des religiösen christlichen Judenhasses, welcher später im Kampf um Einfluss an Bedeutung gewann, da das Judentum und das Christentum fortan in Konkurrenz miteinander standen. Der Einfluss der Juden schwand, die Römer störten sich nach wie vor an ihren Traditionen, die eine Akzeptanz anderer Götter verbot. Das jüdische Zentrum Palästina wurde schließlich in das römische Verwaltungssystem eingegliedert und unterdrückt, worauf es zu mehreren Aufständen und ab 66 n.Chr. zum jüdischen Krieg kam. 70 n.Chr. wurde Jerusalem durch Kaiser Titus zerstört, woran noch heute der Titusbogen in Rom erinnert. Als Kaiser Hadrian auf den Trümmern des jüdischen Tempels 130 n.Chr. einen Jupitertempel errichten wollte, begehrten die Juden während des Bar-Kochba-Aufstands letztmalig auf. Fünf Jahre später war ihre Niederlage besiegelt, die Juden wurden aus Palästina vertrieben oder als Sklaven verkauft – die Diaspora (griech.: Zerstreutheit) hatte begonnen.

Die Folgen der Diaspora

In den folgenden Jahrhunderten verloren die Juden an Einfluss und waren im Mittelalter zu schwach, um den ungerechtfertigten Vorurteilen und Stigmatisierungen ihnen gegenüber entgegenzuwirken. Gegen 1150 n.Chr. hatte sich die Art des Judenhasses schließlich gewandelt. Waren vorher noch befremdliche Eigenschaften und Verhaltensweisen der Ursprung der Feindseligkeiten ihnen gegenüber gewesen, standen nun fiktive Fantasien und Mythen im Vordergrund. Spätestens jetzt nahm der Jude die Rolle des Sündenbocks für alles Schlechte ein. Diesbezüglich schreibt Wolfgang Benz in seinem Buch Der Hass gegen die Juden, dass der Kern der Feindschaft darin liegt, dass diese Minderheit über Feindbilder definiert wird, um sie negativ instrumentalisieren und stigmatisieren zu können. So sollen die Juden angeblich mit Feinden oder dem Teufel verbündet gewesen sein. Erste Pogrome gab es daraufhin in Deutschland und Frankreich im 11. Jahrhundert. Auch der Vorwurf des Hostienfrevels, der erstmals 1290 in Paris dokumentiert wurde und den Juden eine Schändung des Leibes Jesu durch das Beschädigen von Hostien vorwarf, führte zu Pogromen. Während des IV. Laterankonzils wurde 1215 beschlossen, dass alle Juden durch einen gelben Fleck auf ihrer Kleidung gekennzeichnet sein müssten – eine Vorschrift, die die Nationalsozialisten Jahrhunderte später wieder aufgriffen. Ab 1492 kam es zudem durch die judenfeindliche Einstellung der Herrscher auf der iberischen Halbinsel zu erzwungenen Konvertierungen in Form von Massenzwangstaufen, woraus die Marranen hervorgingen. Selbst der Reformator Martin Luther ließ sich im 16. Jahrhundert zu mehreren Schmähschriften gegen Juden hinreißen.

Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/SEX_PUERI_RATISPONAE.jpg

Der Jude als ewiger Sündenbock

Auch für den Reichtum, den einige Juden im Mittelalter durch Handel und Bankgeschäfte erwarben, muss man in erster Linie die Christen verantwortlich machen, obwohl diese an deren Wohlstand Anstoß nahmen. Während des III. Laterankonzils 1179 wurden ihnen Zinsgeschäfte verboten, was den Juden unfreiwillig eine Monopolstellung verschaffte. Überhaupt waren sie auf diese Geschäftszweige angewiesen, wurde ihnen doch während des IV. Laterankonzils der Zugang zu Zünften und damit zum Handwerk verwehrt, wodurch sie weiter ausgegrenzt wurden. Früh wurden die Juden jedoch als Wucherer und Betrüger verschrien, die zum Ziel von Übergriffen von Schuldnern oder anderen Neidern wurden. So begann die Hochphase des sozial begründeten Judenhasses. Weitere Mythen wurden verbreitet wie etwa die, dass Juden während der Pestepidemien die Brunnen der Christen vergiftet hatten. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass weniger Juden der Seuche erlagen, weil sie reinlicher waren und weniger Kontakt zu Ratten, Flöhen und anderen Überträgern hatten. Auch angebliche Fälle von Kindern, die armen Eltern abgekauft und anschließend gefoltert wurden, um ihr Blut zu trinken, waren immer wieder im Gespräch und fanden ihren Weg in das deutsche Kulturgut. So kann man in dem Sammelband Deutsche Sagen der Brüder Grimm die Geschichten Der Judenstein und Das von den Juden getötete Mägdlein finden, die angebliche Fälle des Kindsmordes aus den Jahren 1462 bzw. 1267 beschreiben. Auch noch deutlich später war der Jude als Feindbild ein häufiges Motiv in der deutschen Literatur, wie etwa Abner, der Jude, der nichts gesehen hat aus Wilhelm Hauffs Märchen, in dem der Hauptcharakter ein listiger und verschlagener Lügner ist, der es immer auf seinen eigenen Vorteil abgesehen hat.

Quelle: http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2011-09/s22-juden-antisemitismus/s22-juden-antisemitismus-540×304.jpg

Judenhass in der Neuzeit

Das Vorurteil der reichen Juden blieb jedoch auch dann noch bestehen, als viele von ihnen durch die Aufhebung des Verbots für Zinsgeschäfte für Christen verarmten. Auch heute noch hält sich hartnäckig die Behauptung, dass das Weltfinanzsystem von Juden kontrolliert würde. Selbst im 19. Jahrhundert kam es immer noch zu Pogromen gegen Juden, wie zu den in Würzburg beginnenden Hep-Hep-Unruhen in Deutschland 1819, als der europäische Markt nach dem Ende der Kontinentalsperre von billigen englischen Textilien überflutet wurde. Wieder waren es Neid und Missgunst, die die Übergriffe hervorriefen, da die jüdischen Händler mit den veränderten Gegebenheiten besser zurechtkamen als die deutschen Kaufleute. Dabei verstand es die gebildete Schicht, den Hass des Pöbels auf die Juden zu lenken. In der langen Reihe der Vorurteile gegen Juden gesellten sich schließlich auch noch Weltverschwörungstheorien. Als ihnen im Laufe der Russischen Revolution die Gleichberechtigung zugesichert wurde, kam es zu einer Welle von Pogromen, da die Konterrevolution von einem jüdischen Komplott sprach. Der zaristische Geheimdienst Ochrana stellte Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich die „Protokolle der Weisen von Zion“ als Agitationsmaterial her und brachte sie in Umlauf. Angeblich soll es sich dabei um die Weltherrschaftspläne der Juden handeln. Vor allem unter den Moslems stellen diese Fälschungen noch heute eine wichtige Grundlage ihrer Feindschaft dar.

Antisemitismus und Rassenwahn

Letztendlich fand sich auch auf der politischen Bühne ein Grund, gegen die Juden zu hetzen. Im Laufe ihrer Emanzipationsbemühungen engagierten sie sich vor allem in nicht-konservativen Parteien, also u.a. bei Kommunisten und Sozialisten. So sprachen beispielsweise die Faschisten später vom jüdischen Bolschewismus, den es zu bekämpfen galt. Es wurde das Vorurteil des radikalen, Umsturz suchenden Juden etabliert, der alles Bestehende gefährde. Das Dilemma der Juden – und die Unsinnigkeit der Vorwürfe gegen sie – nahm weiter zu. Gab es Krieg, galten sie als Kriegstreiber, da sie als Industrielle damit Geschäfte machen konnten. Wurde der Krieg beendet, machte man es ihnen zum Vorwurf – wie bei der Dolchstoßlegende nach dem Ersten Weltkrieg, obwohl viele Juden für ihr deutsches Heimatland kämpften und starben. Schon zuvor hatte sich eine neue, letzte Phase des Judenhasses etabliert, die uns heute als Antisemitismus bekannt ist und als letztes Element eine rassenideologische Komponente hinzufügt.

Das Wort „Antisemitismus“ wurde erstmals 1879 während eines Berliner Historikerstreits aktenkundig, ausgesprochen wurde es von Wilhelm Marr. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich im Zuge des Sozialdarwinismus die Ansicht durch, dass das „jüdische Problem“ vom Standpunkt der Rassenreinigung aus betrachtet werden sollte, wobei die Juden minderwertiges Leben im Vergleich mit Ariern darstellen würden. Heinrich von Treitschke formulierte 1879 den viel zitierten Satz: „Die Juden sind unser Unglück!“ Er gehörte einer Strömung von Propagandisten an, die willkürliche, pseudowissenschaftliche Behauptungen über unbegründbare, absolute Differenzen zwischen Menschen in Körper- und Wesensmerkmalen in Umlauf brachten. Es galt, mit den Juden eine Gruppe, die im Laufe ihrer Emanzipation ein Teil der deutschen Gesellschaft geworden war, wieder zu entfernen, wobei man sich nicht auf veränderbare religiöse, sondern auf unabänderliche Rassenmotive stützen wollte. Der spätere Führer des Deutschen Reiches, Adolf Hitler, bezeichnete seine Haltung schließlich als Übergang vom Antisemitismus des Gefühls zum Antisemitismus der Vernunft. Mit anderen Worten: Man würde dem deutschen Volk einen Gefallen tun, wenn man es von den schädlichen Juden „säubere“.

So gelang es den Faschisten, den Kampf gegen die Juden als Notwehr auszulegen, da diese angeblich eine Bedrohung darstellten. Die Nationalsozialisten schufen also nichts grundsätzlich Neues, sondern bauten auf einer Jahrhunderte alten Feindschaft gegenüber Juden auf; ihre Worte und Absichten fielen bei ihrem Volk auf fruchtbaren Boden. Selbst die Argumentation, dass die Juden eine Teilschuld für ihre Leiden selbst trügen, ist auch heute noch nicht ausgestorben. Um die Ursachen des Holocaust zu verstehen, reicht es daher nicht aus, sich nur mit dem 20. Jahrhundert zu beschäftigen, da die Wurzeln, die nach wie vor noch nicht abgestorben sind, viel tiefer liegen.

Sportlicher Erfolg zwischen Himmel und Erde


Sternzeichen beeinflussen die Startaufstellung, Magier verhexen die Spieler und Verteidiger küssen ihren Torhüter: Abergläubische Rituale sind im Spitzensport allgegenwärtig. Was kaum jemand weiß: Ihr Erfolg kann tatsächlich rational bewertet werden. 

Laurent Blanc and Fabian Barthez

Quelle: http://soccerreviews.com/news/the-pep-talk-pre-game-rituals/

Wenn ein Eishockey-Torwart mit seinen Pfosten spricht,

wenn ein Fußballspieler auf einem Bein hüpfend das Spielfeld betritt, wenn ein Tennisspieler peinlich genau darauf achtet, beim Betreten bzw. Verlassen des Feldes nicht auf die Linien zu treten – dann bemühen die Athleten die Kräfte zwischen Himmel und Erde, für die es keine vernünftige Erklärung zu geben scheint. Doch die Anwendung abergläubischer Rituale im Sport ist mehr als nur Hokuspokus und kann sich rational betrachtet tatsächlich positiv auf das Leistungsvermögen der Sportler auswirken.

Der amerikanisch-britische Journalist und Autor Christopher Hitchens

sagte in mehreren seiner Debatten zum Thema Glaube an höhere Mächte sinngemäß: Der Mensch ist ein Tier, das immer Muster und Erklärungen finden möchte – eine gute Eigenschaft von uns. Dieses Bedürfnis geht jedoch so weit, dass der Mensch lieber an irrationale oder unsinnige Erklärungen glaubt, als gar keine Antwort zu haben – eine schlechte Eigenschaft von uns. Was sich auf alle Bereiche des Alltags anwenden lässt, trifft gerade auf den Sport zu. Es gibt immer Komponenten und Faktoren, die der Mensch nicht beeinflussen kann – und weil dieser Gedanke ihm nicht gefällt, sucht er nach einem Weg, um nicht vom Zufall abhängig sein zu müssen. Im Falle eines Sportlers äußert sich das vor allem im Befolgen einer regelmäßigen Routine.

Der deutsche Nationalspieler Miroslav Klose

legt beispielsweise sehr viel Wert darauf, den linken Stutzen vor dem rechten und den linken Schuh vor dem rechten anzuziehen. Sein Landsmann Mario Gomez benutzt angeblich immer nur das am weitesten links platzierte Urinal in der Umkleidekabine. Der damalige Kapitän der französischen Nationalmannschaft, Laurant Blanc, küsste während ihrer gemeinsamen Nationalmannschaftskarriere vor den Spielen den gut rasierten Schädel seines Torhüters Fabien Barthez. Der ehemalige englische Nationalstürmer Gary Lineker schoss vor Spielbeginn nie auf das Tor da er meinte, dass er seine erfolgreichen Torschüsse sonst aufbrauchen könnte. Raymond Domenech, seinerzeit Trainer der französischen Fußballnationalmannschaft, gab zu, bei seinen Aufstellungen auf die Sternzeichen seiner Spieler geachtet zu haben. So wollte er z.B. nicht mehrere Skorpione auf dem Platz haben, da diese sich seiner Meinung nach nicht miteinander vertragen hätten. Joachim Löw, Trainer der deutschen Nationalmannschaft, zog bei der Weltmeisterschaft 2010 schließlich bei jedem Spiel den gleichen (ungewaschenen) blauen Pullover an.

Was also hat das linke Urinal mit der Torgefährlichkeit von Marion Gomez zu tun?

Haben Sternzeichen tatsächlich einen Einfluss auf die Harmonie innerhalb einer Mannschaft? Gewann Frankreich 1998 die Weltmeisterschaft, weil Laurant Blanc seinen Torwart küsste? Mit der Psychologie hinter solchen Verhaltensweisen hat sich Prof. George Gmelch von der University of San Francisco in seinem Aufsatz „Baseball Magic“ beschäftigt: „Routinen beruhigen. Sie bringen Ordnung in eine Welt, in der Spieler kaum Kontrolle ausüben können. Manchmal führen praktische Elemente dieser Routinen dann zu nützlichen Leistungen – wie z.B. die Verbesserung der Konzentration des Spielers.“ Es geht also nicht um die Beschwörung übersinnlicher Kräfte, sondern um das Fokussieren des Athleten auf seine Aufgabe. „Was viele Sportler tun, geht aber weit über bloße Gewohnheiten hinaus. Ihre Taten werden zu dem, was Anthropologen als Rituale bezeichnen – vorherbestimmte Verhaltensweisen, bei denen es keinen empirischen Zusammenhang zwischen den Mitteln und dem gewünschten Resultat gibt“, führt Gmelch aus. Das linke Urinal verbessert die Chancen auf ein Tor objektiv also genauso wenig wie ein Regentanz die Chancen auf Regen.

Quelle: http://www.mymilez.com/trobriand-islands-papua-new-guinea/

Der Anthropologe Gmelch geht sogar so weit,

dass Verhalten der Sportler beispielhaft mit dem Fischfang auf den Trobriand-Inseln nahe Papua-Neuguinea zu vergleichen. Fahren die Trobriander zum Fischen auf hohe See, dann wenden sie abergläubische Rituale an, die denen der Sportler verblüffend ähnlich sind. Fischen sie hingegen innerhalb der Lagune, in der Glück bei der Jagd eine geringere Rolle spielt, dann kommt auch Aberglaube kaum zum Einsatz. Das Prinzip ist das gleiche: Wenn der Mensch etwas nicht selbst in der Hand hat, versucht er, sein Schicksal dennoch zu beeinflussen.

Noch deutlicher ist die Verbindung zwischen Anthropologie und Sport in Afrika,

wie Dr. Daniel Künzler von der Universität Freiburg (Schweiz) zu berichten weiß. In seinem Buch „Fußball in Afrika“ spricht er üben den großen Einfluss, den Hexenmeister nach wie vor auf dem schwarzen Kontinent haben. Als sich beispielsweise Benin 2004 erstmals für die Afrikameisterschaft qualifiziert hatte, wurde dies nicht etwas als bemerkenswerte sportliche Leistung, sondern als Überlegenheit der beninschen Magie ausgelegt. Nach wie vor ist es in Afrika nicht unüblich, dass Spieler verhext oder verflucht werden, dass magische Gegenstände im Stadion das sportliche Geschehen beeinflussen sollen und dass ganze Mannschaften verwünscht werden. Vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika war der Rasen im Stadion in Poklawane gar arg ramponiert. Der Grund: Die Magier der sonst dort spielenden Ligamannschaften hatten den Platz vor den Partien regelmäßig mit Salz  besprengt, um dem Team zum Sieg zu verhelfen. Das Paradoxe daran sei, so Künzler, dass ein Scheitern in der Regel nicht als Argument gegen die Magie interpretiert wird – sondern als Argument dafür, dass es noch mehr Zauber bedürfe.

Voodoo

Quelle: http://www.postnewsline.com/2008/02/voodoo-priest-s.html

Ähnlich ist es auch bei den hiesigen Fans:

Viele von ihnen glauben, dass ein bestimmtes Kleidungsstück oder eine bestimmte Verhaltensweise am Spieltag dem eigenen Team Glück bringt. Oft wird dabei – bewusst oder unbewusst – übersehen, wie oft das Ritual keinen Erfolg brachte. Genau deshalb spricht man von Glauben und nicht von Tatsachen: Es geht nicht um etwas Rationales, sondern um dass, was man als „psychologischen Placebo“ beschreiben könnte, der auch aus der Medizin – z.B. bei der Homöopathie – bekannt ist. Zumindest solange das Spiel noch nicht verloren ist, fühlt sich ein Fan eben besser, wenn er genau das macht, was er beim letzten Sieg auch getan hat.

Würde man einem Mario Gomez nun den Zutritt zum linken Urinal verwehren,

dann könnte es durchaus sein, dass er anschließend tatsächlich schlecht spielt. Die mentale Belastung einer Heute-kann-es-ja-überhaupt-nicht-laufen-Einstellung kann genau zu der befürchteten schlechten Leistung führen, was man als self-fulfilling prophecy oder – auf Deutsch – als selbsterfüllende Prophezeiung bezeichnet. Wer sich einredet, dass er keine Topleistung abliefern kann, der wird auch genau das tun – und seine Vorhersage bestätigen.

Genau den gleichen Effekt wie Rituale oder ein Talisman

hat übrigens auch das Beten mancher Spieler vor der Partie. Es wäre vermessen zu glauben, dass Gott bei all dem Leid auf der Welt gerade einem Spitzensportler, der Millionen verdient, dabei helfen würde, mehr Tore zu schießen. Nein, das Gebet hilft dem Spieler dabei, sich zu konzentrieren und erfüllt so seinen Zweck. Der Italiener Giovanni Trapattoni, ehemaliger Trainer des FC Bayern München, lies es sich manchmal nicht nehmen, den Rasen mit geheiligtem Wasser zu beträufeln. Ob es seinen Spielern half, ist nicht bekannt. Ihn wird es zumindest beruhigt haben.

Quelle: http://naqib-ihsan.blogspot.de/2011/01/islam-in-france.html

Evolutionsbiologisch macht ein solches Verhalten übrigens durchaus Sinn,

denn es stellt eine der wichtigsten Grundlagen des Lernens dar. Wenn eine bestimmte Handlung zu einem wünschenswerten Ergebnis führte, dann ist derjenige im Vorteil, der den Zusammenhang erkennt und die Handlung deshalb wiederholt. Im Grunde handelt es sich dabei um nichts anderes als das, was man in der Biologie als Konditionierung bezeichnet. Nur kann manchmal weder der Mensch noch das Tier unterscheiden, welches Verhalten tatsächlich mit dem Resultat verbunden ist und wo lediglich der Zufall im Spiel war. Für den Sportler spielt das aber auch keine Rolle: Wenn er davon überzeugt ist, dass ihm das Einhalten von Ritualen zu besseren Leistungen verhilft, dann wird es durch die sogenannte Selbstwirksamkeitserwartung wohl auch so kommen.

Eines ist bei jeder Form des Aberglaubens gewiss:

Unter seinem Banner kann wirklich jedes Verhalten als nützlich verkauft werden. Ein sehr unappetitliches Beispiel stellte der ehemalige argentinische Nationaltorwart Sergio Goycochea dar. Er war nämlich davon überzeugt, dass er bei einem Elfmeterschießen mehr Erfolg haben würde, wenn er – verdeckt von seinen Mitspielern – vorher auf den Rasen urinieren würde. Erfolgreich war er damit tatsächlich manchmal. Es ist wahrscheinlich, dass seine guten Reflexe eher dafür verantwortlich waren als der gedüngte Rasen – doch das Besondere am Glauben ist eben, dass man ihn sich immer so zurechtlegen kann, wie man ihn gerade braucht. Abergläubische Rituale wird es daher auch zukünftig geben – zur Freude findiger Geschäftsleute, die sich mit dem Verkauf von „geheiligtem“ Wasser, Glücksbringern und Utensilien, die kein Mensch braucht, eine goldene Nase verdienen.

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Quelle: http://www.thedistractionnetwork.com/kissing-the-chicken/